FDP vor Kampfabstimmung: Brüderle pocht auf Vize-Posten

Der Führungsstreit in der FDP geht in die nächste Runde: Wirtschaftsminister Brüderle beharrt auf dem Job als Vizeparteichef. Insgesamt melden fünf Kandidaten Ansprüche auf drei Stellvertreterposten an - auf dem Parteitag Mitte Mai könnte es zur Kampfabstimmung kommen.

Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP): Vom Landesverband als Vize nominiert Zur Großansicht
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Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP): Vom Landesverband als Vize nominiert

Hamburg - In der FDP zeichnet sich eine Kampfabstimmung über die drei künftigen Stellvertreter des designierten Parteichefs Philipp Rösler ab. Eigentlich war erwartet worden, dass Rösler am Montag ein eigenes Tableau für sein Führungsteam vorstellt. Stattdessen nahm er lediglich Kandidaturen entgegen. Wie es aus Parteikreisen hieß, pochte der umstrittene Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle auf eine Nominierung als Vizeparteichef. Damit läuft nach derzeitigem Stand alles auf Kampfkandidaturen beim Parteitag vom 13. bis 15. Mai in Rostock zu.

Neben Brüderle und dem nordrhein-westfälischen FDP-Chef Daniel Bahr meldeten nach Angaben aus Parteikreisen auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sowie Hessens FDP-Vorsitzender Jörg-Uwe Hahn offiziell ihre Bewerbung an. Außerdem hat der sächsische Landeschef Holger Zastrow Interesse bekundet.

Als gesetzt für je einen Stellvertreterposten gelten Bahr und Leutheusser-Schnarrenberger. Für den dritten Posten gibt es damit nun aber drei mögliche Kandidaten. Brüderle habe darauf verwiesen, dass sein rheinland-pfälzischer Landesverband ihn als Bundesvize nominiert habe. Allerdings hielt er sich nach Angaben aus Parteikreisen zufolge ein Hintertürchen offen: Brüderle habe auch gesagt, über seine Kandidatur müsse noch geredet werden.

Gesundheitsminister Rösler hatte sich vor einem Monat zur Kandidatur für die Parteispitze bereit erklärt. Damit würde er Guido Westerwelle nachfolgen. Dieser hatte wegen der Wahlniederlagen der FDP in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg seinen Rückzug vom Spitzenamt der Partei erklärt.

Unklarheit über neues Präsidium

Ungeklärt ist auch, wie das neue Präsidium aussehen soll. Zwar habe sich die baden-württembergische Landesvorsitzende Birgit Homburger festgelegt, nicht mehr für einen der drei Beisitzerposten zu kandidieren. Stattdessen wolle der Südwesten Entwicklungsminister Dirk Niebel für das Präsidium nominieren. Für Schleswig-Holstein soll erstmals der Parteirebell Wolfgang Kubicki ins Präsidium aufrücken. Zastrow gilt als weiterer Kandidat, falls er nicht Stellvertreter wird. Zudem hat sich Rösler bereits auf Christian Lindner als Generalsekretär und Patrick Döring als Schatzmeister festgelegt.

Die Liberalen hatten am 27. März in Rheinland-Pfalz mit nur 4,2 Prozent der Stimmen den Wiedereinzug in den Mainzer Landtag verpasst. In Baden-Württemberg holten sie nur 5,3 Prozent der Stimmen. Die schwarz-gelbe Koalition verlor dort ihre Mehrheit. Westerwelle wurde vorgeworfen, die Partei thematisch auf Steuersenkungen reduziert zu haben.

jok/dpa/dapd

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Maxime: festhalten - durchhalten - aushalten
vogelsteller 02.05.2011
ja, ja, das lügerle ist schon ein recht zähes mannsbild. da muss schon ein gewaltiger tsunami her, ehs den wegschwemmt.
2. Kampfabstimmung
Wagnerf 02.05.2011
Ich finde es immer wieder lustig, welches Demokratieempfinden so mancher Redakteur hier hat: Wenn nur ein Kandidat antritt, ist es eine demokratische Wahl. Wenn es mehrerer sind, ist es eine Kampfabstimmung.
3. Kampfabstimmung
Iwanov 02.05.2011
Was ist denn bitte schön eine "Kampfabstimmung"? Ich dachte Wahlen und Abstimmungen gehören zu unserem demokratischen System und werden heutzutage auch ohne "Kämpfe" ausgetragen. Wenn nur Herr Brüderle daran teilnehmen würde, währe dass dann nur eine Abstimmung?
4. Jörg-Uwe Hahn
ajf00 02.05.2011
Die Nummer 1 Schlaftablette der deutschen Politik ohne jede erkennbare politische Meinung will auch an der Wahl teilnehmen... suess :)
5. Ein Witz für die fliegenden Blätter!
HaPeGe 02.05.2011
Zitat von sysopDer Führungsstreit in der FDP geht in die nächste Runde: Wirtschaftsminister Brüderle beharrt*auf dem Job*als Vizeparteichef. Insgesamt melden fünf Kandidaten Ansprüche auf drei Stellvertreter-Posten an - auf*dem Parteitag Mitte Mai könnte es zur Kampfabstimmung kommen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,760134,00.html
Die Damen und Herren der F.D.P. sollten sich 'mal ihre Umfragewerte anschauen, 3 (in Worten: drei) Prozent. Wenn ich etwas von dieser Partei höre, bekomme ich einen Lachanfall! Wer soll die, bitte schön, noch ernst nehmen? Die Herren Brüderle, Westerwelle und Rösler sollten ihre Ministerposten räumen, dann täten sie noch etwas FÜR Deutschland!
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