Offenbar Brandstiftung Wieder brannten geplante Flüchtlingsunterkünfte

Die Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte gehen weiter: Ein Feuer brannte in einem Gebäude in Remchingen bei Karlsruhe. Verletzt wurde niemand, die Polizei geht von Brandstiftung aus. In Waldaschaff brannte eine Garage.

Brandschäden in Remchingen: Zahl der Anschläge steigt
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Brandschäden in Remchingen: Zahl der Anschläge steigt


Die Zahl der Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte steigt - auch in der Nacht zum Samstag wurden wieder zwei verübt: In einem Gebäude in Remchingen-Singen bei Karlsruhe verursachte ein Feuer einen Sachschaden in Höhe von rund 70.000 Euro. Die Polizei geht inzwischen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Das Haus sei als Asylbewerberunterkunft vorgesehen, habe aber noch leer gestanden. Verletzt wurde laut Bericht niemand.

Am frühen Samstagmorgen brannte es außerdem in der Garage einer Asylbewerberunterkunft in Waldaschaff im Landkreis Aschaffenburg. Verletzt wurde ebenfalls niemand. "Warum es zu dem Ausbruch des Feuers an einem in der Garage stehenden Papiercontainer gekommen ist, steht derzeit noch nicht fest", teilte die Polizei mit. An dem Gebäude sei kein Schaden entstanden.

Die Zahl der Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte steigt:

  • Zuletzt wurde im bayerischen Reichertshofen ein Brandanschlag verübt. Dadurch wurde in der Nacht zum Donnerstag laut Polizei ein Nebengebäude zerstört. Die eigentliche Flüchtlingsunterkunft blieb demnach nahezu unbeschädigt. Im September sollten dort 67 Asylbewerber einziehen. Die Polizei schätzt die Höhe des Sachschadens auf 150 000 Euro.
  • Auf ein Asylbewerberheim im sächsischen Böhlen waren wenige Tage zuvor mehrfach Schüsse abgegeben worden. Verletzt wurde niemand. Eine Fensterscheibe und Teile der Fassadenverglasung gehen zu Bruch.
  • In der Nacht zum 1. Juli wurde eine geplante Flüchtlingsunterkunft im hessischen Mengerskirchen mit Schweineköpfen, Innereien und Schmierereien beschmutzt.
  • In der sächsischen Stadt Meißen wurde in der Nacht zum 28. Juni ein Brandanschlag auf eine noch unbewohnte Unterkunft verübt. Einen Tag später wurde in Lübeck in einem Rohbau für ein Asylbewerberheim Feuer gelegt.
  • In Limburgerhof in Rheinland-Pfalz zündeten in der Nacht zum 6. Mai Unbekannte eine noch im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft an.
  • In der Nacht zum 4. April wurde in einer fast fertigen Flüchtlingsunterkunft in Tröglitz (Sachsen-Anhalt) Feuer gelegt.
  • Am 9. Februar wurde eine Flüchtlingsunterkunft in Escheburg bei Hamburg durch einen Brand unbewohnbar. Ein Finanzbeamter gestand, er habe verhindern wollen, dass irakische Kriegsflüchtlinge in die Doppelhaushälfte einziehen. Er erhielt im Mai zwei Jahre Haft auf Bewährung.
  • In der Nacht zum 12. Dezember 2014 steckten Unbekannte in Vorra (Bayern) einen als Flüchtlingsunterkunft umgebauten Gasthof samt Scheune und ein frisch renoviertes Wohnhaus an.

