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FDP in der Krise: Kubicki rechnet mit Rösler ab

Kubicki: "Die FDP wäre implodiert. Diese Gefahr bannen wir gerade" Zur Großansicht
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Kubicki: "Die FDP wäre implodiert. Diese Gefahr bannen wir gerade"

Die Liberalen liegen nach dem Wahldesaster am Boden - nun greift Präsidiumsmitglied Kubicki den Noch-Vorsitzenden Rösler an. Die Partei habe ihr Selbstbewusstsein verloren, fast sei sie implodiert. Gleichzeitig distanziert er sich von der allzu engen Anbindung an die Union.

Kiel/Hamburg -Wolfgang Kubicki ist für seine direkten Worte bekannt, jetzt hat das FDP-Präsidiumsmitglied schonungslos die Lage seiner Partei dargestellt - und greift damit auch den gescheiterten Parteichef Philipp Rösler an. Die Liberalen seien "am Rande ihrer Selbstachtung" gewesen, sagte der schleswig-holsteinische Fraktionschef dem "Stern". "Hätte es am Montag nicht das Signal gegeben: 'Wir starten neu', hätten uns viele verlassen; innerlich waren sie sowieso schon weg", so Kubicki weiter. "Die FDP wäre implodiert. Diese Gefahr bannen wir gerade."

Der 61-Jährige hatte am Montagabend den Delegierten eines Kleinen Parteitags der Nord-FDP mitgeteilt, dass er Vizechef der Liberalen werden möchte. Zuvor war er in Berlin auch als möglicher Generalsekretär im Gespräch gewesen.

Die FDP war bei der Bundestagswahl an der Fünfprozenthürde gescheitert und steht nun vor einem personellen Umbruch an der Parteispitze. Neuer Parteichef als Röslers Nachfolger soll der bisherige FDP-Vize und NRW-Landesvorsitzende Christian Lindner werden. Er hatte die FDP, wie Kubicki im vergangenen Jahr bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein, in Nordrhein-Westfalen zum Erfolg geführt. "Ich habe gelesen, dass wir einen sympathischeren Eindruck hinterlassen", sagte Kubicki dem Magazin. Lindner wirke zwar "gelegentlich etwas überintellektuell", das werde aber "mit der Zeit verschwinden".

Kubicki sieht als Hauptaufgabe der neuen Parteiführung, "der FDP das Selbstbewusstsein zurückzugeben, das sie insbesondere in der letzten Woche vor der Wahl verloren hat". Damit spielt er auf die Niederlage der Liberalen in Bayern an, dort hatten sie nur 3,3 Prozent bekommen. Danach hatte die FDP eine Leihstimmenkampagne um die bürgerlichen Wähler gestartet, die aber von der Union abgeblockt wurde.

Der Kieler Fraktionschef nahm die Kanzlerin ausdrücklich gegen den Vorwurf in Schutz, sie habe mit ihrem Wahlkampf Mitschuld am schlechten Ergebnis der FDP. "Zu Recht kämpft jede Partei für sich. Das hatten nur meine Berliner Parteifreunde nicht begriffen", sagte Kubicki dem "Stern". Kubicki hatte sich geweigert, in seinem Bundesland den FDP-Slogan in der letzten Woche vor dem Urnengang - "Jetzt geht's ums Ganze" - auf den Wahlplakaten seiner Partei kleben zu lassen.

Er attackiert damit abermals die noch amtierende Parteiführung. "Man gewinnt Wahlen nur, wenn man sich vom Koalitionspartner abgrenzt. Ich habe immer gesagt: Wir müssen keine Rücksicht auf den Koalitionspartner nehmen, der nimmt auch keine Rücksicht auf uns." Die bisherige Fixierung der FDP auf die Union erklärte Kubicki für beendet.

heb/sev

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insgesamt 180 Beiträge
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    Seite 1    
1. Gut gebrüllt, Löwe ...
KvS 25.09.2013
... jetzt kommt endlich Bewegung ins Spiel.
2. Recht hat er!
cjbrummer 25.09.2013
Wo ist nur die "alte gute FDP" geblieben! Wo sind die für alle in Deutschland wichtigen Werte wie Freiheit, Liberalismus etc. gelandet? Was wurde aus der Partei gemacht? Ich hoffe, dass die neue Führung den turn arround hinbekommt und mit wirlichen Inhalten Punkten kann! Es wäre gut für uns alle, wenn diese echten Uralten Themen von der FDP wieder aufgegriffen, angepasst und vertreten werden.
3. Dieser Herr
brotfresser 25.09.2013
Zitat von sysopDPADie Liberalen liegen nach dem Wahldesaster am Boden - nun greift Präsidiumsmitglied Kubicki den Noch-Vorsitzenden Rösler an. Die Partei habe ihr Selbstbewusstsein verloren, fast sei sie implodiert. Gleichzeitig distanziert er sich von der allzu engen Anbindung an die Union. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kubicki-zur-lage-der-fdp-wir-waren-am-rande-der-selbstachtung-a-924368.html
redet nur viel und will keien Verantwortung übernehmen. In den Talkshows vor der Wahl kam kein Wort der Kritik über seine Lippen. Warum will er nicht Vorsitzender werden? Weil er als Vize ja nie Schuld haben muss und sich hinterher rausreden kann. Dieser Herr ist stillos.
4. So ist es richtig
allesblabla 25.09.2013
Deutschland braucht eine wirklich liberale Partei, und dies kann nur erreicht werden wenn die FDP sich als liberale Partei positioniert. Die CDU ist keine liberale Partei. Nur Mut.
5. Kubicki ist nicht besser ...
keldana 25.09.2013
Sorry, aber Kubicki und direkt / schonungslos ? Wobei ... im Prinzip stimmt das ja sogar, aber eben auch JETZT ERST. Vorher, als diese Worte gebraucht wurden, kamen sie nicht. JETZT auf den am Boden liegenden nachzutreten, da kommen sie. Kubicki ist daher keineswegs besser als alle anderen. Im Gegenteil, so ätzend jetzt noch ein Messer in den Rücken stecken ... also in meinen Augen wird damit der Weg eher noch weiter nach unten führen.
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