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Flüchtlingskrise: Mehrheit der Deutschen für umstrittene Transitzonen

Registrierung eines Flüchtlings (in Heidelberg): 71 Prozent der Deutschen für Transitzonen Zur Großansicht
REUTERS

Registrierung eines Flüchtlings (in Heidelberg): 71 Prozent der Deutschen für Transitzonen

Sollen in speziellen Zentren Asylanträge im Eilverfahren abgewickelt werden? Ja, sagen mehr als zwei Drittel der Deutschen in einer aktuellen Umfrage. Die CDU verliert an Unterstützung.

Die Transitzentren für Flüchtlinge sollen in Grenznähe eingerichtet werden. Dort sollen Beamte in Schnellverfahren die Schutzbedürftigkeit der Hilfesuchenden prüfen, Ankommende ohne gültigen Ausweis grundsätzlich abgewiesen werden - so jedenfalls ist die Vorstellung von CSU-Chef Horst Seehofer. Er und CDU-Vertreter verlangen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Wechsel in der Flüchtlingspolitik.

Sie bekommen mit ihrer Forderung Unterstützung von der Mehrheit der Deutschen:

  • 25 Prozent sind gegen die Transitzonen. (Vier Prozent geben "weiß nicht" an).

46 Prozent der Befragten glauben, dass Deutschland die vielen Flüchtlinge, die zu uns kommen, verkraften kann. 51 Prozent glauben das nicht. Für die Erhebung haben die Demoskopen der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 20. bis 22. Oktober 2015 bei 1258 Deutsche telefonisch befragt.

Union verliert Stimmen

Die Union verliert der Umfrage zufolge an Zuspruch: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen CDU und CSU nur noch auf 39 Prozent (minus zwei). In der Erhebung des aktuellen Deutschlandtrends für das ARD-"Morgenmagazin" erreicht die Union 38 Prozent der Stimmen (im Vergleich zum Deutschlandtrend vom 1. Oktober 2015 minus zwei Prozentpunkte). Das ist ihr schlechtester Wert seit mehr als einem Jahr, den die Demoskopen von Infratest dimap erhoben haben. CDU und CSU hatten zuletzt im Deutschlandtrend im Frühsommer 2014 einen Wert von 38 Prozent.

Die AfD liegt laut der Demoskopen mittlerweile bei acht Prozent der Stimmen (plus zwei Prozentpunkte). Allerdings sehen die Meinungsforscher der Forschungsgruppe Wahlen die Partei bei unverändert sechs Prozent.

Die Fehlertoleranz liegt bei der ZDF-Umfrage je nach Parteianteil bei zwei bis drei Prozentpunkten, bei der ARD bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten je nach Anteilswert. Infratest dimap befragte vom 19. bis 21. Oktober 2015 telefonisch 1000 Deutsche.

Drei Viertel der Bundesbürger sind sich laut der ARD-Umfrage sicher, dass die Zuwanderung von Flüchtlingen die deutsche Gesellschaft stark bis sehr stark verändern wird:

  • 50 Prozent gehen von einem starken,

  • 26 Prozent sogar von einem sehr starken gesellschaftlichen Wandel aus.

  • 21 Prozent rechneten mit geringen Folgen, nur ein Prozent mit gar keinen Folgen.

heb

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