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Flüchtlinge: Deutschland bewilligt jeden zweiten Asylantrag

Asylbewerber in Berlin: Menschen aus Syrien, Irak und Eritrea bekommen Schutz Zur Großansicht
REUTERS

Asylbewerber in Berlin: Menschen aus Syrien, Irak und Eritrea bekommen Schutz

Hunderttausende Flüchtlinge kommen nach Europa, viele von ihnen dürfen vorerst in Deutschland bleiben. Nach Informationen des SPIEGEL wurde von Januar bis März jeder zweite Asylantrag bewilligt.

Deutschland hat in den ersten drei Monaten 2015 so viele Flüchtlinge anerkannt wie seit Jahren nicht. Insgesamt wurde jeder zweite Antrag bewilligt. Bei Flüchtlingen aus Syrien, Eritrea und dem Irak lag die bereinigte Schutzquote bei fast hundert Prozent. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die dem SPIEGEL vorliegt. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat in sechs Fällen auch Flüchtlingen aus Mazedonien Schutz gewährt, obwohl die Bundesregierung den Balkanstaat erst im November 2014 als sicheres Herkunftsland eingestuft hatte.

Grundsätzlich werden Asylanträge schneller bearbeitet als in der Vergangenheit. Das Bamf wickelt Verfahren derzeit innerhalb von durchschnittlich fünf Monaten ab. Wie schnell eine Entscheidung getroffen wird, hängt jedoch stark vom Herkunftsland des Antragstellers ab. Während Syrer schon nach vier Monaten mit einem Bescheid rechnen dürfen, müssen etwa Pakistaner im Schnitt eineinhalb Jahre auf eine Antwort warten.

Die Behörden schieben zudem Migranten seltener gemäß dem Dublin-Verfahren in einen EU-Mitgliedstaat ab. Laut der Verordnung müssen Flüchtlinge dort Asyl beantragen, wo sie zuerst europäischen Boden betreten. Im ersten Quartal 2015 schickte Deutschland lediglich zwölf Prozent sogenannter Dublin-Flüchtlinge zurück. "Die Zahlen belegen, dass das Dublin-System gescheitert ist", sagt Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 46 Beiträge
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1.
kimba_2014 22.05.2015
Nur, dass die Mehrzahl von diesen Leuten keine Flüchtlinge sind, sondern illegale Einwanderer. Oder warum muss man aus Albanien, Marokko oder Tunesien "flüchten", wo andere Urlaub machen? Die Bundesregierung hat die Pflicht und Schuldigkeit, die geltenden Gesetze anzuwenden und abgelehnte "Flüchtlinge", Asylbewerber oder wie man sie sonst noch nennen mag, abzuschieben.
2. Irrtum,
Tigerwurth 22.05.2015
Sie sollten sich einfach einmal mit der Genfer Flüchtlingskonvention befassen. Dort können Sie lesen, welche Asylgründe es gibt. Dort können Sie auch nichts davon lesen, daß Flüchtlinge aus Ländern, in denen Deutsche "Urlaub machen" nicht anerkannt werden dürfen. Im übrigen ist jeder Asylanwärter als Einzelfall zu behandeln und kann nicht einfach abgelehnt werden, weil zum Beispiel Sie der Meinung sind, er verdiene diesen Status nicht.
3. Watt nu?
huddi03 22.05.2015
Wo in Foren zur Flüchtlingsproblematik von gefühlt drei Vierteln der Mitforisten stets behauptet wurde dass die Anerkennungsquoten so um die drei Prozent liegen.
4.
serafino 22.05.2015
Zitat von kimba_2014Nur, dass die Mehrzahl von diesen Leuten keine Flüchtlinge sind, sondern illegale Einwanderer. Oder warum muss man aus Albanien, Marokko oder Tunesien "flüchten", wo andere Urlaub machen? Die Bundesregierung hat die Pflicht und Schuldigkeit, die geltenden Gesetze anzuwenden und abgelehnte "Flüchtlinge", Asylbewerber oder wie man sie sonst noch nennen mag, abzuschieben.
Thema verfehlt, setzen, 6. Hier geht es um angenommene Asylbewerber. Die Mehrzahl von denen kommen aus Ländern, bei denen es offensichtlich ist, wie z.B. Syrien oder Eritrea. Und auch der Rest sind keine illegalen Einwanderer, da diese ja eigentlich nicht entdeckt werden wollen. Heisst ja nicht umsonst illegal.
5. Wer soll das bezahlen ?
nickleby 22.05.2015
Jeder Asylbewerber, Flüchtling kostet mit allen Aufwendungen ca.€ 70000 pro Jahr. Bei 1 Million Menschen kommen wir schnell auf einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag. Das kann unser Staat nicht leisten, ohne Gefahr zu laufen in einem finanziellen und gesellschaftlichen Desaster zu enden. I
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