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Ärztepräsident: Montgomery widerspricht Vorurteil von kranken Flüchtlingen

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Ärztepräsident Montgomery: "Keine chronisch Kranken"

Schleppen Flüchtlinge Krankheiten nach Deutschland ein, droht dem Gesundheitssystem gar die Überforderung? Ärztepräsident Montgomery hat solche Befürchtungen jetzt nachdrücklich zurückgewiesen.

Eines der vielen Vorurteile über Flüchtlinge geht so: Die Zuwanderer sind ungepflegt und gefährden die hiesige Bevölkerung mit ansteckenden Krankheiten. Bundesärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery hat diesem Klischee nun vehement widersprochen. Die Flüchtlinge seien gar "übernormal gesunde Menschen", sagte er der "Welt".

"Sie schleppen keine Infektionskrankheiten ein, und es kommen auch keine chronisch Kranken", fügte Montgomery hinzu. In der Regel seien die Migranten "junge dynamische Männer". Befürchtungen vor einer Überforderung des Gesundheitssystems durch Flüchtlinge seien deshalb falsch. "Wir schaffen das", sagte der Ärztepräsident - ein Satz, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in den vergangenen Monaten geprägt und auch in ihrer Neujahrsansprache wiederholt hatte.

Unter den Flüchtlingen sind unter anderem deshalb viele junge Männer, weil Familien häufig die teure, beschwerliche und gefährliche Reise zunächst nur einer Person zumuten wollen - und dann auf einen geregelten Familiennachzug hoffen.

Die harten Bedingungen einer Flucht machen Menschen zwar anfälliger für Krankheiten. Doch auch das Robert Koch-Institut (RKI) hatte bereits mitgeteilt, größere Ausbrüche seien sehr unwahrscheinlich. Eine Gefahr für die Allgemeinbevölkerung sehe man nicht.

Ärztepräsident Montgomery lobte nun auch die hohe Impfbereitschaft der Flüchtlinge. Er bekräftigte seine Forderung nach einer Impfpflicht in Deutschland für bestimmte Krankheiten wie Masern.

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kev/dpa

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