Streit zwischen Union und SPD: Steuererhöhung wäre für die Hälfte der Deutschen kein Wortbruch
SPD und Union streiten vor ihren Sondierungsgesprächen über Steuererhöhungen, doch viele Deutsche sehen das Thema gelassen: Laut einer Umfrage würden nur 45 Prozent der Bürger einen Kurswechsel von Kanzlerin Merkel als Wortbruch betrachten.
Berlin - Schon vor Beginn der Sondierungsgespräche streiten Union und SPD über Steuererhöhungen. Die Sozialdemokraten wollen Besserverdienende stärker belasten, um damit Infrastrukturprojekte und Investitionen im Bildungsbereich zu finanzieren. CDU und CSU haben Steuererhöhungen im Wahlkampf kategorisch ausgeschlossen.
Die Wähler wären offenbar bereit, einen Kurswechsel der Union in der Steuerfrage zu akzeptieren. Weniger als die Hälfte der Deutschen würde Steuererhöhungen einer Regierung unter Angela Merkel als Wortbruch empfinden. In einer am Dienstag veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins "Stern" und des Senders RTL vertraten 48 Prozent diese Meinung. 45 Prozent der Befragten sagten jedoch, sie würden eine Kursänderung von CDU/CSU als Wahlbetrug ansehen.
Eindeutiger fällt das Ergebnis bei Frage nach der Wunsch-Koalition der Deutschen aus. 48 Prozent der Befragten befürworteten eine Große Koalition, nur 21 Prozent sprachen sich für ein schwarz-grünes Bündnis aus. 15 Prozent wäre eine Minderheitsregierung der Union am liebsten.
Die SPD hatte am Dienstag ihre Forderungen nach Steuererhöhungen noch einmal bekräftigt. "Wir müssen erheblich mehr Geld in Schulen, Kitas und Infrastruktur investieren, und wir müssen die Kommunen finanziell stärken, damit die ihren Aufgaben noch gerecht werden können", sagte SPD-Vize Manuela Schwesig der "Rheinischen Post". "Die Union muss sich ehrlich machen, wie sie das finanzieren will".
syd/Reuters
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