Berlin - Nach dem spektakulären Wahlerfolg in Schleswig-Holstein feierte die FDP schon ihre politische Auferstehung - nun gibt es einen Dämpfer. Bundesweit rutschen die Liberalen in der Wählergunst erneut unter die Fünf-Prozent-Marke.
Im aktuellen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der "Bild am Sonntag" erstellt, verliert die Partei im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und kommt auf vier Prozent. Damit wäre die FDP im nächsten Bundestag nicht mehr vertreten.
In Schleswig-Holstein hatte die FDP am vergangenen Sonntag mit 8,2 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag geschafft. Der Erfolg muss jedoch vor allem dem Wahlkampf von Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki zugeschrieben werden.
Der Einzug in den Kieler Landtag wurde von vielen Beobachtern als gelungene Vorlage für den nächsten Urnengang gewertet. Am Sonntag dürfen mehr als 13 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen über ein neues Parlament abstimmen. Die FDP schickt Christian Lindner ins Rennen, der aber um einen Einzug ins Parlament fürchten muss.
Hoffnung der Liberalen lasten auf Lindner
Von Lindner hängt viel ab: Die Wahl im bevölkerungsreichsten Bundesland könnte die politische Zukunft der angeschlagenen Partei mitbestimmen. In NRW lag die FDP in den letzten Umfragen meist in der Nähe der Fünf-Prozent-Marke.
Unverändert bleiben bei der Sonntagsfrage die Werte für Union (34 Prozent), SPD (27 Prozent), Grüne (13 Prozent), Piraten (elf Prozent) und Linkspartei (sieben Prozent). Für den Sonntagstrend befragte Emnid vom 3. Mai bis zum 9. Mai 2012 insgesamt 3684 Menschen. In Schleswig-Holstein hatten die Menschen am 7. Mai abgestimmt, der Erfolg der FDP im Norden könnte also zumindest einen Teil der Befragten beeinflusst haben.
jok/AFP/Reuters
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