FDP-Nachwuchs Jungliberale empören mit Antrag zur Hunde-Schlachtung

Da ist der Shitstorm programmiert: Jungliberale aus Sachsen-Anhalt haben auf dem Juli-Bundeskongress gefordert, das Schlachtverbot für Hunde und Katzen aufzuheben, wegen "merkwürdiger Moralvorstellungen". Tierschützer sind entsetzt.

Hund: Schlachtverbot Ausdruck "merkwürdiger Moralvorstellungen"
DPA

Hund: Schlachtverbot Ausdruck "merkwürdiger Moralvorstellungen"

Von Andreas Spinrath


Magdeburg - Ein Antrag der Jungen Liberalen in Sachsen-Anhalt beim Bundeskongress der Julis empört Tierschützer im Netz: Der Landesverband hat unter der Überschrift "Schlachtverbote aufheben - Auch Hunde kann man essen" eine Legalisierung der Schlachtung von Hunden und Katzen vorgeschlagen.

Eine Begründung lieferte die Gruppe gleich mit: Das "erst 1986 in Deutschland eingeführte Schlachtverbot ist lediglich durch merkwürdige Moralvorstellungen zu erklären", hieß es in Antrag 802 auf dem Juli-Bundeskongress. Das Verbot stelle "eine Diskriminierung anderer Kulturen dar, in denen Fleisch der genannten Tiere als Delikatesse gilt".

Der Antrag wurde bereits Anfang November auf dem Bundeskongress in Düsseldorf gestellt, aber erst jetzt entwickelt sich eine Debatte darüber. Vor allem im Internet macht sich Empörung über den Antrag breit. "Auch junge Liberale kann man essen", heißt es auf der Facebook-Seite des Landesverbands. Ein anderer Kommentator meint: "So eine Partei braucht Deutschland sicher nicht!" Viele der Stimmen sind so erregt und hasserfüllt, dass sie an dieser Stelle nicht wiedergegeben werden können.

Gegenüber SPIEGEL ONLINE wollte sich zunächst kein Jungliberaler aus Sachsen-Anhalt zu dem Vorschlag äußern. Später hieß es in einer E-Mail, man wolle niemanden vorschreiben, "welches Tier legal geschlachtet werden soll". Einzelne Mitglieder seien Reiter und hätten versprochen, ihr Pferd "nicht zu schlachten und zu essen, auch wenn es erlaubt ist". Die Kritik schüchtere sie nicht ein: "Wir Liberale werden auch in Zukunft die heißen Eisen anpacken."

Alexander Hahn, Bundesvorsitzender der Julis, relativiert die Idee in einer Pressemitteilung: Der Antrag sei von der Delegation aus Sachsen-Anhalt eingereicht, "jedoch nicht beraten, geschweige denn beschlossen" worden. Grundsätzlich habe aber jeder Delegierte das Recht, "programmatische Anträge zu allen Themengebieten und mit den unterschiedlichsten Ideen einzureichen".

"Wir Jungen Liberalen mögen Haustiere, allerdings nicht auf dem Teller", begründete Hahn die Ablehnung. Im Namen des FDP-Nachwuchses entschuldigte er sich: "Die Wut und die Enttäuschung vieler, die uns dazu heute geschrieben haben, können wir gut nachvollziehen und verstehen."

Hahn sagte außerdem auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE, dass er selbst "mit Haustieren, insbesondere Katzen, zeitweise aber auch mit einem Hund aufgewachsen" ist.

Bei der Mutterpartei FDP hält man sich bedeckt. Aus der Presseabteilung hieß es auf Anfrage nur: "Dazu äußern wir uns nicht. Das spricht für sich, das ist eine Sache der Julis."



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 154 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Furiosus 14.11.2013
1. optional
wo ist das problem? es ist halt einfach kein bisschen logisch begründbar, waru man kühe, schweine, hühner usw. essen darf und hunde nicht. das ist dummheit in bestform. dabei sind schweine zB wesentlich intelligenter und sozialer als hunde. diese sind vergleichsweise dumm.
capote 14.11.2013
2. Konrad Adenauer
sagte schon, Ihm könne den Wahlsieg niemand mehr nehmen, es sei denn er sagt was gegen Hundeund Hundebesitzer. Wer das Elementarste in Deutscher Politk nicht begriffen hat, hat in der deutschen Politik auch nichts zu suchen!
der_horst 14.11.2013
3. verboten?
Wow, es ist verboten Hunde zu schlachten? Haben wir sonst keine Probleme mit denen sich der Gesetzgeber beschäftigen könnte? Vielleicht hat die FDP doch noch ne Chance bei mir, sodenn sie Position ihres Nachwuchses übernehmen sollte.
mischamai 14.11.2013
4. Dummheit
So eigentlich hat sich diese Spasspartei ja selber abgeschafft,kein Mensch hat sie bis jetzt vermisst.Die letzten Überbleibsel der Dummheit sollte man schräddern und als Hundefutter verkaufen.Der Erlös kommt den Putzfrauen zu die die letzten Spuren dieser Versager beseitigen.
c.PAF 14.11.2013
5.
Zitat von sysopDPADa ist der Shitstorm programmiert: Jungliberale aus Sachsen-Anhalt haben auf dem Juli-Bundeskongress gefordert, das Schlachtverbot für Hunde und Katzen aufzuheben, wegen "merkwürdiger Moralvorstellungen". Tierschützer sind entsetzt. FDP-Nachwuchs: JuLis wollen Schlachtverbot für Hunde aufheben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fdp-nachwuchs-julis-wollen-schlachtverbot-fuer-hunde-aufheben-a-933534.html)
Wo sie Recht haben, haben sie Recht. Trotzdem käme ich nie auf die Idee, meinen oder einen anderen Hund zu essen, dasselbe gilt für Katzen. Wenn aber ehrlich ist, liegt es wirklich nur an den Moralvorstellungen, denn einen vernünftigen Grund für das Verbot gibt es nicht Eine geplante Aktion, um ins Gespräch zu kommen?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.