Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

FDP-Chef Rösler: "Vietnam ist Teil meines Lebens"

Von und

Er wurde als Findelkind vor einem Waisenhaus in Vietnam abgelegt, nun reist Philipp Rösler zum ersten Mal als Minister in sein Geburtsland. Im Interview spricht der Vizekanzler und FDP-Chef über seine Vergangenheit, die Suche nach den eigenen Wurzeln und über sein Verhältnis zu dem asiatischen Land.

Rösler und Vietnam: Auf Stippvisite im Geburtsland Fotos
dapd

Berlin - Als Erwachsener war Philipp Rösler erst ein Mal in Vietnam. Privat. Kommenden Montag wird der 39-Jährige nun offiziell als Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister das Land seiner Geburt besuchen.

Für ihn ist das keine Reise wie jede andere. Dort wurde er als Findelkind während des Vietnamkrieges von Nonnen aufgenommen. Entsprechend groß ist das Interesse jetzt. Ein Medientross wird Rösler begleiten, auch in Vietnam verfolgt man den Besuch aufmerksam.

Doch wie steht der Minister zum Land seiner Geburt? "Deutschland ist meine Heimat, Vietnam ein Teil meines Lebens, an den ich mich nicht erinnere. In Deutschland bin ich groß geworden, hier habe ich meine Familie, meinen Vater, meine Freunde", sagt er. Und er macht klar: "Ich besuche Vietnam als Bundeswirtschaftsminister, als Anwalt der deutschen Wirtschaft. Ich bin nicht auf Spurensuche in eigener Sache."

Lesen Sie hier das Interview mit FDP-Chef Rösler über seine Reise nach Südostasien:

SPIEGEL ONLINE: Herr Rösler, Sie reisen nach Vietnam, in das Land, in dem Sie geboren wurden. Was erwarten Sie von Ihrer Visite?

Rösler: Ich erwarte, dass die deutsche Wirtschaft von meinem Besuch profitiert. Denn Vietnam ist ein Land im Aufbruch und damit ein interessanter Markt für unsere Unternehmen. Hier ist in den vergangenen Jahren viel geschehen, gerade auch bei der Öffnung hin zu mehr wirtschaftlicher Freiheit. Gleichwohl gibt es noch viele Herausforderungen, etwa bei Fragen der Rechtsstaatlichkeit.

SPIEGEL ONLINE: Ihre Reise wird aufmerksam beobachtet. Schließlich ist Ihre Geschichte mit der jüngeren Geschichte des Landes verwoben. Während des Vietnamkrieges waren Sie ein Findelkind. Was wissen Sie noch von dieser Zeit?

Rösler: Ich habe die ersten Monate meines Lebens in Khánh Hung, dem heutigen Sóc Trang, in einem katholischen Waisenhaus verbracht. Das war 1973. Persönliche Erinnerungen habe ich natürlich nicht. Später, vor wenigen Jahren, bin ich auf einen Artikel von Cordt Schnibben im SPIEGEL aufmerksam gemacht worden. Darin wurde die Geschichte des Waisenhauses beschrieben. Rund 3000 Kinder waren dort in all den Jahren untergebracht, um die sich katholische Nonnen gekümmert haben. Diese haben auch Namen und Geburtsdaten festgelegt, damit die Formalitäten für eine Adoption rasch geklärt werden konnten.

SPIEGEL ONLINE: Zwei katholische Nonnen - Mary Marthe und Sylvie Marthe - haben sich in den ersten Lebensmonaten in Khánh Hung um Sie gekümmert. Im November 1973 kamen Sie dann nach Deutschland, wurden adoptiert. Der Journalist Michael Bröcker schreibt in seiner Biografie über Sie, dass Mary Marthe noch in Vietnam lebt. Haben Sie mit ihr Kontakt?

