First Lady in Berlin: Michelle veredelt das Damenprogramm

Von

Getty Images

Während ihr Ehemann über Weltpolitik verhandelt, absolviert First Lady Michelle Obama das "Damenprogramm". Mit den Töchtern Malia und Sasha ging es auf eine historische Tour der Erinnerung durch Berlin. Sachkundiger Begleiter: Merkels Mann Joachim Sauer.

Berlin - Irgendwann wird es der zwölfjährigen Sasha Obama zu fad. Sie schaut auf den Boden, scharrt mit den Füßen herum und schmiegt sich an die Schulter ihrer Mutter Michelle. Den Anflug von Ermüdung kann man ihr kaum verübeln: Es gibt wohl Agenehmeres als eine Stunde Frontal-Geschichtsunterricht in Affenhitze und glühender Mittagssonne.

Am Mittwoch besuchten die First Lady und Töchter Malia und Sasha die Gedenkstätte Berliner Mauer, ein konservierter Mauerabschnitt entlang des ehemaligen Grenzstreifens zwischen Ost- und Westberlin. Während sich US-Präsident Barack Obama mit Joachim Gauck und Angela Merkel traf, gingen Frau und Kinder, seine Halbschwester Auma Obama und Kanzlerin-Gatte Joachim Sauer auf Sightseeing-Tour in der Stadt.

Es sind keine Termine zum Winken und Scherzen, die auf dem Programm stehen - dem sogenannten "Damenprogramm", das durch die Anwesenheit Sauers zum zeitgemäßeren "Partnerprogramm" wird. Am Morgen besuchte die Gruppe das Holocaust-Mahnmal, dann den früheren Grenzübergang Checkpoint Charlie. Mittags waren sie an der Mauer, später im Reichstag, am Abend sieht man sich zum Dinner im Schloss Charlottenburg wieder.

Fotostrecke

8  Bilder
Obama-Besuch: Die First Lady in Berlin
Der Gedenkstättendirektor hat eine Fotomappe mit historischen Mauerbildern vorbereitet, auf dem Aussichtsturm zeigt er sie der Präsidentenfamilie. Die First Lady nickt und stellt interessierte Nachfragen, heißt es später.

Rosen-Ritual mit Merkels Mann

Ein Pastor führt First Lady und Begleitung ins eigentliche Gelände, 200 Meter Mauer sind hier zu sehen. Herumstromernde Schulklassen wurden weggeschickt, der Bereich um die Gedenkstätte in dieser schmucklosen Gegend Berlins abgesperrt. Ein bisschen Glamour bringt Obamas Familie trotzdem in die Szenerie: Die First Lady ist im eleganten ärmellosen Zweiteiler gekommen, Sasha trägt eine neongelbe Sonnenbrille auf dem Kopf, Malia eine sandfarbene Sommerhose.

Joachim Sauer bleibt nah bei seinen Gästen, er scherzt mit Auma Obama, meist lächelt er höflich, zuweilen wirkt er etwas unsicher. Als die Gruppe gelbe und rote Rosen durch die Spalten der sogenannten Hinterlandmauer stecken soll - ein symbolisches Ritual in Gedenken an die Mauertoten - rutscht ihm heraus: "Hoffentlich mach' ich das richtig." Ein paar Minuten später zeigt der Professor der First Lady lächelnd, wie man die Rosen richtig platziert. Eine in die obere Spalte, eine in die untere.

Als sich der Tross in Bewegung setzt, bleiben Sasha und Malia noch etwas stehen und blicken durch die Mauerspalten auf den führeren Todesstreifen. Auf dem Weg zurLimousine plaudert Sauer mit der ältesten Tochter Malia. Worüber, ist nicht zu verstehen, aber sie nickt und lacht. Die Kommunikation ist anscheinend geglückt.

Fotostrecke

26  Bilder
Obama in Berlin: Hello Mr. President

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 42 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
franko_potente 19.06.2013
Zitat von sysopAFPWährend ihr Ehemann über Weltpolitik verhandelt, absolviert First Lady Michelle Obama das "Damenprogramm". Mit den Töchtern Malia und Sasha ging es auf eine historische Tour der Erinnerung durch Berlin. Sachkundiger Begleiter: Merkels Mann Joachim Sauer. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/first-lady-in-berlin-tour-von-michelle-obama-und-joachim-sauer-a-906669.html
WAs mich interessiere würde: verstehen und begreifen die obmas eigentlich, dass Ihre Vorgänger an der Mauer nicht ganz unschuldig sind, und verstehen sie die Tragweite der damaligen Entwicklung, als Millionenn Menschen gegen Überwachung, Restriktion und Einsperrung auf die Straße gingen? Stichwort Guantanamo und Prism.
2. Mal ganz im Ernst,
hermes69 19.06.2013
wie am Ende muss diese Welt schon sein, wenn dieses Ereignis alles andere überschattet? Ich krieg es nicht in meinen Kopf. Ist der Mensch in seiner Gesamtheit wirklich so bekloppt?
3.
ghm20 19.06.2013
Zitat von franko_potenteWAs mich interessiere würde: verstehen und begreifen die obmas eigentlich, dass Ihre Vorgänger an der Mauer nicht ganz unschuldig sind, und verstehen sie die Tragweite der damaligen Entwicklung, als Millionenn Menschen gegen Überwachung, Restriktion und Einsperrung auf die Straße gingen? Stichwort Guantanamo und Prism.
Eine ganz neue Sichtweise. Berichte uns mehr!
4. Damenprogramm
th_hauk 19.06.2013
Tipp für die Verantwortlichen des Damenprogramms: Pack die Badesachen ein, nimm das kleine Schwesterlein.....
5. Damenprogramm
th_hauk 19.06.2013
Tipp für die Verantwortlichen des Damenprogramms: Pack die Badesachen ein, nimm das kleine Schwesterlein.....
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Deutschland
RSS
alles zum Thema Obamas Besuch in Berlin 2013
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 42 Kommentare


Fotostrecke
Obamas Berlin-Besuch: Air Force One, The Beast, Ritz