Unterbringung von Flüchtlingen Linkspartei will Wohnungsbesetzungen dulden

Tausende Flüchtlinge sind derzeit in Zelten untergebracht, zugleich steht viel Wohnraum leer. Angesichts des nahenden Winters schlägt die Linkspartei vor, Hausbesetzungen unter bestimmten Voraussetzungen zu dulden.

Unterkunft in Hamburg-Wilhelmsburg: Flüchtlinge in Zelten untergebracht
DPA

Unterkunft in Hamburg-Wilhelmsburg: Flüchtlinge in Zelten untergebracht


Die Linkspartei will die Besetzung leerstehender Häuser und Wohnungen legalisieren. Damit soll die Notlage bei der Unterbringung von Flüchtlingen gelindert werden. Der Leerstand von Wohnraum sei in der derzeitigen Situation "gesellschaftlich inakzeptabel", sagte Linken-Vorstandsmitglied Marco Höne. Er schlug vor, die Besetzung solcher Wohnungen zu dulden, die mehr als ein Jahr leerstehen.

"Anstatt in Bürokratie zu versanden, könnten Menschen schnell auf Missstände reagieren", argumentierte Höne. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt sei derzeit "am Anschlag", warnte er. Angesichts des nahenden Winters werde das Problem immer dringlicher, da Tausende Flüchtlinge noch in Zelten untergebracht seien.

Den Eigentümern der besetzten Immobilie solle das Recht zukommen, "die Besetzung zu beenden, wenn sie eine zweckmäßige Nutzungsabsicht nachweisen", schlug Höne vor. "Die Gesellschaft könnte so lokal, schnell und selbst organisiert auf Problemlagen reagieren."

brk/AFP

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.