FDP-Schlappe War's Möllemann, war's Westerwelle?

Die FDP unter Guido Westerwelle hat das Wahlziel von 18 Prozent weit verfehlt. Altgediente Liberale wie Otto Lambsdorff und Parteivize Rainer Brüderle sehen die Ursache für das schlappe Abschneiden nicht allein in Jürgen Möllemann begründet. Ex-Außenminister Klaus Kinkel indes nimmt Westerwelle in Schutz.


Berlin - Die FDP-Führung berät in Berlin über den Wahlausgang und die politische Zukunft des stellvertretenden Bundesvorsitzenden Jürgen Möllemann. Der Ehrenvorsitzende Graf Lambsdorff, Parteivize Rainer Brüderle und Fraktionschef Wolfgang Gerhardt sagten, ihrer Meinung nach trage Möllemann nicht die Allein-Schuld an dem schlechten Wahlergebnis.

Möglicherweise kann dies als Kritik an FDP-Chef Westerwelle verstanden werden. Ex-Außenminister Klaus Kinkel sah sich offenbar veranlasst, Westerwelle in Schutz zu nehmen. Dieser verdiene Respekt und Anerkennung. Er sei nicht derjenige, der das Ergebnis in erster Linie zu vertreten habe.

Dennoch teilen die führenden FDP-ler die Ansicht Westerwelles, Möllemanns Flugblattaktion kurz vor der Wahl habe den Liberalen geschadet. Gerhardt sagte, die FDP sei durch das bedauerliche Ergebnis "zurückgeschlagen aber nicht niedergeschlagen" worden. Gerhardt sagte, Möllemann habe die Vertrauensbasis in der Führung zerstört. Er erwarte, dass Möllemann daraus die Konsequenzen ziehen werde.

Der Gescholtene hat derweil angekündigt, er wolle sich in der Sitzung des Vorstandes erklären.



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