Flüchtlinge Kontrollen an der deutschen Grenze bleiben

An den Grenzen wird weiter kontrolliert: Bundesinnenminister de Maizière hat Brüssel informiert, dass man wegen der hohen Flüchtlingszahlen vor allem die Übergänge von Österreich überwachen werde - erst mal bis zum 1. November.

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Kontrollstelle an der Autobahn A3: "Nahezu ungebrochener Zustrom"
DPA

Kontrollstelle an der Autobahn A3: "Nahezu ungebrochener Zustrom"


Deutschland wird weiterhin seine Grenzen kontrollieren. In einem Schreiben informierte Bundesinnenminister Thomas de Maizière den EU-Kommissar für Migration, Inneres und Bürgerschaft, Dimitres Avramopoulos, dass die Kontrollen an den deutschen Binnengrenzen um weitere 20 Tage bis zum 1. November verlängert würden. Das betreffe vor allem die Grenzen zu Österreich.

Wegen des "weiterhin ungesteuerten immensen und nahezu ungebrochenen Zustroms von Drittstaatsangehörigen" und der zu "wahrenden Sicherheit und Ordnung" sei es erforderlich, diese Maßnahme fortzuführen, heißt es in dem Schreiben.

Wie aus einem internen Bericht der Bundespolizei hervorgeht, ist der Seeweg über die Ägäis weiterhin die Hauptroute der Flüchtlinge. Je nach Wetterlage landeten täglich 1000 bis 4800 Flüchtlinge auf den griechischen Inseln.

Italienische Inseln erreicht vom 1. Januar bis 7. Oktober bei 895 Anlandungen 134.657 Migranten, rund 10.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Während Syrer dort mit 42.323 Personen im Jahr 2014 noch den Hauptteil der insgesamt 170.100 festgestellten Migranten ausmachten, stellen sie im aktuellen Berichtszeitraum mit nur 7076 von 134.657 festgestellten unerlaubt Einreisenden einen verhältnismäßig kleinen Teil dar.

Im Vergleich zur Balkanroute entwickeln sich die Zahlen der festgestellten Migranten, die die Flüchtlingsroute über Italien wählen, rückläufig. Dort kommen derzeit hauptsächlich Menschen aus afrikanischen Ländern wie Eritrea, Nigeria und Sudan an.

Österreich registrierte vom 5. September bis 5. Oktober 221.148 Flüchtlinge bei der Einreise; nur 3,8 Prozent von ihnen stellten dort einen Asylantrag. Aus Deutschland reisten in diesem Zeitraum rund 32.000 Flüchtlinge Richtung Skandinavien aus.

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