Forsa-Umfrage Union profitiert von Finanzkrise

Die Union legt zu, die SPD stagniert: So lautet das Ergebnis der jüngsten Forsa-Umfrage mitten in der Finanzkrise. Demnach kommen CDU/CSU auf 37 Prozent, die Sozialdemokraten auf 24 Prozent. Allerdings wurde die Erhebung vor dem SPD-Sonderparteitag vom Wochenende durchgeführt.


Hamburg - Die Union gewinnt weiter in der Wählergunst. In der am Mittwoch veröffentlichten wöchentlichen Forsa-Umfrage des Hamburger Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL verbesserten sich CDU und CSU wie in der Vorwoche um zwei Prozentpunkte und kamen nun auf 37 Prozent. Die SPD verharrte zum zweiten Mal in Folge bei 24 Prozent. Allerdings wurde die Umfrage vor dem SPD-Sonderparteitag am vergangenen Samstag durchgeführt.

Forsa-Chef Manfred Güllner erklärte die Zugewinne der Union mit dem Rettungspaket für die Banken. Die SPD habe trotz ihres "hoch akzeptierten" Finanzministers Peer Steinbrück nicht profitieren können, weil ihn viele Wähler nicht der SPD zuordneten. Steinbrück sei "eher als Gehilfe" von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wahrgenommen worden.

Die FDP fiel den Angaben zufolge um einen Punkt auf zwölf Prozent. Die Grünen büßten ebenfalls einen Punkt auf neun Prozent ein. Die Linkspartei gewann einen Punkt hinzu und kam auf 13 Prozent.

Auf Union und FDP entfallen demnach zusammen 49 Prozent. Das wären drei Punkte mehr als insgesamt bei SPD, Grünen und Linkspartei.

Für die Erhebung wurden den Angaben zufolge 2501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 13. bis 17. Oktober befragt.

Nur acht Prozent wollen Sodann als Bundespräsident

Und noch etwas hat Forsa in ein zweiten Erhebung erfragt: Die überwiegende Mehrheit der Deutschen möchte den Schauspieler Peter Sodann nicht als Bundespräsidenten. Laut Forsa sprachen sich acht Prozent der Bundesbürger für den früheren "Tatort"-Kommissar und Kandidaten der Linkspartei als Staatsoberhaupt aus. Auf zwölf Prozent kam SPD-Kandidatin Gesine Schwan. Die meisten Deutschen wünschen sich jedoch eine zweite Amtszeit des derzeitigen Staatsoberhaupts. Zwei von drei Befragten (67 Prozent) plädierten für eine Wiederwahl Horst Köhlers im Mai 2009.

Köhler ist den Angaben zufolge über Parteigrenzen hinweg beliebt. Für ihn stimmten 89 Prozent der Unions-Anhänger und 88 Prozent der FDP-Wähler, aber auch fast jeder zweite Grünen-Wähler (49 Prozent) und 68 Prozent der SPD-Anhänger. Für die "eigene" Kandidatin Schwan votierten laut "Stern" hingegen nur 17 Prozent der SPD-Wähler. Sodann konnte demnach bislang etwa jeden dritten Anhänger der Linkspartei (34 Prozent) von sich überzeugen. 34 Prozent sprachen sich für Köhler, 25 Prozent für Schwan aus.

Für diese Erhebung hatte das Forsa-Institut den Angaben zufolge 1005 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 16. und 17. Oktober befragt.

flo/ddp/dpa



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