Antrittsbesuch in Berlin Merkel und Hollande sind ziemlich neue Freunde

Im französischen Wahlkampf hatte Angela Merkel den Sozialisten François Hollande nicht empfangen, jetzt führte die erste Auslandsreise den frisch gewählten Präsidenten nach Berlin. Dort demonstrierten die beiden Willen und Freude an einer Zusammenarbeit - trotz unterschiedlicher Ansichten.

dapd

Paris - Das Treffen war mit Spannung erwartet worden, hatte doch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den französischen Sozialisten François Hollande während des Wahlkampfs nicht empfangen - wegen der Unterstützung für seinen Konkurrenten Nicolas Sarkozy. Und beide trennt nicht nur das Parteibuch: Merkel ist gegen Hollandes Forderung, den EU-Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin neu zu verhandeln.

Doch ungeachtet dieser Differenzen machte sich Hollande direkt zu seiner ersten Auslandsreise nach Berlin auf, wenige Stunden nachdem er sein Amt in Paris offiziell übernommen hatte. Auch ein Blitz, der das Flugzeug des neuen Präsidenten auf dem Weg nach Berlin traf, konnte ihn nicht abhalten: Hollande flog zurück nach Paris, stieg in eine Ersatzmaschine um und machte sich erneut auf den Weg nach Deutschland. Gegen 19:15 Uhr, etwa anderthalb Stunden später als geplant, traf er in Berlin ein.

Merkel nannte es ein Kennenlerntreffen und betonte die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft. Sie sehe der Zusammenarbeit mit Hollande "mit Freude und mit Spannung entgegen". Deutschland und Frankreich wüssten um die Bedeutung der Beziehungen beider Länder für die Entwicklung in Europa, sagte die Kanzlerin beim ersten Treffen mit Hollande.

Hollande: "Nichts verbergen, was uns vielleicht trennt"

Hollande sagte, er wolle ein Bild des Vertrauens und des Zusammenhalts und der Kontinuität der deutsch-französischen Beziehungen vermitteln, ohne Dinge zu verbergen, "die uns vielleicht trennen". Deutschland und Frankreich hätten den Willen, gemeinsam zu arbeiten, für die beiden Länder und für Europa insgesamt.

Mit Blick auf die Situation in Griechenland sagte Merkel, sie selbst und Hollande wollten, dass Griechenland im Euro-Raum bleibe. Hollande sagte, er erhoffe sich von der anstehenden Neuwahl in Griechenland, dass die Griechen ihr Bekenntnis zur Eurozone bekräftigten. Das Land müsse seine Verpflichtungen einhalten.

Zum Thema Fiskalpakt machte Hollande die Türen für Verhandlungen auf. Der Sozialist forderte zwar erneut Nachverhandlungen in Richtung auf einen Wachstumspakt. Er erklärte aber auch, dass dafür zunächst alle Dinge beim EU-Sondergipfel am 23. Mai sowie beim regulären Gipfel Ende Juni in Brüssel auf den Tisch gelegt werden müssten. Diese gelte es zu prüfen, und erst dann könne man sagen, was rechtlich überhaupt umgesetzt werden könne.

CNN und BBC übertragen die Pressekonferenz live und in voller Länge

In den 60 Minuten des Gesprächs mit Hollande habe es Gemeinsamkeiten und Differenzen gegeben. "Es ist alles so, dass ich mich auf die weitere Zusammenarbeit freue", fasste Merkel zusammen.

Der Antrittsbesuch des neuen französischen Präsidenten in Berlin stieß auf großes internationales Medieninteresse: Der US-Nachrichtensender CNN und die britische BBC übertrugen die Pressekonferenz der beiden Politiker am Dienstag live und in voller Länge.

