In Deutschland erfasst Bayern meldet 1,1 Millionen Flüchtlinge

Fast 1,1 Millionen Flüchtlinge sollen in diesem Jahr in Deutschland angekommen sein, meldet das bayerische Sozialministerium. Ministerin Müller wirbt erneut für eine Begrenzung der Zuwanderung.

Flüchtlinge in Berlin: Der große Teil der Asylsuchenden reiste über Bayern nach Deutschland ein
DPA

Flüchtlinge in Berlin: Der große Teil der Asylsuchenden reiste über Bayern nach Deutschland ein


Einen Tag vor dem Ende des Jahres hat sich die bayerische Staatsregierung mit einer aktuellen Zahl zur Flüchtlingskrise geäußert. In Deutschland sind 2015 demnach fast 1,1 Millionen Flüchtlinge angekommen. Der Großteil sei über Bayern eingereist, teilte Sozialministerin Emilia Müller am Mittwoch in München mit. Sie berief sich dabei auf das Erstaufnahmesystem "Easy" ("Erstverteilung von Asylbegehrenden").

Unter Fachleuten ist umstritten, wie genau das "Easy"-System die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland widerspiegelt. Manche Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen höher sind. Als Grund geben sie an, dass es wegen der Überlastung der Behörden inzwischen Wochen dauern könne, bis ein Flüchtling registriert wird. Andere glauben, dass die Zahlen niedriger sind, da Mehrfachregistrierungen ebenfalls vorkommen.

Rund 160.000 Flüchtlinge blieben Müller zufolge in Bayern, die anderen wurden nach dem bundesweiten Verteilungsschlüssel auf alle anderen Bundesländer verteilt. Müller bekräftigte: "Wir brauchen nun dringender denn je eine wirksame Begrenzung der Zuwanderung, denn Deutschland kann diese Zugänge nicht dauerhaft schultern."

Der Wille vieler Migranten, Europa zu erreichen, ist ungebrochen. Binnen einer Woche seien fast 30.000 weitere Menschen übers Mittelmeer in Griechenland oder Italien angekommen, so das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Meteorologen warnen vor Wetterumschwung in der Ägäis

Damit seien in diesem Jahr mehr als eine Million Menschen über die Mittelmeerroute geflüchtet. 848.000 kamen in Griechenland an, 153.000 Flüchtlinge landeten in Italien. 3735 Menschen seien bei der Überfahrt gestorben oder würden vermisst. Damit nahmen mehr als viermal so viele Menschen wie 2014 die Reise über das Mittelmeer auf sich. Fast die Hälfte der Menschen kam laut Uno aus Syrien, jeder Fünfte stammte aus Afghanistan, acht Prozent flohen aus dem Irak.

Das Wetteramt warnte am Mittwoch, dass eine schlagartige Wetterverschlechterung mit starken Winden und eisigen Temperaturen in der Ägäis bevorstehe. Die Überfahrt werde dann äußerst gefährlich.

Die große Mehrheit der Migranten strebt von Griechenland aus über die Balkanroute nach Deutschland. Die CSU will einem Bericht zufolge Flüchtlingen, die ohne gültige Ausweispapiere an der Grenze ankommen, die Einreise verwehren. Die "Passauer Neue Presse" zitierte aus der Beschlussvorlage der CSU-Landesgruppe, die Anfang Januar bei der Klausurtagung in Wildbad Kreuth verabschiedet werden soll. Demnach soll eine Einreise nur noch dann möglich sein, "wenn auch gültige Ausweisdokumente vorgezeigt werden können".

Vor einigen Tagen hatte die CSU mit ihrer Forderung nach einer Integrationspflicht für Menschen, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen, für Kritik gesorgt. Verweigerer sollen notfalls bestraft werden, heißt es ebenfalls in der Beschlussvorlage für die Tagung. Der Koalitionspartner SPD reagierte ebenso wie Grüne und Gewerkschaften mit scharfer Kritik.

ler/dpa

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