Umstrittene Fördermethode Unions-Bedenken gegen neuen Fracking-Gesetzentwurf

Seit Monaten zieht sich die Debatte über die gesetzliche Regelung des umstrittenen Fracking. Auch gegen den neuen Kompromiss der Koalition gibt es nun Bedenken in der Union. Trotz der Abweichler in CDU und CSU soll die Zustimmung jedoch nicht auf der Kippe stehen.

Fracking-Anlage in den USA: In Deutschland heftig umstritten
REUTERS

Fracking-Anlage in den USA: In Deutschland heftig umstritten


Berlin - Mühevoll hatten sich CDU, CSU und FDP zu einem Kompromiss über ein Gesetz zum umstrittenen Fracking durchgerungen. Doch mehrere Unions-Abgeordnete im Bundestag haben nun Bedenken gegen den neuen Entwurf. Laut Unions-Fraktion stehe eine mehrheitliche Zustimmung jedoch nicht in Frage.

Ein bundesweites Moratorium für Fracking, bei dem mit hohen Druck das Gestein aufgebrochen wird, damit das Gas entweichen kann, sei laut Union aus verfassungsrechtlichen Gründen schwierig. Derzeit gebe es gar keine Regelung, daher sei es wichtig, Fracking per Gesetz einzuschränken. Für jede Bohrung soll die Zustimmung der Wasserbehörde vorgeschrieben werden.

Die CDU in Baden-Württemberg will Fracking am Bodensee gesetzlich verbieten lassen. Der neue Gesetzentwurf müsse entsprechend verschärft werden, forderte CDU-Landeschef Thomas Strobl. Denn der Schutz des Trinkwassers habe Priorität. Rund fünf Millionen Menschen - also fast jeder zweite Baden-Württemberger - erhalten Trinkwasser aus dem Bodensee, sagte Strobl. Der CDU-Landesvorstand verlange ein Verbot der Tiefenbohrungen im Einzugsbereich von Seen, aus denen Trinkwasser gewonnen wird.

Kritiker warnen vor Risiken durch eingesetzte Chemikalien für das Trinkwasser. Am 15. Mai soll der Entwurf eingebracht werden.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Koalitioneinen neuen Kompromiss erreicht. Der ursprüngliche Entwurf war demnach noch einmal verschärft worden, um Kritiker der umstrittenen Fördermethode entgegenzukommen. Neben einer Umweltverträglichkeitsprüfung und dem Verbot des Frackings in Wasserschutzgebieten, soll den Ländern die Möglichkeit gegeben werden, mit eigenen Verordnungen die Förderung weiter einzuschränken.

Beim Fracking werden Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst, um dort eingeschlossenes Gas oder Öl freizusetzen. In den USA wird die Methode im großen Stil eingesetzt und hat zu sinkenden Gas- und auch Strompreisen geführt. Die Umweltfolgen sind allerdings kaum erforscht. In Deutschland ist Fracking bislang gesetzlich kaum geregelt.

