Integrationsdebatte Lammert fordert von Flüchtlingen Anpassung an "Leitkultur"

Bundestagspräsident Norbert Lammert schaltet sich in die Diskussion über die Integration von Flüchtlingen ein: Wer nach Deutschland komme, wandere "nicht in die Bundesliga, sondern ins Grundgesetz" ein.

Lammert: "Regeln für das Zusammenleben gelten ausnahmslos"
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Lammert: "Regeln für das Zusammenleben gelten ausnahmslos"


Bundestagspräsident Norbert Lammert hat sich für eine Begrenzung der Zuwanderung von Flüchtlingen nach Deutschland ausgesprochen. Dies sei "eine notwendige Voraussetzung für das Einlösen des Asylrechts", sagte er der "Rheinischen Post".

Lammert forderte auch, dass sich die ankommenden Flüchtlinge der deutschen "Leitkultur" anpassen. "Wir brauchen - mit oder ohne diesen Begriff - eine Leitkultur, weil eine Gesellschaft Vielfalt nur erträgt, wenn es ein Maß an Gemeinsamkeit gibt, das nicht zur Disposition steht."

Denn die Integration sei nicht nur eine große Aufgabe für Staat und Gesellschaft, sondern verlange auch den Flüchtlingen einiges ab, sagte Lammert. "Wir müssen immer wieder deutlich machen, dass, wer nach Deutschland kommt, nicht in die Bundesliga einwandert, sondern ins Grundgesetz und seine Regeln für das Zusammenleben in dieser Gesellschaft. Das gilt ausnahmslos."

Lammert äußerte sich auch zur Kritik innerhalb der Union an Angela Merkels Flüchtlingspolitik. "Selbst diejenigen, die ihre Sorgen in der Flüchtlingsfrage stärker betonen, lassen an ihrer Loyalität zur Kanzlerin keinen Zweifel", sagte der Bundestagspräsident. "Übrigens angeführt von Horst Seehofer, der immer wieder betont, dass er Merkel für die unbestrittene gemeinsame Kanzlerkandidatin für 2017 hält."

als/dpa



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