Passau Syrisches Kind malt ergreifendes Bild für Bundespolizisten

Ruinen, Sniper, Krücken einerseits; Herzchen und die deutsche Fahne andererseits: Ein Flüchtlingskind aus Syrien hat der Polizei ein Bild gemalt, das seine neue und seine alte Welt zeigt. Die Beamten waren schockiert.


Ein Flüchtlingskind aus Syrien hat sich die Wartezeit in der Aufnahmestelle Passau damit vertrieben, ein Bild zu malen. Das machen viele Kinder so, weil Warten schließlich langweilig ist. Die fertige Zeichnung überreichte das Kind den Beamten in der Dienststelle als Geschenk und die zeigten sich sichtlich berührt. Denn das Bild hat es in sich.

Die Zeichnung ist zweigeteilt und zeigt zum einen die brutalen Zustände in dem Heimatland und zum anderen das neue Leben in Deutschland. Auf der Hälfte mit der syrischen Flagge ist ein zerstörtes Haus zu sehen, abgetrennte Gliedmaßen liegen auf der Straße, aus dem Hinterhalt wird geschossen, eine Leiche liegt am Boden und ein Kind mit einem abgerissenen Fuß läuft an Krücken.

Auf der Hälfte mit der deutschen Flagge steht ein großes Haus mit einem langen Zufahrtsweg und Menschen mit Koffern. Die deutsche Fahne und das Wort "Polizi" sind jeweils von roten Herzen umrahmt.

"Wie das Kind die beiden Welten sieht, ist schon schwer beeindruckend", sagte am Freitag der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Freyung, Thomas Schweikl. Das Bild hänge nun an einer Trennwand im Wartebereich der Aufnahmestelle Passau. Aus welcher syrischen Stadt das Kind stammt oder wie alt es ist, darüber konnte der Sprecher keine Angaben machen. Er konnte lediglich berichten, dass das Kind mit seiner Familie nach Deutschland gekommen ist.

Vermutlich handelt es sich bei dem kleinen Zeichner um einen Jungen, denn der erste Teil der Signatur unten rechts im Bild könnte Mohammed bedeuten. Dort finden sich die Buchstaben MHMD, die im Arabischen für den Vornamen Mohammed stehen.

Über die deutsch-österreichische Grenze bei Passau kamen zuletzt täglich Tausende Flüchtlinge nach Deutschland. Unter ihnen sind viele Kriegsflüchtlinge aus Syrien - mit teilweise traumatischen Erlebnissen in ihrer Heimat.

ler/dpa

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