Überfallener AfD-Abgeordneter Was bislang bekannt ist

Der Bremer AfD-Chef und Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz wurde brutal niedergeschlagen. Wer sind die Täter? Der genaue Tathergang ist noch unklar, der Staatsschutz ermittelt.

Polizist vor der Stelle, an der Frank Magnitz überfallen wurde
FOCKE STRANGMANN/EPA-EFE/REX

Polizist vor der Stelle, an der Frank Magnitz überfallen wurde


Der Angriff auf den AfD-Politiker Frank Magnitz hat bundesweit für Empörung gesorgt. Politiker aller Parteien verurteilten die Attacke aufs Schärfste.

Magnitz lag zwei Tage lang mit Verletzungen im Krankenhaus, mittlerweile hat er die Klinik verlassen, auf "eigene Verantwortung", wie ein AfD-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa sagte. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb in einem Brief an den Verletzten: "Jede Form der Gewalt gegen Mandatsträger ist ein Angriff auf unseren Rechtsstaat. Dem müssen wir uns geeint und entschlossen entgegenstellen."

Was genau passierte, ist bislang jedoch unklar. Hier der Überblick:

Was wir wissen:

Der Staatsschutz ermittelt im Fall Magnitz, es wurde eine Sonderkommission eingesetzt. Der Staatsschutz schaltet sich in der Regel unter anderem bei Verdacht auf politisch motivierte Straftaten ein.

Magnitz hatte am Montagnachmittag um kurz vor 17:30 Uhr den Neujahrsempfang der Regionalzeitung "Weser-Kurier" verlassen, der in der Bremer Kunsthalle stattfand. Auf dem Weg zu seinem Auto ist er dann von Unbekannten überfallen worden.

Laut eines Twitter-Aufrufs fand an diesem Tag um 17 Uhr in der Nähe der Kunsthalle eine Demonstration zum Gedenken an Laya-Alama Condé statt. Condé war ein Asylbewerber, der vor etwa 14 Jahren starb: Polizisten hatten ihm ein Brechmittel verabreicht, weil sie vermuteten, dass Condé Drogen verschluckt hatte.

Beide Veranstaltungen fanden am Eingang des Bremer Stadtteils "Viertel" statt, das als Treffpunkt der linken und linksextremen Szene gilt.

Magnitz und die AfD-Führung vermuten nun, dass der Angriff in Zusammenhang mit der Gedenkveranstaltung stand. Magnitz sagt, er gehe davon aus, dass die Angreifer aus der linken Szene kämen und seinen Tod billigend in Kauf genommen hätten.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete gab an, sich nicht an den Vorfall erinnern zu können. Die Handwerker, die ihn fanden, hätten ihm aber erzählt, die Angreifer hätten ein Kantholz benutzt und auf ihn eingetreten.

Das widerspricht Angaben der Polizei, die sich auf Aufnahmen eines Überwachungsvideos stützt. Demnach näherten sich zwei Unbekannte Magnitz von hinten, ein Dritter lief mit Abstand hinterher. Einer der drei habe Magnitz von hinten angesprungen und ihm den Ellenbogen in den Nacken gerammt. Magnitz sei gestürzt, die Angreifer entfernten sich.

Die Tat sei blitzschnell passiert und es gebe auf den Bildern keine Tritte gegen einen am Boden Liegenden, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Sonderkommission ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung.

Was wir nicht wissen:

Bislang ist nicht eindeutig geklärt, ob es sich um eine politisch motivierte Straftat handelt. Magnitz sagte der "Bild"-Zeitung, auch wenn dies nicht wahrscheinlich sei, könne es sich auch um einen Raubüberfall gehandelt haben.

Es ist auch unklar, ob die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung etwas mit der Tat zu tun hatten. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte Gundula Oerter von der "Initiative in Gedenken an Laya-Alama Condé", Magnitz versuche, ihre Organisation mit seinen Verdächtigungen gezielt in Misskredit zu bringen. Tätliche Angriffe auf eine Person gehörten nicht zu den Mitteln der politischen Auseinandersetzung der Gedenkinitiative.

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