Palästinensisches Flüchtlingsmädchen Reem bekommt sicheren Aufenthaltstitel bis März

Die Tränen vor der Kanzlerin haben die Palästinenserin Reem bekannt gemacht, nun haben sich die Chancen der Schülerin auf ein dauerhaftes Leben in Deutschland verbessert. Doch die Sicherheit währt erst mal nur kurz.

Merkel und die Schülerin Reem am 15. Juli beim Bürgerdialog in Rostock: Damit die Familie zusammenbleiben kann, werde keiner abgeschoben
DPA

Merkel und die Schülerin Reem am 15. Juli beim Bürgerdialog in Rostock: Damit die Familie zusammenbleiben kann, werde keiner abgeschoben


Die 14-jährige Palästinenserin Reem und ihr Vater haben ein befristetes Aufenthaltsrecht in Deutschland erhalten. Das teilte die Stadt Rostock, wo die Familie lebt, am Freitag mit. "Ich freue mich, dass wir innerhalb der gesetzlichen Vorgaben weitere Weichen für eine gute Perspektive stellen konnten", erklärte dazu der Rostocker Finanz- und Verwaltungssenator Chris Müller. Reem sei "ein Beispiel für gelingende Integration in unserer Hansestadt."

Das Mädchen war durch seine Begegnung mit Angela Merkel bekannt geworden. Bei einem Gespräch der Bundeskanzlerin mit Jugendlichen in Rostock Mitte Juli war die 14-Jährige in Tränen ausgebrochen, weil Merkel deutlich gemacht hatte, dass nicht alle Flüchtlinge nach Deutschland kommen könnten und dass manche auch wieder zurückgehen müssten.

Die Kanzlerin hatte das Mädchen, als sie dessen Reaktion bemerkte, gestreichelt und zu trösten versucht. Das Verhalten Merkels löste eine kontroverse Diskussion vor allem im Internet aus.

Die Familie hatte bislang lediglich den unsicheren Status der Duldung, der Abschiebungen lediglich für einen kurzen Zeitraum aussetzt. Die Duldung muss wieder und wieder verlängert werden, die Betroffenen haben deshalb ständig Angst, abgeschoben zu werden.

Nun wurde Reem und ihrem Vater zunächst bis März 2016 der rechtliche Status "humanitärer Aufenthalt" zuerkannt. Weitere Familienmitglieder bleiben "geduldet", die Stadt Rostock sicherte aber zu: "Damit die Familie zusammenbleiben kann, wird keine Abschiebung stattfinden."

sun/AFP

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insgesamt 8 Beiträge
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bruns 05.09.2015
1.
Das Maedchen und ihre Familie sind keine Fluechtlinge. Sie ist fuer medizinische Behandlung nach Deutschland gekommen.
lapetrovna 05.09.2015
2. Um Gotteswillen...Grausam zu denken,
dass Reem und Familie eines Tages abgeschoben werden...Die Aufenthalts-Genehmigung wird von deutscher Sicht her, sicherlich als extrem guetig, wohlwollend, gutmenschlich usw, ad nauseam, gesehen....Wobei diese Familie wohl jeden Abend friedlich einschlaeft, erst in sechs plus Monaten faellt das Beil, Aufatmen, bitte!!!
urknallmarinchen@yahoo.de 05.09.2015
3. Die Gründe für Abschiebung sind oft kaum nachvollziehbar
Maßstab sollte m.M.n. doch sein, wie ein Asylbewerber bereit ist unsere Werte anzuerkennen und diese auch zu leben, d.h. auch seine Frau / seine Kinder nicht zu schlagen, keinen Zwang bei der Partnerwahl seiner Kinder (Zwangsheirat) auszuüben, nicht kriminell zu werden usw. Stattdessen hört man immer wieder von Abschiebungen wo der Betreffende z.B. hier gut integriert ist, einen Job hat und dann in ein Land gehen soll, wo er überhaupt keine Chance hat, ja oftmals kaum dessen Sprache mächtig ist und dann auch noch von seinen nächsten Bezugspersonen getrennt werden soll. Da unser Land ja bekanntlich Einwanderung braucht, liegt hier offenbar etwas total im argen. Während dem Innenminister nur eine Grundgesetzänderung einfällt, wird der gesunde Menschenverstand wohl möglicherweise oftmals zu wenig bemüht.
jamguy 05.09.2015
4. Der Fall is klar!
Der Asylstatus und somit das Bleiberecht in Deutschland verfällt und darum hat man die Abschiebung lediglich bis zum Frühjahr 016 verögert.
Oskar Mayer Wiener 05.09.2015
5. Lohnenswert
Na dann hat es sich ja gelohnt, dass die Kanzlerin sich vor der Netzgemeinde blamiert hat.
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