US-Außenpolitik Steinmeier wirft Trump Planlosigkeit vor

Amerika zuerst - unter dieses Motto will Donald Trump als Präsident seine US-Außenpolitik stellen. Bei Außenminister Steinmeier kam die Grundsatzrede gar nicht gut an.

Außenminister Steinmeier
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"Nicht ganz ausbuchstabiert" - so lautet das Urteil von Frank-Walter Steinmeier zu Donald Trumps außenpolitischen Plänen. Der deutsche Außenminister erklärte in Berlin, er könne "noch keine Linie erkennen" - wohl eine diplomatische Art zu sagen, was er von dem US-Republikaner hält: ziemlich wenig.

Der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur hatte am Mittwoch eine in vielen Punkten widersprüchliche Grundsatzrede zur Außenpolitik seines Landes gehalten. Trump kündigte an, seinen Kurs nach dem Motto "America First" (Amerika zuerst) ausschließlich an amerikanischen Interessen auszurichten.

Steinmeier sagte dazu: "Ich kann nur hoffen, dass der Wahlkampf in den USA nicht an der Wahrnehmung der Realitäten vorbeigeht." Auch der künftige US-Präsident müsse akzeptieren, dass sich die globale Sicherheitsarchitektur verändert habe. "Insofern ist 'America First' eigentlich keine Antwort darauf."

Der SPD-Politiker kritisierte zudem, dass Trumps Äußerungen "nicht ganz frei von Widersprüchen" seien, wenn er ankündige, Amerika wieder stark machen zu wollen, und zugleich Amerikas Rückzug betone. "Beides scheint mir noch nicht so recht zusammenzupassen."

Trump ist nach seiner Siegesserie bei den Vorwahlen großer Favorit auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Bei den Demokraten hat die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton beste Aussichten.

Im Video: Donald Trump über seine Außenpolitik

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kev/dpa/Reuters

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kevinschmied704 28.04.2016
1. klasse...
Die Nationalstaaten kümmern sich wieder vermehrt um sich. das geht dann so lange bis es knallt...
darthmax 28.04.2016
2. Kontinuität
Mit ähnlichen Sprüchen hat seinerzeit auch Herr W. Bush die Wahl gewonnen ... und auch in Deutschland taucht doch diese Stimmung immer stärker auf. Erinnern wir uns doch aber an das herzliche Verhältnis, was Frau Merkel dann mit Herrn Bush einging. Mit Ihr wären wir auch im Irak dabei gewesen. Trump hat beste Aussichten der nächste Präsident zu werden. Mit Mehrheiten im Senat und Kongress. Das sollten wir bei aller Ablehnung nicht vergessen und unsere ewige Kanzlerin wird auch Herrn Trump ein herzliches Verhältnis anbiedern.
bubbleangie2005 28.04.2016
3. America first
War doch immer schon so und bleibt auch so. Und Steinmeiers Meinung geht Trump...na Sie wissen schon.
.paco77. 28.04.2016
4.
Georg W Bush hatte vollen den Plan gehabt als er in in irak und Afghanistan einmaschierte!
skeptiker53 28.04.2016
5. Zielführend?
Herr Minister Steinmeier hat volkommen recht in der Sache. Ob es aber zielführend ist ? "Ausländischer" Kritik an Trump trägt das Risiko in sich, dass seine Anhänger sich noch eher versteifen in deren Weltbild, und dass sich damit das Risiko erhöht, dass wir alle mit einem President Trump leben müßten ab November...
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