vek/AFP/dpa

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klogschieter 18.07.2015
1. Witz!
Gestern oder vorgestern, so genau weiß ich das nicht mehr, hat ein lieber Kollege aus der Spiegel Online-Redaktion einen Kommentar veröffentlicht, in dem er Bezug nimmt auf die Forderung, Google möge doch bitte schleunigst eine Karte löschen, auf der mit bemerkenswerter Akribie sämtliche bestehenden und geplanten Flüchtlingsunterkünfte in ganz Deutschland verzeichnet waren. Google hat diesem Ansinnen schließlich entsprochen, was wiederum besagtem Journalisten so gar nicht in den Kram passte. Mit dem Verweis auf die demokratische Meinungsfreiheit verlangte er, tendenziell fremdenfeindlichen Umtrieben müsse mit Kreativität und Witz begegnet werden, um u.a. mit den Befürwortern einer solchen Karte in einen kritischen Dialog eintreten zu können. Ich bin nicht bereit, das möglicherweise Wenige, das ich an Kreativität und Witz zu bieten habe, an diese Leute zu verschwenden. Auch deshalb, weil diese Figuren explizit zu dumm sind, dergleichen zu verstehen. Die Karte war nichts anderes als ein Appell, sich kollektiv gegen Flüchtlinge einig zu sein, sich gegen sie zu verbünden und, ja verdammt, gegen sie aktiv zu werden. Diese Karte hatte mit der unantastbaren Würde des Menschen nicht das Allergeringste zu tun und fällt deswegen eben nicht unter das Recht auf freie Meinungsäußerung. Hätte der Autor besagten Artikels sich die Äußerungen freier Bürger in den sozialen Netzwerken, speziell facebook, mal zu Gemüte geführt, hätte er sich einen Eindruck verschaffen können, was für eine Dose hier aufgemacht wurde. Bisher wurden nur leerstehende Unterkünfte angezündet. Aber da geht noch mehr. Fragen Sie mal nach in Rostock und Mölln, was da noch alles geht. Es ist allerallerhöchste Zeit, dass die "kreativen und witzigen" Gutmenschen, wie sie uns gebetsmühlenhaft nennen, verbiestert und humorlos ihre Mittelfinger auspacken. Ich gehe für gewöhnlich davon aus, dass die viel gescholtene "Mainstreampresse" sehr viel verantwortungsbewusster und klüger ist als ihr Ruf, aber dieser Artikel, dieser Aufruf zum kreativen und witzigen Füßestillhalten war eine arrogante Frechheit, wie ich sie hier noch nicht gelesen habe.
lupenreinerdemokrat 18.07.2015
2. Und in Bangladesh brannte ein Mülleimer....
Vielleicht haben einige Bürger ja auch mittlerweile den Braten gerochen, was in Wirklichkeit hinter der "Hilfsbereitschaft" Deutschlands steht, möglichst viele Migranten ins Land zu holen: Privatisierung der Gewinne aus Wohnraumspekulation und -verknappung, Sozialisierung der Kosten, die diese Migranten verursachen. Nach Jahren recht geringer Preise bei Wohnungseigentum und Mieten reiben sich die Wohnraumspekulanten schon grinsend die Hände, wenn sie an den ständig steigenden Zustrom neuer Mitbürger denken, deren "Miete" absolut sicher und zuverlässig vom deutschen Steuerzahler übernommen wird ;-)
Ingmar E. 18.07.2015
3.
Wenn im nahen Osten Terroranschläge geschehen, erwartet man doch immer dass das Volk sich aktiv gegen die Extremisten in ihren Reihen einsetzt. Bei uns selbst sind solche Meldungen mittlerweile Alltag, von denen sich kaum jemand aktivieren lässt. Der bräsige Deutsche sieht zu wie hier Leute verbrannt werden, und echauffiert sich über Enthauptungen in anderen Kulturen. Verbrennen ist wesentlich leidvoller. Und der Fall Freiberg im Frühjahr zeigt, dass man vor bewohnten Einrichtungen nicht zurückschreckt.
derfoerderator 18.07.2015
4. in den siebzigern wäre es anders
in zeiten von Helmut hätte man die höchste Terrorstufe ausgelöst. heut kümmerts niemanden. naja schade das meine heimat so abstirbt.
huebif 18.07.2015
5. Oh, nicht im Osten
Wenn das im Osten passiert, weiß immer gleich ein Wessi woran es lag, bei den unterentwickelten Ossis Es gibt überall braune Horden oder habt ihr die Republikaner in BW vergessen oder die NPD in Bremerhaven. ... Wenn man mit den einfachen Erklärungen und Beschuldigungen aufhörte und an die Ursachen (Bildung Perspektivlosigkeit ) gehen könnte. ... Wo sind Journalisten, die das fordern
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