FDP-Chef Lindner "Wir sind anders und stolz darauf"

Die FDP spielt kaum noch eine Rolle, das will Parteichef Lindner im neuen Jahr ändern: Man werde die eigenen Positionen fortan "ohne Weichmacher" vertreten, erklärt er im SPIEGEL. "Selbst wenn manche aufheulen."

FDP-Chef Lindner: "So sind wir eben"
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FDP-Chef Lindner: "So sind wir eben"


Hamburg/Kiel - Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner will mit einem klareren liberalen Profil als zuletzt den Wiedereinzug in den Bundestag schaffen. "Wir haben uns frei gemacht und schielen nicht mehr darauf, was könnten die anderen denken", sagte Lindner in einem SPIEGEL-Gespräch. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

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Heft 2/2015
Warum wir träumen

Die Liberalen wollten sich mit "Klarheit und ohne Weichmacher zu unseren Überzeugungen bekennen, selbst wenn manche aufheulen: Der Soli muss weg, TTIP ist gut, die leistungslose Schule ein Irrweg, die USA sind unser Partner, Europa die Zukunft, und der Einzelne hat seine Chance verdient, bevor der Staat eingreift. So sind wir eben".

Lindner räumte ein, dass das Problem der FDP derzeit "die Mobilisierung" sei. "Der Bundestag als Bühne ist nun einmal durch nichts zu ersetzen", so Lindner. "Wir müssen unseren Wählern vermitteln, dass die Wahl der Freien Demokraten eine Frage der inneren Einstellung und ein Statement ist. Und dass deshalb keine Stimme verloren geht. Dahin führt nur ein Weg: wenn wir anders sind und stolz darauf."

FDP-Vize Kubicki glaubt an Erfolg bei Hamburg-Wahl

Parteivize Wolfgang Kubicki verbreitet bereits für die Wahlen in diesem Jahr Optimismus. Der schleswig-holsteinische Fraktionschef sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg am 15. Februar werden wir mindestens in die Größenordnung der 6,7 Prozent vom letzten Mal kommen." Mit jedem Wahlerfolg werde die Bereitschaft wieder zunehmen, FDP zu wählen.

Für das traditionelle Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart am Dienstag wird erwartet, dass Lindner dort ein neues, frischeres Parteiemblem mit Magenta als neuer Farbe neben Blau und Gelb präsentiert. Nach der Bundestagswahl 2013 war die FDP auch bei allen Landtagswahlen an der Fünfprozenthürde gescheitert. Die letzten größeren Erfolge hatte sie 2012 mit ihrem jeweils klaren Wiedereinzug in die Parlamente von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein mit den Spitzenkandidaten Lindner und Kubicki sowie Anfang 2013 bei der niedersächsischen Landtagswahl.

fdi/dpa

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insgesamt 212 Beiträge
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Seite 1
helle_birne 04.01.2015
1. Als die Telekom bei ihren
Telefonzellen das Gelb durch Magenta ersetzte, konnte dies den Niedergang der Telefonzellen auch nicht mehr aufhalten. Genau so wird's mit der FDP... ;-)
Fritze_1955 04.01.2015
2. Die Partei ist....
weg vom Fenster, aber Lindner will es immer noch nicht wahrhaben. Muss man einen Toten erst noch einmal erschiessen, damit er´s begreift?
tiger-li 04.01.2015
3. Sehr schwierig
Es wäre einfacher die Partei zu begraben und ne neue zu gründen als diese verzweifelt am Leben zu erhalten - bei dem Image....
rainer82 04.01.2015
4.
Herr Kubicki war ja schon immer ein Phantast, der politische "Irrläufer vom Dienst". Mindestens 6,7% in Hamburg für die FDP? Die Partei wird eher an 0,67% kommen, als an 6,7%. Jede Wette!
vollzeitpoltiker 04.01.2015
5. Sozialliberal ?
Als die FDP es nicht in den Bundestag geschafft hat, hatte ich echt die Hoffnung, dass ein umdenken stattfindet, aber dieser wird wohl nicht unter Lindner dem alten Konzernboss kommen. Die FDP wählt keiner mehr, weil sie sich nicht für die normalen Bürger einsetzt, sondern nur für Gutverdienende und Konzern und am Ende denkt damit wäre den Bürgern schon geholfen Aber jede klar denkende Menschen merkt, dass TTIP ihm nicht nützt, sondern nur den Konzernen, deshalb ist es zwar schön sich hier klar dafür auszusprechen, aber im Grunde machen das doch SPD und Union, die gar nichts an den geheimen Verhandlungen, Investorenschutz etc ändern wollen, genauso Wo bleibt die Unterscheidung ? Und wo bleibt der Vorteil durch die FDP ? Und der Soli soll abgeschafft werden, dann sagt doch zumindest diesmal wie das finanziert werden soll, sonst ist klar, dass es eine Luftnummer wie die letzten Steuerversprechungen bleibt
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