Hamburg - Es wirkt etwas hilflos: Nach seinen irritierenden Äußerungen über den FDP-Parteichef versucht der designierte Generalsekretär Patrick Döring nun zu relativieren. Philipp Rösler sei "ein hervorragender Vorsitzender, aber vom Stil her eben kein Raufbold, sondern in erster Linie Stratege, auch Motivator und Moderator", sagte Döring der "Stuttgarter Zeitung".
Zuvor hatte er im Magazin "Stern" aus dem parteiinternen Nähkästchen geplaudert: Der Vorsitzende Philipp Rösler sei "kein Kämpfer", sondern "ein Wegmoderierer", sagte Döring dort. Seine Äußerungen unmittelbar vor dem wichtigen Dreikönigstreffen sorgten bei den Liberalen für großen Wirbel.
Versuch eine Beschwichtigung
In Stuttgart will der unter Druck stehende Rösler am Freitag versuchen, in einer knapp einstündigen Rede seiner Partei einen Weg aus der Krise aufzuzeigen. Die FDP verharrt seit Monaten im Umfragetief bei zwei bis drei Prozent, Personalquerelen bestimmen das Bild. Zuletzt war Generalsekretär Christian Lindner ohne eine klare Begründung zurückgetreten.
Dessen künftiger Nachfolger Döring versuchte nun in der "Stuttgarter Zeitung" zu beschwichtigen: Im "Stern" habe er "nichts anderes gesagt als zuvor auch: Wir haben in der FDP-Führung unterschiedliche Temperamente, Stile und Tonalitäten. Und das ist gerade gut so".
Lediglich verschiedene Motive für Lindners Rücktritt dargelegt
Auch seine Äußerungen über Lindner versuchte Döring zu entschärfen. Die Darstellung des "Stern", er habe Lindner einen Putschversuch unterstellt, wies Döring zurück. Er soll Lindner laut "Stern" vorgeworfen haben, vom Amt des Generalsekretärs nur deshalb zurückgetreten zu sein, um zügig FDP-Chef werden zu können. "Er hat geglaubt, dass die Lage (...) so instabil ist, dass Philipp Rösler zurücktreten muss und dass die Partei ihn, den großen Intellektuellen, dann ruft."
Im Gespräch mit der "Stuttgarter Zeitung" erklärte Döring dagegen, er habe lediglich verschiedene Motive für Lindners Rücktritt darlegen wollen, die in der Partei diskutiert würden. "Ich habe mir aber ausdrücklich keine der verschiedenen Deutungen zu eigen gemacht", sagte der 38-Jährige.
Auf Facebook bat Döring um Entschuldigung. Er könne verstehen, dass der "Stern"-Artikel zu Irritationen führe: Die Darstellung solle erkennbar der FDP, dem Vorsitzenden Rösler und seiner Person schaden. Sowohl die Auswahl der Aussagen als auch der Kontext dienten "erkennbar diesem Zweck".
Er forderte die Partei auf, sich auf Inhalte zu konzentrieren und alle Personalspekulationen einzustellen. Viele Liberale halten Fraktionschef Rainer Brüderle für den eigentlich starken Mann in der FDP und zweifeln an Röslers Führungsstärke.
heb/dpa/AFP
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