Rösler: Wir hatten Kontakt, nachdem ich im Herbst 2009 Bundesminister für Gesundheit wurde. Reporter sind nach Vietnam gereist, haben Mary Marthe mit einem Bild von mir fotografiert. Später hat sie sich dann über eine andere Nonne mit E-Mail-Zugang bei mir gemeldet. Das hat mich schon sehr berührt.

SPIEGEL ONLINE: Was hat Sie Ihnen geschrieben?

Rösler: Wie stolz sie sei auf das, was ich erreicht habe.

SPIEGEL ONLINE: Wissen Sie Näheres über die Umstände, unter denen Sie vor dem Heim abgegeben wurden?

Rösler: Nein. Ich habe auch nie danach gesucht.

SPIEGEL ONLINE: Warum?

Rösler: Wer etwas sucht, erweckt den Eindruck, als fehle etwas. Mir aber hat niemals etwas gefehlt.

SPIEGEL ONLINE: Hatten Sie nie den Drang, mehr herauszubekommen?

Rösler: Nein, zu keinem Zeitpunkt. Deutschland ist meine Heimat, Vietnam ein Teil meines Lebens, an den ich mich nicht erinnere. In Deutschland bin ich groß geworden, hier habe ich meine Familie, meinen Vater, meine Freunde.

SPIEGEL ONLINE: Vor sechs Jahren, auf ihrer bislang ersten Vietnamreise mit Ihrer Frau, haben Sie den Ort, in dem das Waisenhaus lag, nicht besucht. War das eine bewusste Entscheidung?

Rösler: Wir hatten bis 2006 überhaupt keine Vorstellung, wo der Ort genau liegt. Ich habe Khánh Hung zwar immer wieder mal auf Karten gesucht, aber nie gefunden. Erst in Saigon, im ehemaligen südvietnamesischen Präsidentenpalast, wurde das Rätsel gelöst. Im unteren Bereich des heutigen Museums gibt es noch das alte US-Lagezentrum, auf einer alten amerikanischen Karte mit den alten Namen habe ich den Ort entdeckt. Was ich nicht wusste und mir unser Dolmetscher klar machte: Khánh Hung wurde, wie so viele Orte, 1975 nach der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam von den neuen Machthabern umbenannt.

SPIEGEL ONLINE: Warum haben Sie den Ort dann nicht aufgesucht?

Rösler: Ich bin als ganz normaler Tourist in Vietnam gewesen. Meine Frau und ich waren auch im Mekong-Delta unterwegs. Allerdings sind wir beide zu dem Schluss gelangt, dass sich Sóc Trang, wie es heute heißt, wohl kaum von den Orten unterscheidet, die wir bis dahin besucht hatten.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie nicht überlegt, einen Abstecher dorthin in Ihr jetziges Reiseprogramm aufzunehmen?

Rösler: Ich besuche Vietnam als Bundeswirtschaftsminister, als Anwalt der deutschen Wirtschaft. Ich bin nicht auf Spurensuche in eigener Sache.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie vor, den Ort später einmal zu sehen?

Rösler: Nein, da haben wir keine Pläne. Er hat für mich einfach keine tiefere Bedeutung.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt Adoptivkinder, die damit anders umgehen, die intensiv nach ihrer Vergangenheit forschen. Haben Sie dafür Verständnis?

Rösler: Ich kann das nachvollziehen, aber es ist wahrscheinlich von Fall zu Fall anders. Mir hat in meiner Familie nie etwas gefehlt, deswegen habe ich mir diese Frage nicht gestellt.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie mit Ihrem Vater, der Sie nach der Scheidung von seiner Frau - Sie waren vier Jahre alt - alleine in Niedersachsen aufgezogen hat, oft über Vietnam geredet?

Rösler: Nein. Vietnam spielte bei unseren Gesprächen keine große Rolle. Als ich älter wurde, hat mein Vater mich vor den Spiegel gestellt und erklärt, warum ich anders aussehe als die anderen Kinder.

