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Finanzkrisenminister: Merkel will Steinbrück mit Prestige-Job belohnen

Kanzlerin Merkel will Finanzminister Steinbrück nach einem Ende der Großen Koalition bei der Jobsuche unterstützen. Nach SPIEGEL-Informationen will sie ihm im Fall einer schwarz-gelben Regierung zu einem internationalen Posten verhelfen - als Dankeschön für gute Zusammenarbeit.

Peer Steinbrück: Die Kanzlerin schätzt den Finanzminister Zur Großansicht
AFP

Peer Steinbrück: Die Kanzlerin schätzt den Finanzminister

Angela Merkel will Peer Steinbrück nicht fallenlassen. Falls Union und FDP nach der Bundestagswahl die nächste Regierung stellen sollten, will sie sich für ihn einsetzen. "Für Steinbrück wird sie was tun", sagte ein führender Unionspolitiker dem SPIEGEL. In der Finanzkrise habe die Kanzlerin hervorragend mit dem Sozialdemokraten zusammengearbeitet, sie schätze seine Kompetenz und Verlässlichkeit.

Noch ist nicht ganz klar, welche Verwendung Merkel für Steinbrück anpeilt. Gerne würde sie ihn mit dem Führungsposten des Internationalen Währungsfonds (IWF) belohnen. Allerdings läuft die Amtszeit des jetzigen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn erst Ende des Jahres 2012 ab. Außerdem hatten die Staats- und Regierungschefs bei der Nominierung des Franzosen vereinbart, dass der Job anders als bisher nicht mehr automatisch an einen Europäer fällt. Denkbar wäre daher eher, dass Steinbrück das Amt des deutschen EU-Kommissars zugesprochen bekommt.

Um die Nachfolge des jetzigen Kommissars Günter Verheugen streiten SPD und Union seit geraumer Zeit. Zwar hatte Merkel in der Vergangenheit den Posten für ihre Partei beansprucht. In der Union gilt vor allem der jetzige Innenminister Wolfgang Schäuble als wahrscheinlichster Kandidat. Der Streit in der Koalition um den künftigen EU-Kommissar hatte sich Anfang des Sommers verschärft, weil die SPD trotz ihrer Schlappe bei der Europawahl an ihrem Anspruch festhielt, mit dem EU-Abgeordneten Martin Schulz den nächsten EU-Kommissar zu stellen.

Derzeit übt aber Kommissionspräsident José Manuel Barroso sanften Druck auf europäische Regierungen aus, bei der Nominierung der nationalen Kandidaten für die EU-Kommission darauf zu achten, dass das Gremium am Ende nicht zu konservativ besetzt ist. Die nächste EU-Kommission tritt im Herbst ihr Mandat an.

Merkel hatte bereits vor Monaten Interesse daran bekundet, dass Deutschland künftig den Kommissar für Binnenmarkt, Wettbewerb oder Industrie stellt.

ler

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