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61,5 Millionen Ausfalltage: Fehlzeiten wegen psychischer Belastungen steigen stark

Stress im Büro (Symbolbild): Psychisch bedingte Ausfalltage stark gesteigen Zur Großansicht
Corbis

Stress im Büro (Symbolbild): Psychisch bedingte Ausfalltage stark gesteigen

Stress führt zu immer höheren Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Nach SPIEGEL-Informationen haben sich die Ausfälle wegen psychischer Probleme seit 2001 fast verdoppelt.

Hamburg - Arbeitsdruck und Stress belasten die Erwerbstätigen in Deutschland. Im Jahr 2012 lag die Zahl aller Arbeitsunfähigkeitstage, die auf psychische Probleme und Verhaltensstörungen zurückgehen, bei rund 61,5 Millionen. Mehr als jeder sechste Krankheitstag fällt in diese Kategorie. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die dem SPIEGEL vorliegt.

Im Vergleich zum Vorjahr belegen die Zahlen einen geringen Rückgang um 3,3 Prozent. Im Jahr 2001 hatte die Zahl psychisch bedingter Ausfalltage allerdings noch bei 33,6 Millionen gelegen. Die Ursachen für den starken Anstieg im vergangenen Jahrzehnt sieht das Ministerium vor allem in der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt und im steigenden Wettbewerbsdruck durch die Globalisierung.

Zu den Berufsgruppen, die wegen ihrer Arbeitsorganisation besonders "psychisch belastet" seien, zählt das Ministerium Gesundheitsberufe, Ingenieure sowie Fertigungs- und Bauberufe. Jutta Krellmann, Sprecherin der Linksfraktion für Arbeitspolitik, sagt, "eine Anti-Stress-Verordnung" sei "dringender denn je". Die Bundesregierung will zunächst ein Gutachten zum Thema Stress abwarten, das derzeit von Arbeitsschützern erstellt wird.

Die Meldung lesen Sie auch hier im neuen SPIEGEL.

"Ich sehe meine Kinder auch nur im Urlaub."

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1. Quatsch!
Kuckuck rufts 10.08.2014
Der erhöhte Stress entsteht dadurch, dass in den letzten Jahren immer mehr Stellen "eingespart" wurden und die übrigen (Mit)arbeiter zusätzliche Aufgaben aufgebürdet bekommen haben. Bei der letzten Umfrage innerhalb meines eigenen Betriebes kam Ich auf ca. 200% Arbeitsauslastung - jetzt nehme Ich öfters frei und beute mich nicht mehr selbst aus ("self-exploitation"). Als Ergebnis wird eben Vieles, was bisher erfolgreich erledigt wurde, einfach nicht mehr, oder jedenfalls nicht mehr rechtzeitig, getan! Dass damit auch die "Deutsche Wertarbeit" erheblich an Qualität verliert werden unsere Spar-Politiker wohl erst mitbekommen wenn es längst zu spät ist...
2.
kdshp 10.08.2014
Zitat von Kuckuck ruftsDer erhöhte Stress entsteht dadurch, dass in den letzten Jahren immer mehr Stellen "eingespart" wurden und die übrigen (Mit)arbeiter zusätzliche Aufgaben aufgebürdet bekommen haben. Bei der letzten Umfrage innerhalb meines eigenen Betriebes kam Ich auf ca. 200% Arbeitsauslastung - jetzt nehme Ich öfters frei und beute mich nicht mehr selbst aus ("self-exploitation"). Als Ergebnis wird eben Vieles, was bisher erfolgreich erledigt wurde, einfach nicht mehr, oder jedenfalls nicht mehr rechtzeitig, getan! Dass damit auch die "Deutsche Wertarbeit" erheblich an Qualität verliert werden unsere Spar-Politiker wohl erst mitbekommen wenn es längst zu spät ist...
Das merkt man auch als kunde oder bekommt das zu spüren. Da reicht es oft aus das ein (1) man in der firma oder abteilung nicht da ist (urlaub oder krank) und dann "nix" mehr geht. Habe schon zu hören bekommen "Ja da müssen sie in 2 wochen wiederkommen dann ist der kollege wiede da". Geil find ich auch die werbung zu manchen dingen die dann ganz anders sind. Ist meine erfahrung. So list man im internet immer oft "Unser Service für sie DIE kostenlose Hotline Rufen sie uns an" Jo und dann hängt man so lange in der leitung das man noch genervter ist also auf die firma.
3. Soweit ich auch zurückdenke
imZweifel-richtig 10.08.2014
Zitat von sysopCorbisStress führt zu immer höheren Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Nach SPIEGEL-Informationen haben sich die Ausfälle wegen psychischer Probleme seit 2001 fast verdoppelt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fehlzeiten-wegen-psychischer-belastungen-steigen-stark-a-985340.html
oder vielleicht in noch ältere Zeitungen schaue:immer heißt es "in der heutigen Zeit" hat der "Stress" zugenommen. Dann wieder liest man von Burnout oder ADHS. Bedingt das Wissen um psychische Probleme eine größere Anzahl Psychologen oder umgekehrt? Und warum war die Nachkriegsgeneration so wenig betroffen? Weil sie ECHTE Probleme hatte?
4. Wie wäre es denn dann zur Abwechslung...
Soziopathenland 10.08.2014
mal mit einer Psycho-sozialen Versorgung der Bevölkerung? Psychotherapie: Wartezeiten sind katastrophal http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/news/psychotherapie-wartezeiten-sind-katastrophal_aid_685672.html Lange Wartezeiten: Viel zu wenig Psychotherapeuten gerade im Ruhrgebiet http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/region/hierundheute/Viel-zu-wenig-Psychotherapeuten-gerade-im-Ruhrgebiet;art1544,1770309
5.
cxcx386 10.08.2014
Und dank dem tollen Mindestlohn noch schlimmer. Die Betriebe fangen jetzt schon an Stellen zu streichen und die Arbeit umzuwälzen. Allein bei uns bedeutet das steigende Lohnkosten von über 36.000 Euro. Und das Geld wächst auch hier nicht auf Bäumen, was unsere Politiker aber offensichtlich nicht sehen wollen. Allein schon das Mutti mit ihren Diäten jetzt schon zum vierten mal seit Koalitionsbildung Urlaub macht treibt mir die Zornesröte ins Gesicht, so viel Urlaub hatte ich, und da bin ich nicht alleine, in den letzten 5 Jahren nicht! UND ich gehe nach einem Monat mit 1/8 deren Gehälter heim.
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