Steinmeier als Bundespräsident "Der richtige Kandidat in dieser Zeit"

Gemeinsamer Auftritt für den gemeinsamen Kandidaten: Merkel, Seehofer und Gabriel haben Außenminister Steinmeier als Nachfolger für Bundespräsident Gauck präsentiert. Vor allem von der Kanzlerin gab es viel Lob.


Die Koalitionsspitzen von CDU, CSU und SPD haben Frank-Walter Steinmeier offiziell als gemeinsamen Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten vorgestellt. "Ich freue mich, weil ich überzeugt bin, dass Frank-Walter Steinmeier der richtige Kandidat in dieser Zeit ist", sagte Kanzlerin Angela Merkel. Der Außenminister sei ein Mann, dem die Bürger vertrauen können - und er werde sehr viel Unterstützung der Bürger haben.

Auch CSU-Chef Horst Seehofer sicherte Steinmeier die Unterstützung seiner Partei bei der Wahl am 12. Februar in der Bundesversammlung zu. "Wir brauchen nach Gauck wieder einen guten Bundespräsidenten", sagte der bayerische Ministerpräsident. Steinmeier sei dazu "sehr gut geeignet, als Mensch, als Politiker." Der Außenminister habe national wie international eine große politische Erfahrung. Er stehe für Ruhe und Besonnenheit. "Und er ist ein Mann des Ausgleichs. Dies alles brauchen wir in unserer Zeit besonders stark."

SPD-Chef Sigmar Gabriel dankte den Unionsspitzen für die Unterstützung des Kandidaten. Das sei nicht selbstverständlich, sagte Gabriel. Der bisherige Außenminister sei ein Mann des Ausgleichs und habe eine bedeutende Stimme nach innen und nach außen. "Es geht um das Maß an Vertrauen über politische Ländergrenzen hinweg", sagte Gabriel.

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Frank-Walter Steinmeier: Auf dem Weg nach Bellevue

Die Union hatte bei der Suche nach einem Nachfolger für Joachim Gauck nach langem Tauziehen am Montag eingelenkt unddie Nominierung Steinmeiers akzeptiert. Der SPD-Politiker selbst kündigte an, sich als Staatsoberhaupt gegen eine Spaltung der Gesellschaft einsetzen zu wollen. "Jetzt kommt es auf eine lebendige, auf eine wache politische Kultur an", sagte der Außenminister. "Daran will ich mit allen zusammenarbeiten über Parteigrenzen hinweg, vor allen Dingen aber auch über soziale Grenzen hinweg. Für eine politische Kultur, in der wir miteinander streiten können, aber respektvoll miteinander umgehen."

Der SPD-Politiker sagte, ein Bundespräsident dürfe kein Vereinfacher, sondern solle ein Mutmacher sein. Es sei eine große Ehre, in stürmischen Zeiten vorgeschlagen zu werden. "Meine Freude auf die Aufgabe ist groß, mein Respekt davor noch größer."

brk/dpa

insgesamt 81 Beiträge
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gekreuzigt 16.11.2016
1. Das Pfeifen
der Pfeifen im Wald. Der Grüßaugust steht fest, bevor überhaupt andere Kandidaten benannt und die Wahl durch die Bundesversammlung durchgeführt wird. So geht Demokratie.
ichsagwas 16.11.2016
2. Merkel hat gut lachen
Steinmeier bräuchten wir eher als Kanzler oder weiterhin als Aussenminister, aber nicht als politisch bedeutungslosen Grüßaugust. Merkel hat gut lachen, auch wenns die Presse genau anders darstellt, denn als Kanzlerin ist sie jetzt alternativlos. Vermutlich soll Steinmeier als Systemstabilisator dienen und die Wut im Volk kanalisieren, wenn Merkel weitere alternativlose Alleingänge unternimmt. Wenn das mal nicht schief geht.
beeblebrockx 16.11.2016
3.
ich freue mich über jeden rational denkenden politiker, wie merkel, steinmeier, kretschmann, der die demokratische grundordnung verinnerlicht hat, was wohl derzeit nicht ganz selbstverständlich scheint...
Crom 16.11.2016
4.
Zitat von gekreuzigtder Pfeifen im Wald. Der Grüßaugust steht fest, bevor überhaupt andere Kandidaten benannt und die Wahl durch die Bundesversammlung durchgeführt wird. So geht Demokratie.
Der Bundeskanzler steht meist auch fest, bevor es im Bundestag zur Abstimmung kommt. Das nennt man repräsentative Demokratie.
waelder 16.11.2016
5. Steinmeier - als deutsches Staatsoberhaupt?
Welchen Rückschluss auf Deutschland ermöglicht es, wenn der Mann, der einen deutschen Staatsbürger unschuldig jahrelang in Guantanamo einsitzen lässt und die Agenda 2010 maßgeblich mit entworfen hat, nun dieses Land repräsentieren soll?
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