Merkel oder Schulz? FDP-Chef Lindner erklärt Bundestagswahl für entschieden

"Das Rennen um Platz eins ist gelaufen": FDP-Chef Christian Lindner glaubt zu wissen, wer die Bundestagswahl am 24. September gewinnt. In einem Interview verteidigt er außerdem seine umstrittene Äußerung zur Krim.

Christian Lindner
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FDP-Chef Christian Lindner hat die Bundestagswahl für entschieden erklärt. "Das Rennen um Platz eins ist gelaufen, Angela Merkel wird Bundeskanzlerin bleiben", sagte Lindner sieben Wochen vor dem Wahltermin am 24. September der "Bild am Sonntag".

"Martin Schulz hält nur noch die Kulisse der Zuversicht aufrecht", erklärte Lindner. Er glaube nicht, dass der SPD-Kanzlerkandidat den Umfragerückstand noch aufholen könne.

"Die spannende Entscheidung ist der Platz drei. Daran zeigt sich, welche Botschaft von der Bundestagswahl ausgeht", so Lindner weiter. Der FDP-Chef kündigte an, sich im Wahlkampf voll auf "diese Auseinandersetzung" zu konzentrieren.

Besonders die Grünen wolle die FDP in den kommenden Wochen attackieren. Lindner: "Für die Grünen sind alle, die ihre Meinungen nicht teilen, dumm, von gestern oder böse. Diese Überheblichkeit ist nicht nur nervtötend, sondern auch eine Gefahr für den Wohlstand, wenn Technologien zum Feindbild gemacht werden."

Lindner verteidigte zugleich seine umstrittene Aussage, dass man die von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim als "dauerhaftes Provisorium" ansehen müsse. Lindner zur "BamS": "In Wahrheit habe ich ausgesprochen, was viele denken und was längst im Stillen reale Politik ist." Immerhin werde durch die Aufregung jetzt über die Krim gesprochen, nachdem zu lange geschwiegen worden sei. "Man sollte aus der Geschichte lernen, wie solche Konflikte eingefroren und dann Schritt für Schritt gelöst wurden."



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insgesamt 209 Beiträge
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RamBo-ZamBo 06.08.2017
1. asdf
Da hat er wohl recht. Schulz' Chancen auf die Kanzlerschaft sind eher theoretisch. Die Frage ist eher schwarz-gelb oder schwarz-rot. Selbst wenn es für schwarz-gelb reicht wird es spannend, denn die CDU hat sich von liberalem Gedankengut verabschiedet und ist der SPD inzwischen deutlich näher...
bigroyaleddi 06.08.2017
2. Na wie finde ich denn das?
Nach den hier nachlesbaren Umfragen scheint das derzeit so zu sein. Aber es ist schon anmassend, damit auf das zukünftige Wahlergebnis vorweg zu nehmen. Meines Wissens, ist eine Wahl immer erst nach dem Schluß der Wahllokale entschieden. Und keine Sekunde vorher. Ich persönlich hoffe und wünsche, dass des Christians Wünsche und Vermutungen sich nicht erfüllen werden. Auf seinen Neoliberalismus kann ich sehr gerne verzichten.
brotherandrew 06.08.2017
3. In der ...
... Sache selbst wird er Recht haben, der Herr Lindner. Freilich werden ihn jetzt die Sozen dafür mächtig kritisieren.
a.knieling 06.08.2017
4. Weissagungen
Man muss nicht Lindner heißen um vorherzusagen, dass Frau Bundeskanzler Merkel die Wahlen gewinnen wird. Nachdem die SPD selbst in NRW die Landtagwahl verloren hat, und (erstens) die Arbeit der Bundeskanzlerin kaum tadelswert erscheint,(zweitens) die Kompetenzwerte der CDU in den Umfragewerten deutlich besser sind als bei dr SPD, kann man die Wahlergebnisse gut vorhersagen. Die arrogante Haltung des FDP-Chefs ist jedoch widerlich. wer nimmt diesen wichtigtuer wirklich wichtig?
spon-facebook-10000284048 06.08.2017
5. Also da wird mir ...
der Herr Lindner und die FDP so richtig sympathisch. Der bringt es doch glatt fertig, die Meinung der Mehrheit der Krim-Bewohner laut auszusprechen. Und die Wahlaussichten des Herrn Schulz hat er wohl auch richtig beschrieben. Hinter Schulz steht nach meinem Eindruck ja nicht mal die Mehrheit der SPD Parteioberen.
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