Umfrage zur Wählergunst Merkel hängt SPD-Troika ab

Angela Merkel trotzt der Krise - zumindest mit ihren schier unerschütterlichen Beliebtheitswerten. Laut einer Forsa-Umfrage hat derzeit keiner der drei potentiellen Herausforderer von der SPD eine Chance gegen die Kanzlerin. Besonders finster sieht es demnach für Parteichef Gabriel aus.

Kanzlerin Merkel, SPD-Chef Gabriel: Abstand von 42 Punkten bei direktem Duell
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Kanzlerin Merkel, SPD-Chef Gabriel: Abstand von 42 Punkten bei direktem Duell


Hamburg - Die Beliebtheitswerte der Kanzlerin scheinen derzeit uneinholbar. Angela Merkel (CDU) genießt in der Bevölkerung weiterhin hohes Ansehen - im Gegensatz zu den möglichen Kanzlerkandidaten der SPD, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, Parteichef Sigmar Gabriel und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück.

Könnten die Bürger ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich nach der Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" und RTL bei der Alternative Steinmeier - Merkel 27 Prozent für Steinmeier entscheiden und 49 Prozent für Merkel. Steinbrück erhielte 26 Prozent, Merkel in dieser Konstellation 52 Prozent. Gabriel käme auf 17 Prozent, Merkel gegen ihn auf 59 Prozent - damit wäre bei ihm mit 42 Punkten der Abstand zu Merkel am größten.

Aus Sicht von Forsa-Chef Manfred Güllner muss das nicht unbedingt an der Person des jeweiligen Herausforderers liegen. "Rund jeder zweite Wahlberechtigte ist mit Merkel und ihrer Arbeit zufrieden. Es gibt keine Wechselstimmung", sagte er. "Da hat es jeder SPD-Kanzlerkandidat schwer." Bislang haben sich die Sozialdemokraten noch nicht für einen Herausforderer entschieden. Die ersten Wahlkampfvorstöße der Genossen wirken zudem zaghaft und unentschlossen.

Bei der Sonntagsumfrage hat sich wenig getan im Vergleich zur Vorwoche. Union und FDP können in der Sympathie der Wähler ihren knappen Vorsprung vor SPD und Grünen behaupten. Die Union verharrt bei 36 Prozent, die FDP stagniert bei 4 Prozent. Die SPD kann sich um einen Punkt auf 27 Prozent verbessern, die Grünen fallen um einen Punkt auf 12 Prozent zurück. Punktverschiebungen gibt es auch bei den weiteren Parteien: Die Linke steigt um einen Punkt auf 7 Prozent, die Piraten geben einen Punkt ab und sinken auf 9 Prozent. Auf "sonstige Parteien" entfallen 5 Prozent. Mit zusammen 40 Prozent liegt die Regierungskoalition damit weiterhin einen Punkt vor SPD und Grünen (gemeinsam 39 Prozent).

Die Meinungsforscher haben dazu vom 16. bis 20. Juli 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger befragt.

ffr



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Seite 1
kantundco 25.07.2012
1. Das kleinere Übel...
... scheint den Leuten leider alternativlos. Kann man nachvollziehen!
herr_kowalski 25.07.2012
2. bei den 3 Gespenstern der SPD kein Wunder.
Zitat von sysoppicture-alliance/ dpaAngela Merkel trotzt der Krise - zumindest mit ihren schier unerschütterlichen Beliebtheitswerten. Laut einer Forsa-Umfrage hat derzeit keiner der drei potentiellen Herausforderer von der SPD eine Chance gegen die Kanzlerin. Besonders finster sieht es demnach für Parteichef Gabriel aus. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,846219,00.html
Hätte man die Loren gegen Twiggy antreten lassen wäre das Ergebnis ähnlich gewesen. Fehlte nur noch Frau Nahles um den Polithorror komplett zu machen
soldev 25.07.2012
3. Jeder 2.Deutsche zufrieden?
Dann kenne ich wohl nur die andere Hälfte und da ist die Meinung über dieses Ding aus der Uckermark eher sehr, sehr bescheiden...
cooner 25.07.2012
4. Erstens kommt es anders und zweitens als man wünscht
Bis Herbst 2013 werden noch so viele ganz verschiedene Säue durchs deutsche Dorf getrieb, dass Vorhersagen sinnlos sind.
odysseus33 25.07.2012
5. Genauer?
Die Befragten sollen repräsentativ sein, mag sein. Aber es wäre interessant zu wissen wo genau die Merkel-Fans soziologisch anzusiedeln sind: Bildungsgrad, Stadt oder Land, der Intelligenz-Quotient wäre auch aufschlussreich. Denn Merkel ruiniert Europa und uns alle. Mit ihrer sowohl auf der technischen Seite offensichtlich unfähigen Krisenpolitik als auch auf der ethischen Seite einseitig unsozialen Vorgehensweise. Aber weil sie die Rolle als Verteidigerin des deutschen Geldes gegen schlamperte Südländer so gelungen spielt, folgen ihr offenbar verwirrte und verzweifelte Millionen wie die Lemminge, und bringen es fertig das Schwarz-Gelbe-Elend noch mal um eine Periode zu verlängern.
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