Asylsuchende Bayern meldet millionsten Flüchtling in Deutschland

In Deutschland ist nach Angaben der bayerischen Regierung der millionste Flüchtling seit Jahresanfang registriert worden. Die Prognosen der Bundesregierung wurden damit deutlich übertroffen.

Flüchtlinge in Bayern: Mehr als 2900 Neuankömmlinge pro Tag
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Flüchtlinge in Bayern: Mehr als 2900 Neuankömmlinge pro Tag


343 Tage ist dieses Jahr alt. Im Schnitt sind an jedem dieser Tage mehr als 2900 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Am Dienstag ist der millionste Asylsuchende in der Bundesrepublik im sogenannten Easy-System registriert worden. Das teilte Bayerns Sozialministerin Emilia Müller mit.

Damit sind die Prognosen der Bundesregierung weit übertroffen worden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte ursprünglich eine Zahl von 800.000 Asylbewerbern bis zum Jahresende vorausgesagt. "Sie ist übertroffen worden wegen der besonders steigenden Zahlen seit Mitte August", sagte der CDU-Politiker bereits am Montag.

Das Easy-System ist eine IT-Anwendung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zur Erstverteilung der Asylbegehrenden auf die Bundesländer. Trotzdem wollte die Nürnberger Behörde die Zahl von einer Million Flüchtlingen nicht bestätigen. Tagesaktuelle Zahlen lägen dem Bamf nicht vor, teilte eine Sprecherin mit.

Eine Sprecherin des bayerischen Sozialministeriums sagte dagegen auf Nachfrage, dass die Registrierung von deutschlandweit insgesamt einer Million Asylsuchenden seit Jahresbeginn aus dem vom Bamf betriebenen Easy-System hervorgehe. Das Ministerium habe zwar keinen Einblick auf einzelne Asylbewerber, könne aber in dem System die Gesamtzahl der registrierten Flüchtlinge abrufen.

Wie genau ist das Easy-System?

Unter Fachleuten ist umstritten, wie genau das Easy-System die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland widerspiegelt. Manche Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch höher sind, da es wegen der Überlastung der Behörden inzwischen Wochen dauern kann, bis ein Flüchtling registriert wird. Andere glauben, dass die Zahlen niedriger sind, da Mehrfachregistrierungen ebenfalls vorkommen.

Außerdem bleiben nicht alle Flüchtlinge, die sich in Deutschland registrieren lassen, in der Bundesrepublik. Viele reisen weiter in andere Länder, besonders nach Skandinavien.

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syd/hen/dpa

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