Der Sozialist Hollande war am Dienstagmorgen ins Amt des Staatspräsidenten eingeführt worden. Wenige Stunden nach Amtsantritt ernannte Hollande Jean-Marc Ayrault zum neuen Premierminister. Der frühere Deutschlehrer Ayrault war mehrere Jahre Fraktionschef der sozialistischen Partei in der Pariser Nationalversammlung. Er löst den bisherigen konservativen Amtsinhaber François Fillon ab.

lgr/dpa/dapd/AFP

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
albert schulz 15.05.2012
1. Nachtigall ich hör dir trapsen
Zitat von sysopdapdIm französischen Wahlkampf hatte Angela Merkel den Sozialisten François Hollande nicht empfangen, jetzt führte die erste Auslandsreise den frisch gewählten Präsidenten nach Berlin. Dort demonstrierten die beiden Willen und Freude an einer Zusammenarbeit - trotz unterschiedlicher Ansichten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,833411,00.html
Frau Merkel hat Hollande zum Wahlsieg verholfen, weil sie für sich für Sarkozy eingesetzt hat. Dumm ist sie nicht, und es ist auch kaum vorstellbar, daß sie sonderliche Sympathien für Sarkozy hatte.
rolandjulius 15.05.2012
2. Merkel und Hollande
Beide wollen ein starkes Europa,und das auch mit Griechenland, da muessen wohl beide Zugestaendnisse machen,denn sonst passiert das Gegenteil. Guter Anfang,ich gratuliere!
glücklicher südtiroler 15.05.2012
3. Staaten...
Zitat von albert schulzFrau Merkel hat Hollande zum Wahlsieg verholfen, weil sie für sich für Sarkozy eingesetzt hat. Dumm ist sie nicht, und es ist auch kaum vorstellbar, daß sie sonderliche Sympathien für Sarkozy hatte.
...haben Interessen und weniger Sympathien. Beide wissen daß sie sich einander brauchen und daß ein deutsch-französischer Zwist diesmal zur Unzeit käme. Der ESM ist noch nicht da; in Hellas wird erneut gewählt. Eine Zeit voller Unwägbarkeiten. Derweil fließt weiterhin Geld und Merkel&Hollande haben etwas Zeit gewonnen sich besser kennenzulernen und einen neuen Kompromiss zu finden... In den Medien wird schon mal ein Drohszenario aufgebaut... Griechenlands gefährliches Austritts-Szenario - Wallstreetjournal.de (http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424052702304192704577405634140438566.html) Ich halte davon nicht viel; wichtig ist aber; die Wirkung wird es nicht verfehlen... Schian Gruaß...
Rüdiger_Kalupner 15.05.2012
4. Epochenwechsel-Wissen von Merkel an Hollande übertragen
Europas Krise drängt auf einen Ordnungs- und Epochenwechsel des weltindustriellen Fortschritts. Er entsteht durch den zu Ende gedachten ökologischen Umfinanzierungsansatz vom Faktor Arbeit auf Energie und Sachkapital und mündet auf dem KREATIVEN Evolutions- /Entwicklungspfad, der ein maximal-ressourcen-sparendes, nachhaltiges Wirtschaften und einen KREATIVEN, selbstleistungs-orientierten Lebensstil à öa EPIKUR erzwingen wird. Welche wirtschaftlichen Steuerungsinstrumente neu eingeführt um die alten Kostenstrukturen umzukehren, wird Angela Merkel sicherlich bald Herrn Hollande vortragen. Der KREATIVE Evolutions-ORDOliberalismus wird Europas Krise beenden.
hackelberg 16.05.2012
5. um die ecke
Zitat von albert schulzFrau Merkel hat Hollande zum Wahlsieg verholfen, weil sie für sich für Sarkozy eingesetzt hat. Dumm ist sie nicht, und es ist auch kaum vorstellbar, daß sie sonderliche Sympathien für Sarkozy hatte.
das ist mal gut um die ecke gedacht. möglich so kann man bruchfrei als kompromiss ein eu wirtschaftspaket aufsetzen.
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