Klöckner kritisiert Großkonzerne Mehr Jobs für Flüchtlinge - "auch wenn es Kraft kostet"

Die deutsche Wirtschaft soll sich stärker um Flüchtlinge bemühen, fordert CDU-Politikerin Julia Klöckner. Die bisherige Einstellungspolitik der Konzerne sei "beschämend".

CDU-Politikerin Klöckner
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CDU-Politikerin Klöckner


Angela Merkel will große deutsche Konzerne bei der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen stärker in die Pflicht nehmen - und bekommt dabei Unterstützung von Julia Klöckner. Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende kritisierte das Engagement der Unternehmen. "Wenn ich die bescheidene Zahl von Flüchtlingen sehe, die bei den ganz großen Unternehmen einen Arbeitsplatz bekommen haben, dann ist das eher beschämend", sagte sie der "Schwäbischen Zeitung".

Klöckner forderte von der deutschen Wirtschaft mehr Anstrengungen zur Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt. "Den Worten aus der Wirtschaft, man bräuchte die vielen Flüchtlinge wegen des Arbeitsmarkts, sind nicht wirklich allzu viele Taten gefolgt." Die Unternehmen müssten sich beteiligen - "auch wenn es Kraft kostet".

Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge, will sich Merkel am 14. September mit den Chefs mehrerer Konzerne treffen, um über die Beschäftigung von Flüchtlingen zu sprechen. Merkel wolle die Unternehmen dazu bringen, mehr Lehrstellen und Jobs für Migranten anzubieten. An der Initiative "Wir zusammen" beteiligte Unternehmen wie Siemens, Evonik, Opel, RWE und VW sollten dabei auch über bisherige Flüchtlingsaktivitäten berichten.

brk/dpa

insgesamt 297 Beiträge
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GrinderFX 15.08.2016
1.
Schön was die Regierung alles so will. Nur warum sollten die Firmen extra schlechtere Leute einstellen, nur die Regierung das so will, wenn der Markt deutlich qualifiziertere liefert? Auch sind die meisten, auch wenn das wieder einige nicht hören wollen, einfach nicht gemacht für unseren Arbeitsmarkt. Die Qualifikationen sind so gering, dass man diese auch mit jahrelangen Schulungen nicht mehr wieder reinholen kann.
kritischer-spiegelleser 15.08.2016
2. Will sie
Das Bildungsniveau der Migranten ist eben doch nicht das was von der Wirtschaft und der Politik erwartet wurde. Jetzt muss eben der Steuerzahler für das Auskommen der Migranten sorgen!
kimmberlie.67 15.08.2016
3. Klöckner wirft Konzernen mangelndes Engagement vor
daran sieht man wieder das die Politiker in einer völlig anderen Welt leben. Ein Tipp: Bringt erst mal alle deutschen in Lohn und Brot. Wenn ihr das geschafft habt,haben die Flüchtlinge deutsch gelernt und können sich auf dem Arbeitsmarkt bewerben.
Mertrager 15.08.2016
4. Ja, so kommt man in die Zeitung
Sie weiß doch ganz genau, wo da die Probleme sind. Aber das ignoriert sie und macht auf Mainstrean.- Regierungsintern. Denn nur da und bei machen Presseorganen folgt man noch der "wir-schaffen-das"-Vorgabe von MM. Ansonsten ist bei den Beteiligten Ernüchterung eingekehrt. - Aber um aufs Bild zu kommen, muß man so was ausblenden.
karabas 15.08.2016
5. Heuchelei auf beiden Seiten
Politik und Medien haben uns Monatelang von wahnsinnig qualifizierten und Arbeitsmarkt-füllenden Arbeitskräften von Flüchtlingen eingetrichtert. Teile der Wirtschaft genauso. Vermutlich entweder weil zu abgehoben oder einfach weil politlage-opportunistisch. Nun denkt die Wirtschaft durchaus pragmatisch, wenn es darum geht Arbeitskräfte einzustellen. Es geht um Qualifikation, Verständigungsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit im Betrieb, Zuverlässigkeit usw. Religion/Herkunft sind den meisten Chefs völlig schnuppe. Und siehe da es findet sich scheinbar kaum jemand, der diesen Kriterien entspricht. Kein Chef will aus reinem politischen Willen Menschen anstellen, die nicht eine Reihe von Voraussetzungen mitbringen. Und nun die große poltische Panik. Man will es nicht wahr haben, also muss der Zwang her.
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