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Union in der Flüchtlingskrise: Seehofer warnt CDU vor Realitätsverlust

CSU-Chef Seehofer, CDU-Vorsitzende und Kanzlerin Merkel: Gegensätzliche Sichtweisen auf die Flüchtlingskrise Zur Großansicht
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CSU-Chef Seehofer, CDU-Vorsitzende und Kanzlerin Merkel: Gegensätzliche Sichtweisen auf die Flüchtlingskrise

CDU und CSU entfremden sich zunehmend. Im SPIEGEL fordert Horst Seehofer eine Wende in der Flüchtlingspolitik. Der Bayer lässt offen, ob seine Partei Angela Merkel erneut als Kanzlerkandidatin unterstützen wird.

CSU-Chef Horst Seehofer hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eindringlich zu einer Wende in der Flüchtlingspolitik aufgefordert. "Wenn das so weitergeht, ist die von mir definierte Obergrenze von 200.000 schon im März erreicht, und es besteht die Gefahr, dass wir schon vor Jahresende wieder eine Million Flüchtlinge im Land haben werden", sagte Seehofer im Gespräch mit dem SPIEGEL.

Er warnte die CDU davor, den Blick für die Realität zu verlieren. Vor dieser könne man "eine Weile wegrennen, weil sie nicht ins politische Konzept passt. Aber dann wird uns eben die Bevölkerung weglaufen", sagte Seehofer. Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.

Wenn Merkels Plan für eine europäische Lösung der Flüchtlingskrise nicht aufgehe, dann müsse die Bundesregierung nationale Maßnahmen ergreifen, sagte Seehofer. "Wir können doch nicht von anderen Ländern verlangen, dass sie unsere Probleme lösen! Die Schweden handeln, die Dänen handeln, die Belgier handeln, nur bei uns ist alles ganz anders."

Schon jetzt seien die Folgen der deutschen Flüchtlingspolitik verheerend. "Das Land ist gespalten. Die Menschen sind verunsichert, die Polarisierung hat zugenommen. Europa ist gestresst und uneinig. Da müsste eigentlich jeder Politiker alarmiert sein. Ich bin es jedenfalls."

Seehofer ließ offen, ob die CSU Merkel als Kanzlerkandidatin unterstützen wird.

Söder befürchtet Entfremdung der Schwesterparteien

Auch der CSU-Finanzminister Markus Söder, der als ein möglicher Nachfolger Seehofers gilt, hatte sich kürzlich kritisch zur CDU geäußert. Wegen des aktuellen Streits über die Flüchtlingspolitik seien "aus den Schwesterparteien entfernte Verwandte geworden". Es bestehe "die Gefahr einer tief greifenden Entfremdung zwischen CDU und CSU".

Söder forderte für die Zeit nach den Landtagswahlen am 13. März in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz eine Generalaussprache zwischen den Vorsitzenden und Vorständen beider Parteien. Daraus könne "neue Gemeinsamkeit erwachsen", so der CSU-Politiker.

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