Illegale Grenzübertritte Migranten suchen neue Routen nach Deutschland

Die österreichisch-deutsche Grenze wird kontrolliert - also weichen Migranten auf andere Routen aus. Nach SPIEGEL-Informationen ist die Zahl illegaler Übertritte aus fast allen Nachbarländern gestiegen.

Deutsch-dänische Grenze (Archivbild)
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Deutsch-dänische Grenze (Archivbild)


Die vor gut zwei Jahren wieder eingeführten Kontrollen an der Grenze zu Österreich sorgen offenbar dafür, dass Migranten verstärkt auf andere Routen ausweichen. Die Bundespolizei hat an allen anderen Grenzen zu Nachbarländern (mit Ausnahme der Schweiz) im vergangenen Jahr mehr Menschen nach unerlaubter Einreise erwischt als 2016.

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Heft 8/2018
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Am höchsten ist der Anstieg an der Grenze zu Dänemark. Dabei handelt es sich nach Einschätzung von Experten um Asylbewerber, deren Anträge in Skandinavien abgelehnt wurden und die deshalb zurück nach Deutschland kommen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Sprunghaft angestiegen ist die Zahl der Migranten, die mit Güterzügen den Weg über die Grenze suchen. 2017 wurden 891 Menschen hierbei aufgegriffen - mehr als dreimal so viele wie im Jahr zuvor. Insgesamt ist die Zahl der unerlaubten Einreisen von 2016 zu 2017 aber um mehr als die Hälfte auf rund 50.000 zurückgegangen.

Seit dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 finden an der bayerisch-österreichischen Grenze an wechselnden Orten stichprobenartige Kontrollen durch die Bundespolizei statt, die dabei von der Landespolizei unterstützt wird.

Erst am Donnerstag hatten sich die Innenminister von Bayern und Österreich für eine Verlängerung der Kontrollen ausgesprochen. Der Schutz der EU-Außengrenzen sei derzeit noch nicht ausreichend, erklärten der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und sein österreichischer Amtskollege Herbert Kickl (FPÖ) nach einem Treffen in München. An der deutsch-österreichischen Grenze solle der Verkehr daher für ein weiteres halbes Jahr kontrolliert werden. "Es wäre unverantwortlich, die Kontrollen ab Mai nicht fortzusetzen", sagte Kickl.

Über die Verlängerung entscheidet die EU-Kommission. Beide Minister kündigten an, die durch die Kontrollen im Grenzgebiet entstehenden Verkehrsbehinderungen auf den Autobahnen und der Schiene reduzieren zu wollen.

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