SPIEGEL ONLINE: Hat Ihr Vater Ihnen erklärt, warum er sich mit seiner damaligen Frau in Deutschland zur Adoption entschied?

Rösler: Mein Vater hat als Bundeswehrsoldat während seiner Ausbildung als Hubschrauberpilot Anfang der siebziger Jahre in den USA südvietnamesische Kollegen kennengelernt. Und über sie hat er vom Elend des Krieges erfahren, von den vielen Waisenkindern. So hat er sich zur Adoption entschieden.

SPIEGEL ONLINE: Entdecken Sie manchmal eine asiatische Seite an sich?

Rösler: Mein Äußeres ist ein eindeutiger Hinweis. Aber ich beherrsche weder asiatische Kampfsportarten noch esse ich regelmäßig asiatisch.

SPIEGEL ONLINE: Wie ist es, wenn Sie ins Ausland reisen? Werden Sie auf Ihre Herkunft angesprochen?

Rösler: Manchmal schon. Als ich im vergangenen Jahr mit Angela Merkel in den USA war, haben mich dort zwei asiatischstämmige Minister nach meinem Lebensweg gefragt, auch US-Präsident Barack Obama. Er war aber weit weniger überrascht als manche Regierungsvertreter in anderen Ländern, schließlich sind die USA stark durch Einwanderung geprägt.

SPIEGEL ONLINE: Ihr Besuch wird auch auf vietnamesischer Seite besonders beobachtet. Als Sie in die Regierung aufrückten, schrieb dort eine Zeitung: "Er ist einer von uns". Wie gehen Sie damit um?

Rösler: Stellen Sie sich den umgekehrten Fall vor, ein deutsches Kind, in einem anderen Land adoptiert, käme dort in ein hohes Regierungsamt. Das Interesse hier wäre wahrscheinlich auch groß!

SPIEGEL ONLINE: Sie wollen sich nicht vereinnahmen lassen?

Rösler: Deutschland ist meine Heimat. Es ist eine Auszeichnung für unser Land, dass auch Menschen mit einer nicht gerade alltäglichen Biografie Aufstiegschancen haben. Die Voraussetzung dafür ist Toleranz. Unser demokratisches System und unser Erfolg beruhen nicht nur auf der sozialen Marktwirtschaft, sondern vor allem auf einer freien Gesellschaft. Das werde ich in Vietnam auch hervorheben. Auf Dauer wird sich eine Marktwirtschaft nicht ohne Freiheit entwickeln können.

Fotostrecke

7  Bilder
Rösler und Vietnam: Auf Stippvisite im Geburtsland

SPIEGEL ONLINE: Ein Thema für viele asiatische Adoptionskinder in Deutschland ist der offene oder versteckte Rassismus. Begegnet er Ihnen auch?

Rösler: Nein, im täglichen, normalen Umgang miteinander ist das nicht der Fall.

SPIEGEL ONLINE: In Vietnam herrschen nach wie vor die Kommunisten mit einem Einparteiensystem. Geht es bei Ihrer Reise auch um die Achtung der Menschenrechte?

Rösler: Ich bin im Zentralkomitee der Katholiken engagiert, deshalb war es mir auch wichtig, Vertreter der katholischen Kirche zu einem Empfang in die deutsche Botschaft in Hanoi einzuladen. Katholiken haben es nach wie vor schwer in Vietnam. Insofern ist das ein klares Bekenntnis meinerseits.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben sich erst im Jahr 2000 taufen lassen. Hing diese Entscheidung auch damit zusammen, dass katholische Nonnen Sie gerettet haben?

Rösler: Das war nicht der entscheidende Grund. Aber wer erfahren hat, unter welchen Gefahren und Entbehrungen sich die Nonnen im Vietnamkrieg für die Waisen eingesetzt haben, der wird dies in Erinnerung halten.

