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Gasförderung: Bundesregierung weicht Fracking-Verbot auf

Gasbohrung in den USA: Bald doch Fracking in Deutschland? Zur Großansicht
Corbis

Gasbohrung in den USA: Bald doch Fracking in Deutschland?

Eigentlich wollte die Bundesregierung Fracking bis 3000 Meter Tiefe verbieten. Nach SPIEGEL-Informationen will sie Probebohrungen in Einzelfällen nun doch erlauben.

Hamburg - Die Bundesregierung hat sich auf einen Kompromiss geeinigt, mit dem die umstrittene Fracking-Methode doch noch erlaubt werden kann. So soll nach Informationen des SPIEGEL eine sechsköpfige Kommission aus Wissenschaftlern gebildet werden, die bei "absoluter Unbedenklichkeit" eine Probebohrung zulassen könnte.

Die ganze Geschichte lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.

In einer ursprünglichen Fassung sah das Fracking-Gesetz ein Verbot bis 3000 Meter Tiefe vor. Dieses wurde nun gestrichen. Der Kompromiss kam unter Vermittlung von Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) auf Betreiben des Wirtschaftsflügels der CDU, der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie sowie dem Bundesverband der Deutschen Industrie zustande. Das Gesetz soll noch dieses Jahr im Bundestag beschlossen werden.

Fracking ist eine Kurzform für "Hydraulic Fracturing". Deutsche Experten sprechen auch von "hydraulischer Lagerstättenstimulation". Dabei wird ein Mix aus Wasser, Sand und Chemikalien mit Hochdruck durch Bohrlöcher in den Untergrund gepresst, um Erdgasvorräte freizusetzen, die in bis zu 2500 Metern Tiefe im Schiefer ruhen und sonst nicht erreichbar sind. Die Flüssigkeit bricht die Gesteinsschichten auf, der Sand füllt die Zwischenräume, das Gas kann dadurch entströmen. Über horizontale Bohrungen kann eine einzige Förderstelle, wie ein Rad mit Speichen, weite Flächen erreichen.

Kritiker fürchten, dass Fracking Erdbeben auslösen könnte. Auch ist die genaue Zusammensetzung der Bohrmischung unklar. Energiefirmen nennen bis zu 750 Additive, Umweltschützer haben unter anderem Chlorwasserstoffsäure und Methanol identifiziert. Studien zufolge kann Fracking das Trinkwasser kontaminieren, durch giftige Abwässer, Chemikalien und radioaktive Stoffe. Es könne zu Explosionen, Methangas-Emissionen und langfristigen Gesundheitsschäden führen.

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1.
Immanuel_Goldstein 15.11.2014
Wer Fracking erlaubt, der kann auch gleich eine Haftungserklärung schreiben für alle Schäden, die auftreten. Ich fordere schon lange die Privathaftung für Politiker bei eklatanten Fehlentscheidungen. Sage bloß keiner, man würde die Folgen nicht kennen.
2. Fracking: Nicht weil das so sicher ist...
chrutchfield 15.11.2014
sondern weil interessierte Kreise das so wollen. Das ist moderne Politik in Deutschland. Machen die "Macher/-innen" das eigentlich aus Überzeugung oder mit gehöriger Sachkunde oder kommt von irgendwoher Geld, um solche Vorhaben zu fördern? Ich frage mich immer wieder, ob Merkel & Co überhaupt das Mandat haben, so viel dummes Zeug zu machen, was sie in der letzten Zeit angezettelt haben. Das grenzt doch schon an "Gemeingefährlichkeit".
3. Absolute Unbedenklichkeit
buntesmeinung 15.11.2014
Na fein, dann können die Gutachter, die diese "absolute Unbedenklichkeit" ebenso wie die Firmen, die dann die Probebohrung durchführen, ja auch eine absolute, vollumfängliche Haftungserklärung unterschreiben und bereits vor Beginn der Maßnahmen eine Sicherheitsleistung hinterlegen. Ich bin sehr gespannt, wie der Begriff der "absoluten Unbedenklichkeit" ausgelegt werden wird.
4. Fracking
gaerry 15.11.2014
ist ein Verbrechen gegen die Natur. Ich werde auf die Straße gehen wenn das in Deutschland kommt. Fracking ist schlimmer als Atomkraft, Fracking ist pervers. Jeder Politiker das das unterstützt sollte für die Folgen gerade stehen müssen, Verantwortung übernehmen. Beim Fracking hört der Spass auf. Wirklich.
5. ist doch klar....
helloworld1 15.11.2014
1. Bergbauschäden werden von der Ruhrkohle AG auch noch kaum bezahlt, da wartet man auf de natürliche Endlösung der Geschädigten und das trotz eindeutiger Gesetzeslage (ich weiß es, ich habe Verwandte im Ruhrpott). 2. Während deutsche Kommunen dabei sind, Dichtigkeisprüfungen an Abwasserrohren durchzuführen, die mehere hundert bis tausende Euro kosten können...natürlich nur für die Umwelt und nicht für den Geldbeutel der Handwerkerlobby, muss ich demnächst mit krebserregendem Trinkwasser meinen Kaffee aufbereiten!?! Natürlich alles für die Wirtschaft, sicher ja Arbeitsplätze. 3. Danke, wer zahlt denn hier meine Krebsmedikamente und meine Gebäudeschäden? Naürlich der Depp, der das hier gerade schreibt...nämlich wieder ich!
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