BKA-Bericht Fast 9000 Flüchtlingskinder werden vermisst

Die Zahl hat sich seit Beginn des Jahres fast verdoppelt: In Deutschland gelten einem Bericht zufolge zurzeit fast 9000 Flüchtlingskinder als vermisst. Die meisten Fälle haben aber keinen kriminellen Hintergrund.

  Minderjährige Flüchtlinge
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Minderjährige Flüchtlinge


8991 Flüchtlingskinder werden in Deutschland vermisst. Die meisten von ihnen waren ohne ihre Eltern in die Bundesrepublik gekommen. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf Angaben des Bundeskriminalamts (BKA).

Bei den Vermissten handele es sich größtenteils um Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Nur 867 waren Kinder bis 13 Jahre.

Die meisten Fälle haben demnach keinen kriminellen Hintergrund. "Konkrete Erkenntnisse, dass ein Teil der zu Jahresbeginn vermissten minderjährigen Flüchtlinge Kriminellen in die Hände gefallen sein könnte, liegen im Bundeskriminalamt nicht vor", zitierte die Zeitung Behördenangaben.

Wenn unbegleitete Kinder aus Aufnahmeeinrichtungen verschwänden, würden die Verantwortlichen eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgeben. Vielfach würden die Minderjährigen aufbrechen, um Verwandte oder Bekannte in anderen deutschen Städten oder im europäischen Ausland aufzusuchen.

Außerdem gebe es oft keine Rückmeldung, wenn die Kinder bei ihrer Familie angekommen seien, hieß es weiter. Hinzu kämen Mehrfachregistrierungen, etwa, wenn sich Jugendliche an einem anderen Ort wieder meldeten oder es verschiedene Schreibweisen der Namen gebe.

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Grünen-Abgeordneten hervorgeht, kommen die meisten vermissten unbegleiteten Flüchtlingskinder aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Eritrea, Marokko und Algerien.

als/AFP

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