ZDF-Umfrage Mehrheit ist mit Flüchtlingspolitik einverstanden

Ist das Engagement der Bundesregierung in der Flüchtlingskrise angemessen? Eine Mehrheit der Deutschen sieht das laut ZDF-Politbarometer so. Mit der Hilfe von anderen EU-Staaten rechnen hingegen nur wenige.

Eine junge Frau aus Syrien bedankt sich: Zustimmung für Maßnahmen
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Eine junge Frau aus Syrien bedankt sich: Zustimmung für Maßnahmen


Kurzfristig hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am vergangenen Wochenende Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland ohne Kontrollen einreisen lassen - und hat dafür offenbar Rückendeckung in der Bevölkerung. 66 Prozent der Befragten im ZDF-"Politbarometer" bezeichnen die Entscheidung als richtig. Nur ein knappes Drittel sieht das nicht so, teilte der Sender am Freitag mit.

Der Umfrage zufolge steigt die Zuversicht, dass Deutschland die Flüchtlinge aus den Krisengebieten auch verkraften kann: 62 Prozent stimmten dem zu, im August waren es noch zwei Prozent weniger. 35 Prozent stimmten der Aussage nicht zu; im August waren es noch 37 Prozent.

Auch das von der schwarz-roten Koalition beschlossene Maßnahmenpaket zur Flüchtlingshilfe findet überwiegend Zustimmung. Mehr Sach- statt Geldleistungen für Flüchtlinge befürworten 82 Prozent. Die bisher geplanten Ausgaben von insgesamt sechs Milliarden Euro im kommenden Jahr finden 43 Prozent angemessen, 25 Prozent der Befragten ist das zu wenig. 22 Prozent halten das für zu viel.

Alles in allem schätzt etwas mehr als die Hälfte aller Befragten den Umfang des Engagements als gerade richtig ein. 21 Prozent fordern mehr Anstrengungen; 17 Prozent meinen, dass zu viel für Flüchtlinge und Asylbewerber in Deutschland getan wird.

Dass die Flüchtlinge - wie von der Bundesregierung und der EU-Kommission gefordert - bald gleichmäßiger auf die EU-Länder verteilt werden, glaubt nur eine Minderheit. Ein knappes Viertel aller Befragten glaubt, dass es dazu kommen wird, 72 rechnen nicht damit.

vks/dpa

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