Gewalt in Deutschland Zahl der Straftaten gegen Asylbewerber nimmt ab

In fast 2000 Fällen waren Flüchtlinge in Deutschland im vergangenen Jahr Opfer von Gewalt. Damit ist die Zahl der strafbaren Übergriffe niedriger als in den Jahren zuvor.

Brand in Asylbewerberunterkunft Haßmersheim (Juli 2018)
DPA

Brand in Asylbewerberunterkunft Haßmersheim (Juli 2018)


Beinahe 2000 Straftaten gegen Flüchtlinge und Asylbewerberunterkünfte haben die Behörden im vergangenen Jahr registriert. Die Taten reichen von Beleidigung über Sachbeschädigung bis hin zu gefährlicher Körperverletzung und Mord.

Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die meisten Übergriffe (1775 Taten) richteten sich gegen Geflüchtete außerhalb von Unterkünften. 173 Straftaten zielten auf Unterkünfte ab. Insgesamt 315 Menschen wurden verletzt. Damit liegt die Zahl der Übergriffe unter denen der Jahre 2016 und 2017 - Nachmeldungen sind aber noch möglich.

2017 gab es laut Statistiken zur politisch motivierten Gewalt 1903 Übergriffe auf Asylbewerber und Flüchtlinge und 312 Angriffe gegen Unterkünfte. Im Jahr 2016 waren es 2561 Übergriffe und 995 Angriffe.

"Gewalttaten und Bedrohungen mit Waffen oder Sprengstoff kommen statistisch gesehen jeden Tag vor", sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke. "Verantwortung für diese Gewalt tragen nicht nur die AfD und andere rechte Gruppierungen, die ihre rassistische Hetze allerorten verbreiten. Schuld ist auch die Union, die keine Gelegenheit auslässt, Schutzsuchende als Kriminelle darzustellen und Migration zu dämonisieren. Damit muss endlich Schluss sein."

abl/dpa



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