Forderung an Schäuble Muslime fordern rechtliche Gleichstellung des Islam

Der neue Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland geht in die Offensive. Er will auf der Islamkonferenz Anfang Mai bei Innenminister Schäuble "einen verbindlichen Fahrplan festlegen", wie "möglichst schnell eine rechtliche Gleichstellung des Islam" mit anderen Religionen erreicht werden könne.


Hamburg - Eine Anerkennung als gleichberechtigte Religionsgemeinschaft sei wichtig, damit die Länder in die Pflicht genommen würden, "endlich flächendeckend Islamunterricht in Schulen anzubieten", sagte Aiman Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, nach SPIEGEL-Informationen. Mazyeks Verband nimmt zurzeit die Sprecher-Rolle in dem aus vier muslimischen Organisationen zusammengesetzten Koordinierungsrats der Muslime in Deutschland (KRM) ein.

Auf der Islamkonferenz bei Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) Anfang Mai wolle man daher "einen verbindlichen Fahrplan festlegen", wie "möglichst schnell eine rechtliche Gleichstellung des Islam" mit anderen Religionen erreicht werden könne. Außerdem streben KRM-Vertreter den Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts an, der zum Beispiel Kirchen Vergünstigungen im Steuer- und Baurecht einräumt.

Für die Verleihung dieses Status, der unter anderem eine gute Organisation und Rechtstreue voraussetzt, sind die Länder zuständig. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums betonte unterdessen, auf der Islamkonferenz müsse "mit Vorrang" besprochen werden, wie "kurzfristig" Probleme im Zusammenleben ausgeräumt werden könnten – etwa das Fehlen muslimischer Mädchen beim Schwimm- und Biologieunterricht.

als



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.