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Femen in Köln: Halbnackter Altar-Sprung kostet 1200 Euro

Vorfall im Kölner Dom (2013): Urteil nach einem Jahr gesprochen Zur Großansicht
DPA/ Elke Lehrenkrauss

Vorfall im Kölner Dom (2013): Urteil nach einem Jahr gesprochen

Auf dem Altar, "wie Gott sie schuf": Mit dieser Aktion unterbrach eine Femen-Aktivistin 2013 die Weihnachtsmesse im Kölner Dom. Nun steht die Strafe fest: 1200 Euro muss die Frau für den Stunt berappen.

Köln - Von einer "erheblichen Störung" des Weihnachtsgottesdienstes sprach die Staatsanwaltschaft. Und die kann teuer werden. Knapp ein Jahr nach ihrer barbusigen Protestaktion im Kölner Dom ist eine Femen-Aktivistin zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Die heute 21-jährige Josephine Witt habe sich mit ihrer Aktion am ersten Weihnachtstag 2013 der Störung der Religionsausübung schuldig gemacht, urteilte das Kölner Amtsgericht.

Die junge Frau war während der Festtagsmesse, die vom damaligen Kölner Erzbischof Joachim Meisner geleitet wurde, nur mit einer Art Lendenschurz bekleidet auf den Altar gesprungen. Sie hatte die Worte "I am God" ("Ich bin Gott") auf ihren Oberkörper gepinselt und sich mit nach oben gereckten Armen der Gemeinde zugedreht. Die Frau wurde nach wenigen Minuten von den Ordnungskräften im Dom abgeführt.

Mit seinem Urteil blieb das Kölner Amtsgericht knapp unter der Strafmaßforderung der Staatsanwaltschaft, die 1600 Euro Geldstrafe beantragt hatte. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Für Störung der Religionsausübung sieht das Gesetz einen Strafrahmen zwischen Geldstrafe und drei Jahren Haft vor. Die Staatsanwaltschaft kritisierte den Protest "während der Religionsausübung" scharf.

In dem Prozess vor dem Kölner Amtsgericht gab Witt an, sie habe mit ihrem Protest im Kölner Dom gegen den konservativen Ex-Erzbischof Meisner sowie für Menschen- und Frauenrechte demonstrieren wollen. "Es ging mir darum, für Frauenrechte einzustehen", sagte die Angeklagte. "Ich bin dann auf den Altar gesprungen, stand da, wie Gott mich schuf." Sie selbst sei Atheistin, aber christlich sozialisiert.

Zugleich stellte die Angeklagte klar, sie werde eine Aktion wie im Kölner Dom nicht mehr wiederholen. "Ich würde das Gleiche nicht noch mal machen." Als Grund gab sie unter anderem an, dass Meisner nach seinem Eintritt in den Ruhestand heute nicht mehr das Amt des Kölner Erzbischofs innehabe.

jok/AFP/dpa

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