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Flüchtlinge: Quote bewilligter Asylanträge steigt

Flüchtlinge vorm Lageso in Berlin Zur Großansicht
DPA

Flüchtlinge vorm Lageso in Berlin

Die Zahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge sinkt. Gleichzeitig steigen die angenommenen Anträge auf Asyl.

Die Grenzschließungen und Barrieren auf der Balkanroute drücken die Zahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge nach unten: Im Februar 2016 registrierten die deutschen Behörden nach Angaben des Innenministeriums 61.428 Asylsuchende im sogenannte Easy-System. Im Januar waren es noch mehr als 91.000, im Dezember 2015 wurden mehr als 127.000 Zugänge von Asylsuchenden registriert.

Zwar können bei der Easy-Zahl Fehl- und Doppelerfassungen nicht ausgeschlossen werden - aber die Tendenz scheint klar: Es kommen weniger Asylsuchende hierzulande an.

Die Flüchtlinge stammen vor allem aus Syrien und dem Irak. Im Februar kamen mehr als die Hälfte aller Ankommenden aus den beiden Ländern. Drittgrößte Gruppe machten die Afghanen aus. Asylsuchende aus den Westbalkanländern oder dem Maghreb, um die sich die politische Debatte in den vergangenen Monaten und Wochen oft drehte, tauchen unter den Top-Fünf-Nationalitäten der Easy-Registrierungen gar nicht mehr auf.

Das führt dazu, dass immer mehr Asylanträge positiv entschieden werden. Im Februar bekamen 65 Prozent aller Antragsteller, deren Fall abgeschlossen wurde, Flüchtlingsschutz nach der Genfer Konvention zuerkannt. Zum Vergleich: Auf das gesamte Jahr 2015 gerechnet lag die Anerkennungsquote für Asylbewerber aus allen Herkunftsländer deutlich niedriger - bei knapp 50 Prozent.

Nur 23 Prozent der Asylanträge wurden im vergangenen Monat abgelehnt. Den eingeschränkten, sogenannten subsidiären Schutzstatus bekamen nur 0,5 Prozent zugesprochen. Über diese Gruppe hatte die Politik über Monate heftig gestritten, das Asylpaket II sieht nun vor, dass der Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte ausgesetzt werden soll. Die aktuellen Zahlen zeigen: Nur eine verschwindend geringe Zahl wäre betroffen.

Einen Asylantrag stellen konnten in Deutschland im Februar 2016 rund 67.800 Menschen. Entschieden worden seien im vergangenen Monat 51.500 Asylanträge, teilte das Bundesinnenministerium mit.

Minister Thomas de Maizière betonte, dass die Zahl der Entscheidungen, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) treffen konnte, insgesamt gestiegen sei. Im Januar und Februar seien mehr als 100.000 Anträge entschieden worden - mehr als in den ersten fünf Monaten des Vorjahres zusammen.

Trotzdem ist der Berg der unbearbeiteten Anträge noch größer geworden: Ende Februar stapelten sich beim Bamf rund 393.000 unerledigte Fälle, Ende Januar waren es knapp 372.000, Behördenchef Weise hatte kürzlich davor gewarnt, dass der Antragsstau noch größer werden könnte - trotz Tausender neuer Mitarbeiter.

anr

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