Flüchtlingshilfe Von der Leyen nahm Syrer bei sich auf

Die Bundesverteidigungsministerin hat zeitweise einen jungen Flüchtling privat aufgenommen. Familie von der Leyen hatte den Syrer beim Reitsport kennengelernt. Die gemeinsame Zeit fand die Ministerin "unglaublich lehrreich".

Verteidigungsministerin von der Leyen: "Er musste sich durchbeißen"
DPA

Verteidigungsministerin von der Leyen: "Er musste sich durchbeißen"


Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat zeitweise einen syrischen Flüchtling bei sich aufgenommen. Im Herbst 2014 sei der heute 20-Jährige in das Haus der von der Leyens in Beinhorn nahe Hannover eingezogen, berichtet die "Bild am Sonntag". Die Ministerin habe ihm bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und bei der Integration in den deutschen Alltag geholfen.

Anfang 2014 war der junge Mann allein aus seiner Heimatstadt Damaskus über Jordanien nach Düsseldorf geflohen. Mit der Familie von der Leyen hielt er zu dieser Zeit bereits Kontakt. Er hatte eine Tochter von der Leyens im Jahr 2011 über den Reitsport kennengelernt. "Er hat unser Leben bereichert", sagte die CDU-Politikerin der Zeitung. "Für meine Kinder ist es unglaublich lehrreich zu sehen, wie sehr er sich durchbeißen musste."

Seit Frühjahr 2015 absolviert der Flüchtling eine Ausbildung als Pilot an einer Flugschule. Er habe eine kleine Wohnung in Hannover und einen sicheren Aufenthaltsstatus. Auch dieses Jahr feiert der junge Mann Weihnachten bei den von der Leyens. Die Ministerin sagte, der Syrer zeige, "wie viel Kraft in so jungen Flüchtlingen steckt, wenn wir ihnen am Anfang Zuversicht geben". Sie betonte: "So viele Flüchtlinge wollen Fuß fassen und etwas in Deutschland schaffen. Diesen Schwung sollten wir aufnehmen und fördern, dann gelingt Integration."

Der Syrer gibt dem Bericht zufolge mittlerweile die Hilfe, die er erfahren hat, an andere Flüchtlinge weiter. Zweimal in der Woche sei er als Helfer in einer Asylunterkunft aktiv. Auf staatliche Leistungen in Deutschland habe der Syrer bewusst verzichtet, da seine Familie über genügend Geld verfüge: "Es gibt Flüchtlinge, die das Geld vom Staat dringender brauchen. Ich habe nur Sicherheit gesucht", zitierte das Blatt den jungen Mann. Er sei aus seiner Heimatstadt Damaskus geflohen, weil er in der Armee des syrischen Machthabers Baschar al-Assad kämpfen sollte. Da er Sunnit sei, hätten ihn auch die Rebellen rekrutieren wollen.

cpa/AFP/dpa

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