SPIEGEL ONLINE: Sie sprechen kein Vietnamesisch. Haben Sie sich für Ihren Besuch einige Worte zurechtgelegt?

Rösler: Das wäre aufgesetzt. Um es nochmals klar zu sagen - natürlich verbindet mich mit dem Land ein Teil meiner Lebensgeschichte, aber ich reise als deutscher Wirtschaftsminister nach Vietnam.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 39 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. komisch
christin_h 14.09.2012
komisch. Der Umgang mit dem Geburtsland wirkt für mich doch eher aufgesetzt betont rational. Mit 4 Jahren zieht der Adoptiv!-Vater ihn allein auf. Die "zweite" Mutter hat ihn verlassen. Er sieht anders aus als alle um ihn herum. Aber Herrn Rösler hat nie etwas gefehlt. Aus therapeutischer Perspektive würde ich sagen: Verdrängung der genetisch gegebenen Attribute der Persönlichkeit und übermäßige Betonung seiner "deutschen" Sozialisation für die Medien. Passt vielleicht gut in den FDP Kader. Bei mir löst das Verhalten aber eher Zweifel aus. Vielleicht hat er in seiner Partei die eigene innere Heimat gefunden.
2. Also,
irreal 14.09.2012
Zitat von sysopdapdEr wurde als Findelkind vor einem Waisenhaus in Vietnam abgelegt, nun reist Philipp Rösler zum ersten Mal als Minister in sein Geburtsland. Im Interview spricht der Vizekanzler und FDP-Chef über seine Vergangenheit, die Suche nach den eigenen Wurzeln und über sein Verhältnis zu dem asiatischen Land. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,855631,00.html
"SPIEGEL ONLINE: Es gibt Adoptivkinder, die damit anders umgehen, die intensiv nach ihrer Vergangenheit forschen. Haben Sie dafür Verständnis? Rösler: Ich kann das nachvollziehen, aber es ist wahrscheinlich von Fall zu Fall anders. Mir hat in meiner Familie nie etwas gefehlt, deswegen habe ich mir diese Frage nicht gestellt." das ist doch das erkennbare Manko eines Herrn Röslers. Es hat ihm nie was gefehlt?! Ein Mensch der da irgendwie mehr fühlt und somit zu mehr Denken annimiert wird, als nur das vorhandene Sein als toll und genug zu fühlen, der wird bei einer Biographie eines Herrn Röslers auf jeden Fall (weil mit Verstand eines Menschen ausgestattet) mehr wissen wollen über die vorhandenen Wurzeln, auch wenn nigs fehlt durch eine Adoption und gute begeisterte Eltern, so fehlt ihm genau das, nämlich der MUT und das Interesse seine Wurzeln wissen zu wollen. Solange er dieses Gefühl (was ja einen Menschen nur ausmacht, also ein Hund interessierte das absolut nicht) nicht besitzt, seine Wurzeln kennen zu wollen, solange hat er in meinen Augen ein großes Defizit seiner eigenen Individualität als Mensch sich selbst wissen zu wollen gesamtheitlich, was nur nim Sinne der Wurzeln geht und nigs mit nationalen Staatsbegriffen zu tun hat (ich bin Deutscher), sondern wahr an Menschen herangeht durch ihr Menschsein. Wir sind das was Wurzeln aus uns machten und die Wurzeln sind erstmal unsere Eltern und dann deren Eltern und alle Stammbäume darum herum. Und dann erst sind wir dem Land verbunden indem wir aufwachsen. Ich weiß wovon ich rede und deshalb weiß ich auch, dass Herr Rösler leider den Mut nicht hat. Wäre er aus Amerika und nicht aus Thailand, wäre die Situation für ihn vielleicht eine ganz andere.
3. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil
Mardor 14.09.2012
