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FDP-Wahlkampf: Adolf Hitler auf Möllemann-Plakat

Das Konterfei Adolf Hitlers hätte man wohl nicht auf einem Wahlkampfplakat der FDP erwartet. Doch um seiner in Agonie befindlichen Partei einen respektablen Erfolg in Nordrhein-Westfalen zu bescheren, greift der Landesvorsitzende Möllemann zu ungewöhnlichen Mitteln.

Düsseldorf - Acht Prozent der Wählerstimmen zu erreichen, hat sich Jürgen Möllemann für die Landtagswahlen im Mai als Ziel vorgenommen und deshalb eine äußerst provokative Kampagne ins Leben gerufen. Das umstrittenste Großplakat zeigt Adolf Hitler zusammen mit einem Guru und einem Horror-Kultstar und dem Untertitel: "Wenn wir nicht schnell für Lehrer sorgen, suchen sich unsere Kinder selber welche."

So will Möllemann die Wahl gewinnen
DPA

So will Möllemann die Wahl gewinnen

Möllemann räumte bei der Präsentation am Dienstag in Düsseldorf ein, es habe im Vorstand "eine leidenschaftliche Diskussion" um dieses Bild gegeben. FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle sei von der Gesamtkonzeption "sehr angetan" gewesen. Das Motto der ganz auf den Spitzenkandidaten zugeschnittenen Wahlkampagne heißt: "NRW braucht Tempo. Möllemann." Mit frechen Sprüchen werden die Themen Bildung, Verkehrsstaus, Bürokratie und Sicherheit in den Vordergrund gestellt. Gezielt wird auf den Mittelstand, junge Akademiker und Unentschlossene.

Die von Möllemann ursprünglich beabsichtigte Koalitionsempfehlung wird es voraussichtlich nicht geben. "Wir wären töricht, uns jetzt aus dem Fenster zu hängen", sagte Möllemann. Prinzipiell seien Bündnisse mit beiden großen Volksparteien vorstellbar. In Meinungsumfragen der letzten Monate pendelten SPD und CDU etwa auf gleichem Stand um jeweils 43 Prozent.

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