Flüchtlingskrise Deutschland schickt Afghanen in ihre Heimat zurück

Innenminister de Maizière hatte auf ein rasches Signal gedrängt, um Menschen in Afghanistan von der Flucht nach Deutschland abzuhalten. Jetzt werden 120 Afghanen in ihre Heimat zurückgebracht.

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Innenminister de Maizière (im Februar in Afghanistan): Flug mit Signalwirkung
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Innenminister de Maizière (im Februar in Afghanistan): Flug mit Signalwirkung


Deutschland schickt am Dienstag rund 120 Afghanen zurück in ihre Heimat. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE soll noch am Abend ein Charterflieger vom Flughafen in Frankfurt am Main nach Kabul abheben, wie eine Sprecherin der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sagte.

Die IOM organisiert die Rückkehr der Afghanen, angekurbelt hat die Aktion jedoch der Bundesinnenminister. Thomas de Maizière (CDU) hatte Anfang Februar einen Brief an seine Amtskollegen in den Ländern geschrieben mit der Bitte unverzüglich ausreisepflichtige Afghanen "zur Rückkehr/Rückführung" anzumelden, "damit noch in diesem Monat mindestens ein Flug nach Afghanistan mit zurückkehrenden afghanischen Staatsangehörigen durchgeführt werden kann".

Nach Angaben der IOM beteiligen sich nun zehn Bundesländer an dem Flug. Die IOM-Sprecherin betonte, dass keiner der Afghanen gegen seinen Willen abgeschoben werde, sondern alle Passagiere freiwillig ausreisten. Entsprechend könnten sie es sich bis zum Abend kurzfristig noch anders überlegen, wenn sie wollten.

Die Zahl der Afghanen, die nach Deutschland fliehen, ist zuletzt stark gestiegen. Im vergangenen Jahr registrierten die Behörden mehr als 150.000 Afghanen als Asylsuchende. Sie waren damit die zweitgrößte Gruppe nach den Syrern. Noch im Januar kamen 18.000 Afghanen in die Bundesrepublik.

Flug mit Signalwirkung

Innenminister de Maizière versucht daher seit Monaten Signale an den Hindukusch auszusenden, um Afghanen von einer Flucht nach Deutschland abzuhalten. So sagte er bei seinem Besuch in Afghanistan im Februar, dass Schleuser dort gezielt falsche Gerüchte über paradiesische Zustände in Deutschland streuen würden.

Zwar räumte der Minister ein, dass die Sicherheitslage in Afghanistan nicht einfach sei, es gebe aber auch "sichere Gebiete". Zuletzt startete das Auswärtige Amt vor Ort eine Kampagne mit Fernsehspots, in denen Afghanen aufgerufen werden, ihr Land nicht zu verlassen.

Die schnelle Organisation des Rückkehrerflugs soll nun zeigen, dass es Deutschland ernst meint. Dass man statt auf Abschiebungen zunächst auf eine freiwillige Ausreise setzt, liegt wohl auch daran, dass die Regierung in Kabul nach de Maizières jüngstem Besuch erklärt hatte, nur afghanische Staatsbürger aufzunehmen, die aus freien Stücken zurückkehrten.

Im gesamten Jahr 2015 wurden nur neun Afghanen in ihre Heimat abgeschoben, etwa 300 weitere reisten freiwillig aus.

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