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Großeinsatz in Flensburg: Polizei räumt autonomes Kulturzentrum mit Wasserwerfern

Räumung: Mit Wasserwerfern gegen Luftschlossfabrik Fotos
DPA

Mit Wasserwerfern ist die Polizei in Flensburg gegen ein autonomes Kulturzentrum angerückt. Vermummte bewarfen die Beamten mit Böllern, Holzlatten und Feuerlöschern - und wurden festgenommen.

Die Polizei hat das autonome Kulturzentrum Luftschlossfabrik in Flensburg am Mittwoch fast vollständig geräumt. Nachdem Räumpanzer und Wasserwerfer die Barrikaden am Eingang zur Luftschlossfabrik durchbrochen hatten, zogen sich geschätzte 20 Autonome in mehrere Gebäude auf dem besetzten Gelände zurück.

Vermummte bewarfen die Beamten mit Böllern, Holzlatten und Feuerlöschern. Mehrere Autonome seien festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Seit etwa zwei Jahren nutzen rund ein Dutzend Besetzer das Gelände am Harniskai ohne Genehmigung. "Die Stadt hat keine realisierbaren Vorstellungen für eine Nutzung des Geländes, schiebt aber völlig irrational die Räumung voran", heißt es auf der Homepage der Unterstützer. "Sie vernichtet damit einen soziokulturellen, vielfältigen Freiraum für Flensburg und hinterlässt erneuten Leerstand." Auf Facebook hatten die Aktivisten am Dienstag dazu aufgerufen, die Räumung zu blockieren.

Ursprünglich sollte auf dem Gelände eine Firma für Flugboote angesiedelt werden. Ein Gericht hatte den Pächter verpflichtet, das Gelände geräumt der Stadt zu übergeben. Daraufhin habe die Polizei den damit beauftragten Gerichtsvollzieher nun unterstützt, sagte Stadtsprecher Clemens Teschendorf.

Die Unterstützer der Luftschlossfabrik kommentierten das Geschehen auf Twitter:

Auf dem Kurznachrichtendienst riefen sie anschließend auch zu weiterem Widerstand und Kundgebungen auf.

Mit einer Räumung hatte die Polizei zuletzt in Berlin für Aufsehen gesorgt: Im Stadtteil Friedrichshain durchsuchten 500 Polizisten ein Hausprojekt in der Rigaer Straße, nachdem Autonome einen Polizisten attackiert hatten. Das Großaufgebot war als unverhältnismäßig kritisiert worden.

vek/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Super
pronpat 03.02.2016
In Villingen-Schwenningen fliegt ne Granate auf ein Flüchtlingsheim, massig Brandanschläge werden verübt. Ein Drittel der bekannten Rechtsradikalen werden per Haftbebehl gesucht, obwohl sie ja bekannt sind. Aber die schlimmen Linken. Das sagt schon viel über die Politik im Lande...
2. Der Eiertanz um den Profit
wauz 03.02.2016
Man kann sich über die Mittel streiten - auf beiden Seiten. Aber "alternative" Projekte werden dringendst benötigt. Mit niedriger Zugangsschwelle. Inzwischen gibt es sehr viele menschen, die sich die durchkommerzialisierte Kultur nicht mehr leisten können - und das auch nicht wollen. Freiheit ohne Raum? Geht nicht! Die totale "Rechenbarkeit" von allem und jedem sorgt inzwischen für die kuriosesten Blüten. Selbst die üblichen Sozialträger wie Diakonie und Caritas dürfen inzwischen, trotz Aufsicht, weder für Jugendlich noch Erwachsene Werkstääten mit elektrischen Maschioen anbieten. Kreissäge? Völlig tabu! Selbst eine Ständerbohrmaschine ist "versicherungsrechtlich" ein unverantwortliches Risiko. So wird alles an Freizeitangeboten entweder zu bezahlende Bespaßung oder zum Kindergarten. Am Speckstein feilen, oder mit Ton rummanschen. Den aber Brennen - igitt, das könnte ja auch gefährlich werden! bei uns in der Stadt sind inzischen drei mehr oder weniger öffentlich zugängliche Brennöfen verschwunden. Aber für Polizeieinsätze ist Geld da...
3. Selbstbestimmte Kulturzentren....
klaus5000 03.02.2016
... gibt es leider viel zu wenige. Besonders kleinere Städte haben kaum nicht kommerziell orientierte Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene. Autonome Zentren bilden die Bühne für Regionale Musikbands sowie für Interntionale Bands und Künstler. Das ganze Erschwinglich füt jedermann. In Automen Zentren engagieren sich arbeitlose Jugendliche ehrenamtlich, nutzen ihre freie Zeit also gemeinützig und konstruktiv. Städte und Gemeinden können Raum zur Verfügung stellen und meist schon mit geringen Mitteln aus dem Sozialetat unterstützen. Das Problem hier liegt wohl oft auch an der Kommunikationsebene,. ber wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Vielleicht begreifen die beteiligten in Flensburg das ja auch irgendwann mal. Es gibt jedenfalls genügend Städte wo sowas Problemlos seit Jahren funktioniert.
4. Gefährlich? - Alles verboten!
rugall70 03.02.2016
Zitat von wauzMan kann sich über die Mittel streiten - auf beiden Seiten. Aber "alternative" Projekte werden dringendst benötigt. Mit niedriger Zugangsschwelle. Inzwischen gibt es sehr viele menschen, die sich die durchkommerzialisierte Kultur nicht mehr leisten können - und das auch nicht wollen. Freiheit ohne Raum? Geht nicht! Die totale "Rechenbarkeit" von allem und jedem sorgt inzwischen für die kuriosesten Blüten. Selbst die üblichen Sozialträger wie Diakonie und Caritas dürfen inzwischen, trotz Aufsicht, weder für Jugendlich noch Erwachsene Werkstääten mit elektrischen Maschioen anbieten. Kreissäge? Völlig tabu! Selbst eine Ständerbohrmaschine ist "versicherungsrechtlich" ein unverantwortliches Risiko. So wird alles an Freizeitangeboten entweder zu bezahlende Bespaßung oder zum Kindergarten. Am Speckstein feilen, oder mit Ton rummanschen. Den aber Brennen - igitt, das könnte ja auch gefährlich werden! bei uns in der Stadt sind inzischen drei mehr oder weniger öffentlich zugängliche Brennöfen verschwunden. Aber für Polizeieinsätze ist Geld da...
Hier gebe ich Ihnen ausdrücklich Recht. Der Sicherheitswahn unserer Gesellschaft ist schlimm genug. Dass aber der Staat inzwischen jedem Einzelnen alles verbieten will, was irgendwie gefährlich sein könnte, ist eine sehr bedenkliche Entwicklung.
5. Paradox!
der-wahrsager 03.02.2016
Um die Autonome bekämpfen hat die Polizei anscheinend genug Personal, aber wenn es um die Rechten geht, dann hat man wenige Beamten! Das gleiche gilt auch für Verfassungsschutz, die verfolgen und überwachen Gregor Gysi, obwohl er sich längst von aktiven Politik verabschiedet hat! Deutschland funktioniert anscheinend noch, zumindest der Polizeistaat!
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