Flüchtlinge in Deutschland Zahl der Asylbewerber steigt auf Höchstwert seit 1993

Im Juli wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 19.431 Asylanträge gestellt. Das sind 75,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Vor allem die Zahl der irakischen Flüchtlinge ist stark gestiegen.

Asylbewerber in Zirndorf, Bayern: Das Bundesamt verzeichnet die höchste Monatszahl von Bewerbern seit 1993
DPA

Asylbewerber in Zirndorf, Bayern: Das Bundesamt verzeichnet die höchste Monatszahl von Bewerbern seit 1993


Berlin - Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland steigt weiter an. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gingen 19.431 Asylanträge ein. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 75,6 Prozent mehr - und auch der Vergleich zum Vormonat ergibt einen Zuwachs von 38,6 Prozent. Das ist zugleich der höchste Monatswert seit Juli 1993.

Laut Angaben des Ministeriums kamen die meisten Asylbewerber erneut aus dem Bürgerkriegsland Syrien, danach folgen Serbien, Eritrea und der Irak. 1626 neue Anträge gingen im Juli 2014 von Irakern ein, nachdem es im Vormonat nur 587 waren. Das Gros dieser Anträge waren allerdings Folgeanträge von Irakern, die zunächst nicht als Asylbewerber anerkannt worden waren. Nur 345 wurden erstmals gestellt.

Bei den Syrern wurden 3527 Erstanträge und 138 Folgeanträge gestellt. Die zweitgrößte Gruppe unter den Antragstellern bildeten die Serben mit insgesamt 2465 Anträgen, drittstärkstes Herkunftsland war im Juli Eritrea mit 1951 Anträgen.

In der Zeit von Januar bis Juli 2014 haben insgesamt 97.093 Menschen in Deutschland Asyl beantragt. Das sind 62 Prozent mehr als in den ersten sieben Monaten 2013. Etwa 20 Prozent der Antragsteller wurden als Flüchtlinge anerkannt. Die Zahl der noch nicht erledigten Anträge lag bei 123.000.

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vek/AFP/dpa

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