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Essen: SPD-Verbände organisieren Protest gegen Asylbewerberheime

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Essen: "Es kann nicht sein..."

In Nordrhein-Westfalen rufen mehrere SPD-Ortsverbände zu einem Marsch und Straßenblockaden auf. Sie wollen gegen eine angeblich unfaire Verteilung von Flüchtlingen in Essen protestieren. Motto: "Genug ist genug - Integration hat Grenzen!"

Seit Monaten streitet die Republik über die Verteilung von Flüchtlingen auf Länder und Kommunen. Proteste gab es dabei häufig, meistens von Gruppen wie Pegida, AfD oder der NPD.

In Nordrhein-Westfalen wollen nun auch SPD-Politiker wegen Asylbewerberunterkünften auf die Straße gehen: Die Essener Ortsverbände Altenessen, Karnap und Vogelheim rufen zu einem "Solidaritätslauf" am Dienstag auf - unter dem Motto: "Genug ist genug - Integration hat Grenzen - der Norden ist voll".

Die SPD-Ortsverbände beklagen, dass in Essen die meisten Hilfesuchenden im Norden der Stadt untergebracht werden: "Es kann nicht sein, dass mehr als 70 Prozent der neuen Flüchtlingsunterkünfte im Essener Norden errichtet werden sollen", heißt es in einem Aufruf auf Facebook.

"Es wird wohl einiges missverstanden"

"Unsere Stadt ist groß genug", argumentieren die Lokalpolitiker. In einer Mitteilung auf der Homepage des Ortsvereins Essen-Altenessen steht: "Der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund beträgt hier derzeit über 40 Prozent. Mit dem Zuzug weiterer Migranten in die geplanten Massenunterkünfte, sind die Menschen vor Ort nicht mehr bereit und in der Lage, weitere Integrationsleistungen zu schultern."

Stephan Duda, einer der Initiatoren der Demo in Essen, plant offenbar sogar eine Sitzblockade während des sogenannten Lichtermarsches. "Wenn sich viele beteiligen, könnten wir es schaffen, den Stauder Kreisel zu blockieren und den Verkehr zum Erliegen zu bringen", schreibt er auf Facebook, und: "Es ist wichtig, hiermit ein klares Signal zu erzeugen."

Auf Facebook beschwerten sich Dutzende Nutzer, auch Politiker anderer Parteien. Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, bezeichnete die Ankündigung der Demonstration auf Twitter als "ziemlich unfassbar". Matthias Höhn, Bundesgeschäftsführer der Linken, schrieb unter Bezug auf das Motto "Genug ist genug" auf Twitter: "Liebe SPD, genug ist genug, in der Tat!"

SPD-Lokalpolitiker Duda rechtfertigt sich: "Es wird wohl einiges missverstanden. Ich bin selber Ehrenamtler und aktiv in der Flüchtlingshilfe tätig. Ich freue mich, wenn ich sehe, wie dankbar die Menschen sind. Hier geht es einzig und allein um die geplante Standortauswahl der zukünftigen Unterkünfte und die damit ungerechte Verteilung."

Zum Namen der geplanten Kundgebung ("Genug ist genug") schreibt Duda: "Ob das der richtige war, kann man natürlich diskutieren."

BITTE DIESEN POST TEILEN, DENN NUR GEMEINSAM KÖNNEN WIR WAS ERREICHEN. DankeDEMO GENUG ist GENUGSORRY Bild musste...

Posted by Stephan Duda - SPD Essen-Karnap on Friday, January 22, 2016

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