Zitat von irreal"SPIEGEL ONLINE: Es gibt Adoptivkinder, die damit anders umgehen, die intensiv nach ihrer Vergangenheit forschen. Haben Sie dafür Verständnis? Rösler: Ich kann das nachvollziehen, aber es ist wahrscheinlich von Fall zu Fall anders. Mir hat in meiner Familie nie etwas gefehlt, deswegen habe ich mir diese Frage nicht gestellt." das ist doch das erkennbare Manko eines Herrn Röslers. Es hat ihm nie was gefehlt?! Ein Mensch der da irgendwie mehr fühlt und somit zu mehr Denken annimiert wird, als nur das vorhandene Sein als toll und genug zu fühlen, der wird bei einer Biographie eines Herrn Röslers auf jeden Fall (weil mit Verstand eines Menschen ausgestattet) mehr wissen wollen über die vorhandenen Wurzeln, auch wenn nigs fehlt durch eine Adoption und gute begeisterte Eltern, so fehlt ihm genau das, nämlich der MUT und das Interesse seine Wurzeln wissen zu wollen. Solange er dieses Gefühl (was ja einen Menschen nur ausmacht, also ein Hund interessierte das absolut nicht) nicht besitzt, seine Wurzeln kennen zu wollen, solange hat er in meinen Augen ein großes Defizit seiner eigenen Individualität als Mensch sich selbst wissen zu wollen gesamtheitlich, was nur nim Sinne der Wurzeln geht und nigs mit nationalen Staatsbegriffen zu tun hat (ich bin Deutscher), sondern wahr an Menschen herangeht durch ihr Menschsein. Wir sind das was Wurzeln aus uns machten und die Wurzeln sind erstmal unsere Eltern und dann deren Eltern und alle Stammbäume darum herum. Und dann erst sind wir dem Land verbunden indem wir aufwachsen. Ich weiß wovon ich rede und deshalb weiß ich auch, dass Herr Rösler leider den Mut nicht hat. Wäre er aus Amerika und nicht aus Thailand, wäre die Situation für ihn vielleicht eine ganz andere.
Ach ja, und wenn Sie schon so belehrend auftreten, sollten Sie vielleicht Vietnam und Thailand auseinanderhalten?
4. Volle Zustimmung zu seiner Haltung
a.weishaupt 14.09.2012
Es ist nun einmal am bedeutsamsten, wo man aufwächst. Als Arabischstämmiger nerven mich unablässig die Fragen zu einem Kulturkreis, mit dem ich gar nichts anfangen kann. Das ganze verquaste Gerede über Wurzeln und Ahnen ist an und für sich bedeutungslos. Mehr als verständlich, dass Rösler sich diesem Zirkus verschließt. Bravo!
5.
schwabenrabe 14.09.2012
"Wir sind das was Wurzeln aus uns machten und die Wurzeln sind erstmal unsere Eltern und dann deren Eltern und alle Stammbäume darum herum." Und diese Wurzeln bestehen im Fall von Herrn Rössler in seinem Vater welcher ihn großgezogen hat und nicht in zwei anonymen Genpoolen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Zur Person
Philipp Rösler, 40, ist seit Mai 2011 FDP-Chef, Wirtschaftsminister und Vizekanzler. Der erhoffte Schwung für die Partei durch den Führungswechsel ist bislang jedoch ausgeblieben. Rösler legte in der FDP eine rasante Karriere hin. Der promovierte Mediziner wurde schon mit Anfang 20 Mitglied des FDP-Landesvorstands von Niedersachsen. 2006 übernahm er den Landesvorsitz. 2009 wurde er Wirtschaftsminister im Landtag in Hannover, nur ein knappes halbes Jahr später übernahm er das Bundesgesundheitsministerium. Rösler wurde in Vietnam geboren, über seine leiblichen Eltern ist nichts bekannt. Als Waisenbaby kam er im November 1973 nach Deutschland. Seine Adoptiveltern trennten sich, als er vier Jahre alt war. Rösler wuchs in Niedersachsen bei seinem Vater auf. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: