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Ferien bei Freunden: Wulff "nicht glücklich" über Villenurlaub auf Mallorca

Bundespräsident Christian Wulff zeigt sich zerknirscht über seinen Urlaub in der fürstlichen Villa des Unternehmers Carsten Maschmeyer auf Mallorca. Nach Informationen des SPIEGEL reagierte er nun auf die Irritationen und ließ eine Referatsleiterin einen Brief schreiben, aus dem ein wenig Reue spricht.

Ehepaar Wulff mit Maschmeyer: Nun folgte ein Brief an irritierte Bürger Zur Großansicht
DPA

Ehepaar Wulff mit Maschmeyer: Nun folgte ein Brief an irritierte Bürger

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff hat eine Referatsleiterin einen Brief schreiben lassen, der auf seinen Urlaub in der fürstlichen Villa des Unternehmers Carsten Maschmeyer auf Mallorca eingeht. In dem Brief an irritierte Bürger heißt es zwar, dass Wulff auf dem Anwesen nur ein Apartment bewohnt habe. Doch "im Nachhinein ist der Bundespräsident selbst nicht glücklich darüber, dass sich mit Blick auf die Gesamtliegenschaft ein anderer Eindruck aufdrängen konnte".

Wulff hatte im Juli gemeinsam mit seiner Frau Bettina und dem gemeinsamen Sohn seinen Sommerurlaub in der Villa verbracht, die auf der kleinen Halbinsel Sa Mola bei Port d'Andratx thront.

Bislang hatte sich Wulff mit dem Argument verteidigt, er habe einen "angemessenen" Preis für die Woche in dem Apartment bezahlt. Der Urlaub war kritisiert worden, weil der Finanzunternehmer Maschmeyer gern die Nähe zu Politikern sucht und auch schon mal von einer politischen Entscheidung, der Riester-Rente, profitiert hat.

Darauf ging Wulffs Referatsleiterin nicht ein. Stattdessen schrieb sie in dem Brief pikiert: "Sie werden ihm vielleicht zubilligen, dass er im Rahmen der Sommerpause auch als Familienvater eine kurze Ferienwoche mit seiner Frau und seinen Kindern verbringen wollte." Dieses Recht hatte dem Bundespräsidenten allerdings niemand abgesprochen.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 54 Beiträge
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1. Pech gehabt, Herr Bundespräsident!
ap123 28.08.2010
Herr Wulff ist nicht des Urlaubs wegen zerknirscht, sondern weil die Öffentlichkeit an seinen fragwürdigen Amigo-Beziehungen Anstoß nimmt. Pech gehabt, Herr Bundespräsident!
2. Reue ?
Orix 28.08.2010
Zitat von sysopBundespräsident Christian Wulff zeigt sich zerknirscht über seinen Urlaub in der fürstlichen Villa des Unternehmers Carsten Maschmeyer auf Mallorca. Nach Informationen des SPIEGEL*reagierte er nun auf die Irritationen und ließ eine Referatsleiterin einen Brief schreiben, aus dem ein wenig Reue spricht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,714372,00.html
Oh Gott, oh Gott, das ist unser höchster Vertreter des Staates ! Ich hätte ja noch ein paar andere Worte um das zu kommentieren ich lasse bei unmöglich.
3. C D U
sic tacuisses 28.08.2010
Zitat von sysopBundespräsident Christian Wulff zeigt sich zerknirscht über seinen Urlaub in der fürstlichen Villa des Unternehmers Carsten Maschmeyer auf Mallorca. Nach Informationen des SPIEGEL*reagierte er nun auf die Irritationen und ließ eine Referatsleiterin einen Brief schreiben, aus dem ein wenig Reue spricht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,714372,00.html
wo will der denn den ganzen Sand hernehmen, der hier den Deutschen in die Augen gestreut werden soll. Außerdem: wie blöde darf ein BP sich gerieren ??? Klasse wenn der erste Repräsentant des Staates jedem klar macht, dass er tatsächlich nur ein gedankenloser Grußaugust ist.
4. Warum erst hinterher...?
fatalismo 28.08.2010
Es ziemt sich schlicht nicht, dass sich der Erste Repräsentant des Staates bei 'Freunden' einlogiert. Auch noch bei solchen, die schon mal als 'schillernd' beschrieben werden, was im Anlagegewerbe schon eine Menge heißt. Um die Bezahlung der Unterkunft gehts dabei allenfalls in zweiter Linie, aber Maschmeier ist nun mal kein Hotelier (wäre man nun Zyniker, könnte man allenfalls fragen, ob denn bei Mövenpick alles ausgebucht war).. Dabei geht es ganz zuallerletzt um den Luxus einer fürstlichen Villa im Unterschied zum bescheidenen Ambiente eines Ferienappartements. Kein BP muss in Sack und Asche gehen; das tun seine Untertanen auch nicht, wenn sie sich mehr leisten können. Was bleibt, ist dieser unnachahmliche 'Berlusconi'-Geschmack. Unnachahmlich deshalb, weil andere europäische Staatsoberhäupter dem besser nicht folgen sollten. Unser Bundespräsident schon mal gar nicht, dafür verleihen wir diesem Amt und dessen Inhaber einfach zu viel Respekt.
5. Dieser Mann übertrifft noch meine Erwartungen
existentialist09 28.08.2010
Zitat von sysopBundespräsident Christian Wulff zeigt sich zerknirscht über seinen Urlaub in der fürstlichen Villa des Unternehmers Carsten Maschmeyer auf Mallorca. Nach Informationen des SPIEGEL*reagierte er nun auf die Irritationen und ließ eine Referatsleiterin einen Brief schreiben, aus dem ein wenig Reue spricht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,714372,00.html
...ein Schwätzer vor dem Herrn.
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Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Das Grundgesetz weist dem obersten Repräsentanten zwar viele Aufgaben zu, aber deutlich weniger politische Befugnisse als etwa in Präsidialdemokratien wie Frankreich oder den USA. Er soll sein Amt unparteiisch führen, ist jedoch nicht auf repräsentative Aufgaben beschränkt.
Die Aufgaben
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Das Staatsoberhaupt vertritt den Bund völkerrechtlich und schließt im Namen des Bundes Verträge mit anderen Staaten. Zu den normalen Geschäften zählen Staatsbesuche und Empfänge von Diplomaten. Er kann durch Reden und Reisen politische Akzente setzen.

Zu den Aufgaben und Rechten gehört die Mitwirkung bei der Regierungsbildung. Der Präsident schlägt dem Bundestag einen Bundeskanzler zur Wahl vor und ernennt ihn. Falls der Kandidat keine Mehrheit findet, kann der Präsident das Parlament auflösen. Er ernennt und entlässt auch die Minister, allerdings auf Vorschlag des Kanzlers. Gesetze können erst wirksam werden, wenn der Präsident sie unterschrieben hat. Seine Unterschrift kann er nur aus verfassungsrechtlichen Gründen verweigern.
Das Wahlverfahren
Reuters
Anders als in Frankreich, Österreich oder Polen wird das deutsche Staatsoberhaupt nicht direkt vom Volk, sondern von einem Wahlgremium (Bundesversammlung) gewählt. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre, eine Wiederwahl ist nur einmal möglich. Der Präsident kann nur durch das Bundesverfassungsgericht und nur bei vorsätzlichen Verstößen gegen das Grundgesetz oder andere Bundesgesetze seines Amtes enthoben werden.

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