max/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
nonick93 06.05.2013
1. Was heißt
Man liest immer nur beiläufig von "Chemikalien". Warum wird nicht einmal erwähnt um was für welche es sich handelt? Das ist doch bekannt. Ich nenne mal eine einzige als Beispiel: ARSEN. Ganz richtig das bekannte tödliche Gift Arsen soll da in den Boden gepumpt werden!!!
spiritof81 06.05.2013
2.
Zitat von sysopREUTERSSeit Monaten zieht sich die Debatte über die gesetzliche Regelung des umstrittenen Fracking. Auch gegen den neuen Kompromiss der Koalition gibt es nun Bedenken in der Union. Trotz der Abweichler in CDU und CSU soll die Zustimmung jedoch nicht auf der Kippe stehen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fracking-unions-bedenken-gegen-neuen-gesetzentwurf-a-898435.html
Oh doch, die gibt es. Nennt sich Bundesberggesetz. Hinzu kommen die Tiefbohrverordnungen der Bundesländer. Mit welcher plausiblen Begründung? Zusätze (die bösen Chemikalien, darunter solche schlimme Dinge wie Essigsäure, Ethanol *prost*, NaCl, Wasseraufbereitungsmittel!) in Fracfluiden für Schiefergasfracs liegen bei ca. 0,2% der Gesamtmasse. http://www.rangeresources.com/rangeresources/files/6f/6ff33c64-5acf-4270-95c7-9e991b963771.pdf Bei einem Frac werden ca. 2000 m³ Flüssigkeit, überwiegend Wasser, also 2000 Tonnen verwendet. Das heißt, der Anteil der Zusätze liegt bei gera einmal 4 Tonnen. Selbst wenn diese Menge komplett in den See gelänge, würde der sich nicht einmal "räuspern"! Nur zum Vergleich: Der Bodensee hat ein Volumen von 48 Kubikkilometern! Weiter oben hieß es doch noch, es gäbe gar keine Regelung?
Tamarind 06.05.2013
3. Es geht um Präferenzen ...
Vorhaben wie Fracking werden nicht mehr öffentlich diskutiert. Dafür um so mehr Privatangelegenheiten von Hoeness oder lächerliche Beispiele für vermeintlichen Sexismus. Wie viel Prozent der Bevölkerung weiß überhaupt, was mit Fracking gemeint ist? Und nun hat die Union "Bedenken". Wer's glaubt ... Alles nur Theaterdonner und Täuschung. Diese Regierung winkt alle wirtschaftsfreundlichen Gesetze durch. Aktiv auf diesem Gebiet seit Jahren schon in Niedersachsen btw. Exxon ...
spiritof81 06.05.2013
4.
Zitat von nonick93Man liest immer nur beiläufig von "Chemikalien". Warum wird nicht einmal erwähnt um was für welche es sich handelt? Das ist doch bekannt. Ich nenne mal eine einzige als Beispiel: ARSEN. Ganz richtig das bekannte tödliche Gift Arsen soll da in den Boden gepumpt werden!!!
Machen Sie sich doch schlau. Quellen gibt es genug, eine Auflistung verschiedener hier: https://erdoelerdgasdeutschland.wordpress.com/hydraulic-fracturing/ Arsen gehört jedenfalls nicht zu den Chemikalien, die verpumpt werden. Würde auch keinen Sinn ergeben, denn die dem Wasser beigefügten Zusätze sollen vorrangigdie Eigenschaft der Flüssigkeit dahingehend verändern, dass der Sand in die gebildeten Risse verbracht wird. In "den Boden" wird gar nichts verpumpt, sondern in feste dichte Gesteine weit unterhalb des Bodens.
spiritof81 06.05.2013
5.
Zitat von TamarindVorhaben wie Fracking werden nicht mehr öffentlich diskutiert. Dafür um so mehr Privatangelegenheiten von Hoeness oder lächerliche Beispiele für vermeintlichen Sexismus. Wie viel Prozent der Bevölkerung weiß überhaupt, was mit Fracking gemeint ist? Und nun hat die Union "Bedenken". Wer's glaubt ... Alles nur Theaterdonner und Täuschung. Diese Regierung winkt alle wirtschaftsfreundlichen Gesetze durch. Aktiv auf diesem Gebiet seit Jahren schon in Niedersachsen btw. Exxon ...
Richtig! Diskutiert wird darüber so gut wie gar nicht, jedenfalls nicht auf sachlich-wissenschaftlicher Ebene. Kaum jemand, denn es wird ja nicht vernünftig erklärt, was unter HYDRAULIC FRACTURING zu verstehen ist und wie das Verfahren funktioniert. Nö, die haben schon Bedenken um ihre BT-Sitzeund drehen ihr Fähnchen nach dem Wind der lautstarken Gegnerschaft. Wenn dem so wäre, warum sind dann in Niedersachsen die Genehmigungs-Anforderungen OHNE Änderung der Gesetzeslage 2012 verschärft worden? Und das für Lagerstättentypen, in denen schon seit 1961 über 400 Mal in Deutschland gefract wurde? http://www.lbeg.niedersachsen.de/download/72198/Mindestanforderungen_an_Betriebsplaene_Pruefkriterien_und_Genehmigungsablauf_fuer_hydraulische_Bohrlochbehandlungen_in_Erdoel-_und_Erdgaslagerstaetten_in_Niedersachsen.pdf Und Wintershall, und RWE-Dea und GdF-Suez und Shell im Konsortium mit Exxon in Form der BEB vor der Fusion von Exxon mit Mobil.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.