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Besuch in Berlin-Spandau: Flüchtlinge begrüßen Merkel mit Applaus

REUTERS

Kanzlerin Merkel hat in Berlin eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber besucht. Sie warb dafür, dass Flüchtlinge schnell in Jobs vermittelt werden - und betonte die Rolle der Kinder für die Integration.

Angela Merkel (CDU) hat Behörden und Helfern für ihren anstrengenden Einsatz bei der Flüchtlingsbetreuung gedankt.

Die Bundeskanzlerin besuchte heute eine Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in Berlin. Dort betonte sie, wie wichtig es sei, die asylberechtigten Menschen rasch zu integrieren - etwa durch eine möglichst baldige Vermittlung in Arbeit nach Klärung ihres Aufenthaltsstatus.

Dazu solle schnell Kontakt zwischen diesen Flüchtlingen und der Bundesagentur für Arbeit hergestellt werden.

Im Alltag werde die Integration "sicher zum Teil über die Kinder stattfinden, die in den Kindergärten schnell Deutsch lernen", sagte die Kanzlerin, die sich in Berlin auch eine Erstaufnahmeeinrichtung angesehen hatte.

Kanzlerin Merkel in Flüchtlingsunterkunft: Applaus von Flüchtlingen Zur Großansicht
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Kanzlerin Merkel in Flüchtlingsunterkunft: Applaus von Flüchtlingen

Im Bamf stauen sich Berichten zufolge mehr als 270.000 Asylanträge - die Kanzlerin verteidigte die Behörde dennoch. Die Bamf-Beschäftigten arbeiteten angesichts der derzeitigen Masse an Asylanträgen "unter ganz besonderen, schwierigen Bedingungen".

Nicht immer könne die Bearbeitung sofort erfolgen. Sie stelle aber fest, sagte Merkel, "dass jedes Schicksal auch ernst genommen wird". In der Awo-Erstaufnahme habe sie beeindruckt, "mit wie viel Liebe und Zuneigung die Flüchtlinge hier auch beherbergt werden". Bei ihrem Besuch in Berlin-Spandau wurde Merkel von Flüchtlingen mit Applaus begrüßt.

Anschließend traf die Kanzlerin in der Ferdinand-Freiligrath-Schule im Berliner Stadtteil Kreuzberg Schüler einer sogenannten Willkommensklasse. Solche Klassen sind für Flüchtlingskinder gedacht, die noch kein Deutsch sprechen. Dieses Konzept in Berlin, "jedem, der herkommt schnell einen Platz in solchen Willkommensklassen zu geben", bezeichnete Merkel als zukunftsweisend.

Die große Zahl an Flüchtlingen, die in die Hauptstadt kommen, bezeichnete die Kanzlerin als "riesige Herausforderung". Merkel sagte jedoch: "Es lohnt sich, sich um jedes einzelne Kind zu mühen. Es gibt so viel Enthusiasmus hier."

Weil: Ehrenamtliche sind "Helden des Sommers 2015"

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat den Umgang mit der Flüchtlingskrise zur Nagelprobe für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland erklärt.

In seiner Regierungserklärung während einer Sondersitzung des Landtags betonte der SPD-Politiker in Hannover, auf dem Spiel stehe mehr als die Aufnahme von Flüchtlingen: "Es geht auch um uns, um die Zukunft unserer Gesellschaft." Zum ehrenamtlichen Engagement Tausender Flüchtlingshelfer sagte Weil: "Diese Bürgerinnen und Bürger sind die stillen Helden des Sommers 2015, sie sind die besten Botschafterinnen und Botschafter unseres Landes. Ihnen allen ein herzliches Dankeschön!"

In diesem Jahr werden allein in Niedersachsen 80.000 Flüchtlinge erwartet. Weil forderte den Bund dazu auf, sich unbefristet und in Abhängigkeit von der Flüchtlingszahl an den Kosten für deren Betreuung zu beteiligen - nur so könne die Handlungsfähigkeit der überforderten Kommunen aufrechterhalten werden.

anr/vek/AFP/dpa

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