Kein Rückzug: Schäuble kandidiert erneut für den Bundestag

Finanzminister Wolfgang Schäuble will weiter in Deutschland Politik machen: Er sei für eine erneute Kandidatur für den Bundestag bereit. Wegen gesundheitlicher Probleme des CDU-Politikers hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Spekulationen um einen Rückzug gegeben.

Seit 40 Jahren direkt gewählt: Wolfgang Schäuble will 2013 wieder in den Bundestag Zur Großansicht
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Seit 40 Jahren direkt gewählt: Wolfgang Schäuble will 2013 wieder in den Bundestag

Offenburg - Seit 40 Jahren vertritt Wolfgang Schäuble (CDU) den badischen Wahlkreis Offenburg im Bundestag - und es werden wohl noch einige Jahre dazukommen. Der Bundesfinanzminister und CDU-Routinier will sich im kommenden Jahr erneut um das Amt des Abgeordneten bewerben.

"Ich habe meinen Parteifreunden im Wahlkreis gesagt, dass ich dafür bereit wäre", sagte er laut einem Vorabbericht des "Badischen Tagblatts". Seine Nominierung gilt als sicher.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, Schäuble werde sich womöglich wegen gesundheitlicher Probleme aus der Politik zurückziehen. Im September wird der Politiker 70 Jahre alt. Zwischenzeitlich war Schäuble auch als Nachfolger von Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker im Gespräch - Frankreichs Präsident François Hollande hatte sich jedoch gegen die Option versperrt.

"Der Kreisvorstand begrüßt die Bereitschaft von Wolfgang Schäuble, erneut für den Bundestag zu kandidieren", sagte ein Parteisprecher der CDU. Seit 1972 hat Schäuble bei jeder Wahl das Direktmandat geholt.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Textes hieß es, Wolfgang Schäuble sei als Nachfolger für EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy im Gespräch. Tatsächlich wird er als Nachfolger von Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker gehandelt. Wir haben den Fehler korrigiert.

usp/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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1. .
Jule25 07.07.2012
Er ist nicht fehlerfrei (aber fast) und vom Charakter her ein A...h aber es gibt keinen Politiker in Deutschland - und vielleicht sogar der EU - der mehr Kompetenz in seinem Fachgebiet besitzt als Schäuble. Dier Linken und SPON wird es stören, lässt sich aber nicht leugnen.
2. Diktator
autocrator 07.07.2012
Wer gedacht hat, Schäuble würde sich aus der Politik zurückziehen, muss ganz offensichtlich blind sein: Schäuble ist drauf und dran, sich zum Diktator über €uropa aufzuschwingen. Er will und wird der schwergewichtigste Gouverneur des ESM-Gouverneursrats werden, und fortan Politik über die direkte Lenkung der Geldströme betreiben. Er will entscheiden, welche Völkerschaften blühen dürfen oder in Not und Elend gestürzt werden, er wird entscheiden, welche genehmen Regierungen in €uropa mit genügend Geld ausgestattet werden, um "schöne" Projekte finanzieren zu können, oder welchen nicht-genehmen Regierungen der Geldhahn zugedreht wird um sie dann dem Volkszorn für Wohlstandsverlust auszusetzen - woraufhin diese bei der nächsten Wahl einfach abgewählt werden. - Und all das ohne jegliche Kontrolle, ohne Rechenschaftspflicht, unter dem Status der Immunität und der völligen Geheimhaltung. Unbedingt ansehen dazu: ESM-Vertrag! Das neue Ermächtigungsgesetz? Stoppt die EU-Schuldenunion! - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=0LDJ3WhRS0Y) Die Errichtung des ESM bedeutet die Einführung der Diktatur in €uropa! Und den Führer einer Diktatur nennt man allgemein einen Diktator! Schäuble hat doch längst die Koffer gepackt für Brüssel. Der und aus der Politik aussteigen? - Kurz bevor er zum mächtigsten Mann der Welt aufsteigt?
3.
h.hass 07.07.2012
Einer wie Schäuble kann nicht von der Politik lassen, das ist ganz klar. Er will bestimmen, gestalten, Macht ausüben und natürlich auch den Ausnahmestatus genießen, den er mittlerweile hat. Vermutlich ist er das einzige Kabinettsmitglied, das nicht einfach so durch jemand anderen ausgetauscht werden könnte - wegen seiner Erfahrung, seinem Einfluß, seiner Vernetzung, seinem sicherlich nicht zu unterschätzenden internationalen Renommee. Er dürfte auch das einzige Kabinettsmitglied sein, das Mutti nicht unter der Knute hat. Leute wie Röttgen oder Schröder und selbst von der Leyen werden um einen Kopf kürzer gemacht, wenn es sein muss. Das würde und kann sich Merkel bei Schäuble niemals erlauben. Als Merkel damals Kohl abgesägt hat, lagen die Dinge anders. Birne war nach der verlorenen Wahl fertig und ging der CDU auf die Nerven. Mutti hat ihm dann als Top-Strategin zum richtigen Zeitpunkt den Tritt verpasst.
4. Fachkompetenz?
Litajao 07.07.2012
Zitat von Jule25Er ist nicht fehlerfrei (aber fast) und vom Charakter her ein A...h aber es gibt keinen Politiker in Deutschland - und vielleicht sogar der EU - der mehr Kompetenz in seinem Fachgebiet besitzt als Schäuble. Dier Linken und SPON wird es stören, lässt sich aber nicht leugnen.
Welche Fachkompetenz denn? Fachkompetenz im lügen und vergessen (Schwarzgeldkoffer)? Fachkompetenz über die Griechenlandkrise, die nach der "Fachkompetenz" von Schäuble schon im Mai 2010 endgültig beseitigt sein sollte. Fachkompetenz der zichmaligen "endgültigen" Euro-Rettung? Fachkompetenz in Demokratieverständnis, als er die Kompetenz des Parlamentes beschneiden wollte? Sorry, aber sooo viel Fachkompetenz dieser Mann hat, ist tatsächlich "bewundernswert" Oder weiß Schäuble vielleicht doch alles tatsächlich besser, belügt also nur die Bürger? mfg Li
5. Das Volk ist Systemrelevant
B.Lebowski 07.07.2012
Zitat von sysopFinanzminister Wolfgang Schäuble will weiter in Deutschland Politik machen: Er sei für eine erneute Kandidatur für den Bundestag bereit. Wegen gesundheitlicher Probleme des CDU-Politikers hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Spekulationen um einen Rückzug gegeben. Finanzminister Wolfgang Schäuble kandidiert erneut für den Bundestag - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,843103,00.html)
Was nutzt Fachkompetenz, wenn der Mann nicht in der Lage ist, sich auf demokratische Weise den Problemen zu stellen? Ein Mann seines Kalibers sollte mal für das Volk und die Volksabstimmung eintreten und nicht nur für seine Karriere. Auch wenn er sich vor Kurzem zu einer Volksabstimmung geäußert hat, ist es seit dem still geworden. Es wäre die perfekte Möglichkeit, sich von den Pseude-Sozis abzugrenzen, die sich ja gegen eine Volksabstimmung ausgesprochen haben. Einzig und allein das Volk ist Systemrelevant!
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